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Mit dem ATP Cup startet die Saison für Alexander Zverev. Vor einem Jahr leistet sich der deutsche Starspieler an gleicher Stelle noch einen unrühmlichen Auftritt.

Das Gehirn vergisst so schnell nicht, vor allem die negativen Eindrücke. Und natürlich spuken Alexander Zverev die Szenen deshalb auch noch ziemlich präsent im Kopf herum.

Wie ihn Boris Becker fassungslos anstarrte, als er seinen Schläger sieben Mal wie von Sinnen auf den Hartplatz drosch. Szenen wie von einem Hinterhof einer miesen Wohngegend.

Der deutsche Topspieler hatte beim ATP Cup vor einem Jahr mit flegelhaftem Verhalten und verheerenden Leistungen einen Tiefpunkt erreicht. Und doch: Im Nachhinein sollte er einen wichtigen Wendepunkt markieren.

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"Viel schlechter als letztes Jahr kann es ja gar nicht sein", sagt der 23-Jährige nun vor dem Beginn der zweiten Ausgabe des Teamwettbewerbs: "Ich hoffe einfach, dass ich besser performen kann für mich und meine Mannschaft." Und dass nicht wieder nach der Gruppenphase Schluss ist  (Kalender der ATP-Saison 2021).

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Zverev: Turbulentes Jahr mit US-Open-Finale

Zur Erinnerung: Zverev hatte Anfang 2020 nach drei teils verheerenden Niederlagen harsche Kritik einstecken müssen, Becker sah den Hamburger "in einem dunklen Zimmer gefangen". (ATP: Aktuelle Tennis-Weltrangliste der Herren)

Doch die deutlichen Worte kamen offenbar an, dem so Hochtalentierten gelang es seither deutlich besser, in kniffligen Spielsituation die Ruhe zu bewahren. Jedenfalls mit dem Racket in der Hand.

Es folgten ein Halbfinaleinzug bei den Australian Open und der Final-Thriller bei den US Open, der knapp gegen Dominic Thiem verlorenging. "Ich möchte da wieder ansetzen", erklärt Zverev nun.

Insgesamt hat Zverev trotzdem ein turbulentes Jahr mit vielen Schlagzeilen abseits der Center Courts hinter sich: Da war unter anderem die Teilnahme an Novak Djokovics umstrittener Adria-Tour und ein Partybesuch in Monaco sowie noch größerer Wirbel um Vorwürfe häuslicher Gewalt seiner Ex-Freundin Olga Sharypova.

Dazu kam die gerichtliche Auseinandersetzung mit seinem Ex-Manager Patricio Apey, obendrein die Trennung von Trainer David Ferrer nach nur einem halben Jahr und nicht zuletzt der Schlussstrich unter die Zusammenarbeit mit der vom Schweizer Superstar Roger Federer mitbegründeten Management-Agentur TEAM8, weshalb Zverev nun wieder voll auf den Faktor Familie setzt.

Zverev: Trainer-Trennung und ganz viel Wirbel

Dennoch deutet vieles darauf hin, dass das australische Publikum zum Saisonauftakt nicht wieder "Alexander, den Bösen" sehen wird.

Zverev hat seinen Bruder Mischa nicht nur als Teamchef eng an seiner Seite. Der 33-Jährige übernimmt nach dem Ende der Zusammenarbeit mit der Agentur Team8 auch Management-Aufgaben für den Jüngeren und ist wichtiger Ansprech- und Trainingspartner.

"Ich hoffe, dass wir vor allem eine gute Zeit zusammen als Team haben und einige Spiele gewinnen können", so Mischa Zverev 

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Los geht es für Alexander Zverev, Jan-Lennard Struff und die French-Open-Sieger Kevin Krawietz/Andreas Mies in der Nacht zu Mittwoch gegen Kanada: Für Zverev bedeutet dies ein Duell mit Denis Shapovalov, einem weiteren Shootingstar der Szene.

ATP Cup: Zverev vor Duell auch mit Djokovic

Es folgt einen Tag später ein Aufeinandertreffen mit Serbien und Superstar Novak Djokovic. Zwei gewonnene Matches reichen jeweils zum Sieg.

Becker wird diesmal nicht in Australien dabei sein. Nicht, weil die Beziehung der beiden deutschen Tennis-Promis unter den Auftritten vor einem Jahr in Brisbane gelitten hat.

Das deutsche Idol analysiert als TV-Experte aus München die Australian Open ab dem 8. Februar. So oder so: Zverevs Kopf sollte endlich frei sein von den Altlasten der Vergangenheit...

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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