French Open: Zverev greift nach erstem Grand-Slam-Titel
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Alexander Zverev muss in der zweiten Runde der French Open in Paris überraschend über die volle Distanz. Am Ende ringt er seinen serbischen Gegner nieder.

Alexander Zverev fluchte, zeterte und zertrümmerte wutentbrannt seinen Schläger - nach fast dreieinhalb Stunden Schwerstarbeit durfte er aber doch noch jubeln.

In einem Fünf-Satz-Krimi gegen den Serben Dusan Lajovic hat der große deutsche Hoffnungsträger bei den French Open ein drohendes Zweitrunden-Aus gerade noch abgewendet. Der 21-Jährige siegte trotz einer lange Zeit schwachen Leistung 2:6, 7:5, 4:6, 6:1, 6:2.

"Ich habe anfangs kein gutes Spiel gemacht. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich meine Leistung steigern muss und daraufhin taktische Sachen geändert", sagte Zverev bei Eurosport.

Tennis-Ikone Boris Becker lobte den gebürtigen Hamburger für seinen Kampfgeist: "Er kann stolz darauf sein, muss aber noch an seinem Matchplan feilen. Man sieht, dass er konditionell stärker geworden ist."

Zverev verhindert frühes Aus

Nach insgesamt 3:24 Stunden Spielzeit verhinderte Zverev damit zumindest vorerst den nächsten frühen K.o. bei einem Grand-Slam-Turnier. Im Januar war er bei den Australian Open in Runde drei, im Vorjahr in Paris sogar bereits in seinem Auftaktmatch gescheitert.

Zverevs bestes Major-Ergebnis ist bislang das Achtelfinale in Wimbledon 2017. Sein nächster Gegner in Roland Garros ist Damir Dzumhur (Bosnien und Herzegowina).

Dass Lajovic durchaus ein unangenehmer Kontrahent werden könnte, war klar gewesen. Schließlich hatte er sich zuletzt bis ins Viertelfinale des Masters in Madrid vorgespielt und auch in Lyon erst im Halbfinale gegen den späteren Sieger Dominic Thiem (Österreich) verloren.

Wie unangenehm der 27-Jährige für Zverev letztlich jedoch war, überraschte aber doch.

Fehlstart ins Match

Allerdings machte es Zverev seinem Konkurrenten über weite Strecken auch wirklich leicht. Der dreimalige Masters-Sieger agierte ungewohnt fehlerhaft und schaffte es nur selten, druckvoll von der Grundlinie zu agieren.

Gleich im ersten Spiel des Tages kassierte er ein Break und verlor anschließend den Satz deutlich. "Er wirkt, als wäre er mit dem Kopf nicht richtig da", urteilte daraufhin Becker.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs bot sich zunächst dasselbe Bild. Zverev fand einfach kein Mittel gegen den mutigen Lajovic und dessen cleveres Sandplatztennis.

Schläger muss dran glauben

Aus Zorn über die eigene Leistung zerstörte der Weltranglistendritte sogar seinen Schläger. Erst danach kämpfte er sich mühsam ins Match, schrie nach dem verwandelten Satzball seine Freude heraus.

Zverev ließ seine zwischenzeitliche Frustration auch am Schläger aus
Zverev ließ seine zwischenzeitliche Frustration auch am Schläger aus © Getty Images

Doch immer, wenn es schien, als wäre der deutsche Jungstar endlich in der Spur, als würde das Spiel doch noch seinen erwarteten Verlauf nehmen, kippte es erneut. Zverev verlor ein Aufschlagsspiel durch einen Doppelfehler, Lajovic glückte ein Zauberschlag.

Erst im vierten Satz übernahm der Favorit die Kontrolle über das Geschehen - und machte auch im Entscheidungssatz schließlich kurzen Prozess.

Zverev ist der erste von insgesamt acht in Paris gestarteten Deutschen in Runde drei. Am Donnerstag könnten ihm sein älterer Bruder Mischa, Jan-Lennard Struff und Maximilian Marterer folgen. 

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