Mythos Wimbledon: Die wichtigsten Fakten
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Jan-Lennard Struff steht in Wimbledon vor dem größten Match seiner Karriere. Nach zwei erfolgreichen Fünfsatzschlachten spielt er gegen Superstar Roger Federer.

Vor dem bislang größten Match seiner Karriere hätte sich Jan-Lennard Struff am liebsten einfach nur ausgeruht. Zweimal hatte er in Wimbledon nach einem 0:2-Satzrückstand epische Fünfsatzschlachten gewonnen und sich damit ein Highlight-Duell mit Superstar Roger Federer verdient. Stattdessen musste Struff schon am Donnerstagmorgen erneut auf den Court. Im Doppel trat er an der Seite des Japaners Ben McLachlan an.

Allerdings hat der 28-Jährige an den ersten Tagen beim Rasen-Höhepunkt in London ja schon hinreichend unter Beweis gestellt, dass er körperlich absolut fit ist. Sowohl zum Auftakt gegen den Argentinier Leonardo Mayer als auch am Mittwoch gegen den kroatischen Aufschlaghünen Ivo Karlovic, der ihm 61 Asse um die Ohren donnerte, musste Struff über die volle Distanz gehen - und schaffte beide Male eine erfolgreiche Wende.

Duell gegen Federer als Belohnung

Zur Belohnung für den hart erkämpften 6:7, 3:6, 7:6, 7:6, 13:11-Erfolg am Mittwochabend gegen Karlovic darf sich Struff nun auf ein Drittrunden-Duell mit Rasen-König Federer freuen. Ein Duell auf der ganz großen Wimbledon-Bühne mit dem, wie er selbst sagt, "größten Spieler aller Zeiten". "Ich habe die Auslosung gesehen und habe mir gewünscht, dass ich dieses Match bekomme", bekannte Struff: "Ich freue mich megamäßig darauf."

Den Centre Court von Wimbledon kennt er bislang nur als Zuschauer, dem großen Federer hat er jedoch bereits zweimal gegenübergestanden. Zuletzt im Januar in Runde zwei der Australian Open, als er den Schweizer immerhin im dritten Satz in einen Tiebreak zwang. "Ich hatte damals einen guten Plan", meinte Struff, erinnerte sich aber gleichzeitig auch an die erste Begegnung 2016 beim Rasenturnier in Halle: "Damals habe ich gerade einmal zwei Punkte bei seinem Aufschlag gemacht."

Struff: "Werde meine Chance bekommen"

Dass seine Aussichten auf einen Erfolg gegen den achtmaligen Wimbledon-Champion überschaubar sind, ist Struff dementsprechend bewusst. "Ich denke aber trotzdem, dass ich", sagte er und muss dann selbst erst einmal tief durchatmen, "irgendwie meine Chancen bekommen werde." Sollte er dennoch die ersten beiden Durchgänge verlieren, weiß er nun allerdings zumindest um seine Comeback-Qualitäten. "Wenn ich 0:2 zurückliege, muss ich vielleicht mal kurz schmunzeln", sagte er mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Seit 2009 ist Struff Profi. 20-mal trat er seitdem im Hauptfeld von Grand-Slam-Turnieren an, verlor dabei 14-mal in der ersten und fünfmal in der zweiten Runde. Nun schaffte er erstmals den Sprung in Runde drei. Zu verlieren hat er gegen Federer also wahrlich nichts. Erst recht nicht in dessen Wohnzimmer in Wimbledon.

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