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Andrea Petkovic steht als einzige Deutsche in der dritten Runde der French Open.
Andrea Petkovic steht als einzige Deutsche in der dritten Runde der French Open. © Getty Images
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Paris - Andrea Petkovic steht als einzige Deutsche in der dritten Runde der French Open in Paris. Bereits jetzt schon plant sie für die Zeit nach ihrer Karriere.

Es ist schon etwas überraschend, dass Andrea Petkovic tatsächlich noch da ist. Dass sie nun die dritte Runde der French Open spielen wird. Und nicht etwa Angelique Kerber. Oder Julia Görges.

Nein, es ist Petkovic (31), die als einzige der zunächst sieben deutschen Frauen noch auf die Anlage am Bois de Boulogne kommen kann. Und sie glaubt, dass das noch eine Weile so bleiben könnte.

"Ich traue mir das zu", sagte Petkovic nach ihrem schwer erkämpften 4:6, 6:3, 8:6 gegen die Taiwanerin Hsieh Su-Wei, als Nummer 25 der Weltrangliste fürwahr keine Laufkundschaft. Was sie damit sagen wollte: Sie traut sich zu, noch einen Schritt weiterzugehen.

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Ihre nächste Gegnerin heißt Ashleigh Barty (Australien) und ist Achte der Weltrangliste. Aber Petkovic, auf Position 69 geführt, juckt das nicht.

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Petkovic: "Glaube an mich"

Es ist überraschend, dass Petkovic so weit gekommen ist. Gut, auch im Vorjahr hat sie in Roland Garros die dritte Runde erreicht, aber besser war sie bei den Grand Slams zuletzt 2014, als sie, ebenfalls in Paris, im Halbfinale stand.

Ihr letztes Turnier hat sie 2015 gewonnen, nun sagt sie: "Ich glaube an mich", daher sei sie auch "nicht überrascht", eine Spielerin wie Hsieh besiegt zu haben.

Es ist allerdings auch überraschend, dass Petkovic überhaupt noch spielt. Verletzungen, Formkrisen, depressive Verstimmungen - es gibt so gut wie nichts, was sie ausgelassen hat in ihrer Karriere.

Hoffnung auf Sieg gegen Barty

Nun aber traut sie sich wieder Siege zu wie gegen Barty, auch, weil sie gegen eine Gegnerin wie Hsieh in den entscheidenden Momenten "mentale Stärke gezeigt" hat. Es schadet auch nicht, dass Petkovic weiter einen unbändigen Siegeswillen hat.

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Davon abgesehen ist es ja überraschend, dass Petkovic überhaupt noch Zeit findet, Tennis zu spielen. Sie hat unter anderem, aber vor allem das Schreiben für sich entdeckt. Sie verfasste eine Kolumne für das Magazin der Süddeutschen Zeitung - passender Titel: "30-Love".

Für die Sonntagszeitung der Frankfurter Allgemeinen schrieb sie zuletzt über den Rücktritt von Dirk Nowitzki oder über Serena Williams, für das tennis-Magazin über Steffi Graf.

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Petkovic spricht über Karriereende

Petkovic schreibt außerdem nach wie vor an einem "fiktiven Tatsachenroman", der so eine Art "künstlerische Biographie" werden soll.

Im vergangenen Herbst hat sie sich dafür gleich über Wochen nach New York zurückgezogen, aus Gründen der Inspiration. Drei Stunden pro Tag schrieb sie, mehr, hat sie erstaunt erkannt, schaffte sie nicht. Das Werk soll im Herbst 2020 erscheinen - und damit in der Endphase ihrer sportlichen Karriere.

Es sollte nicht überraschen, wenn Petkovic nicht mehr oft in Roland Garros zu sehen ist. Dieses und nächstes Jahr, verriet sie, wolle sie noch spielen, sofern sie gesund bleibe. Der Gedanke daran, glaubt sie, mache sie lockerer - und damit erfolgreich.

"Was mir auf jeden Fall ganz viel Entspannung gibt, ist, dass das Ende naht", erläuterte sie. "Es macht mir mehr Spaß als jemals zuvor, aber ich habe nicht mehr diesen Druck."

Petkovic bald beim Fernsehen?

Niemand sollte außerdem überrascht sein, wenn Petkovic bald auch auf der anderen Seite der Fernsehkameras auftaucht. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wird sie künftig beim ZDF sonntags eine Sportsendung moderieren.

"Es ist noch nichts unterschrieben, aber ich hatte schon ein Casting und wir sind in Gesprächen und Verhandlungen", bestätigte sie der SZ. Ursprünglich hätte sie bereits im vergangenen Jahr mit der Moderation beginnen sollen, es habe, berichtete Petkovic, nur nicht in ihren Zeitplan gepasst.  

Das Casting beim ZDF sei übrigens anders verlaufen als geplant, berichtete Petkovic der SZ: "Ich sollte vom Prompter ablesen, aber das lief nicht so. Irgendwann haben wir gemerkt: Ich mache es Freestyle. Das klappt besser."

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