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Fast ein Jahr ist es her, dass Angelique Kerber sich in Wimbledon zur Tennis-Königin krönt. Selbstbewusst kündigt sie an, ihren Titel verteidigen zu wollen.

Das Vorbereitungsprogramm der deutschen Wimbledon-Hoffnungen konnte unterschiedlicher kaum sein.

Während sich Angelique Kerber mit etlichen starken Auftritten in Mallorca und Eastbourne den Feinschliff für ihre "Mission Titelverteidigung" holte, gönnte sich Alexander Zverev nach zehn Turnieren in elf Wochen eine kleine Tennis-Pause. Große Ambitionen hegen vor dem Beginn des Grand-Slam-Klassikers am Montag beide - auch wenn die Ziele durchaus verschieden sind.

Denn während Zverev auch in diesem Jahr zunächst auf seinen endgültigen Durchbruch auf Major-Ebene hofft, ist Kerber in der Rolle der Gejagten und eine der Top-Favoritinnen. Nach einer vor allem durch Krankheit und Verletzungen völlig verkorksten Sandplatzsaison fand die 31-Jährige zuletzt immer mehr zu ihrer Form. Vor der Rückkehr auf den heiligen Rasen in Wimbledon verkündet sie deshalb auch ganz selbstbewusst: "Ich will meinen Titel verteidigen."

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Kerber und Zverev mit unterschiedlichen Vorzeichen in Wimbledon

Die Auslosung bescherte Kerber am Freitag ein deutsches Duell mit Tatjana Maria in Runde eins, anschließend jedoch einen harten Weg zum erneuten Titel. Zverev bekommt es zunächst mit Jiri Vesely aus Tschechien zu tun.

Die Rückkehr auf ihren Lieblingsbelag Gras hatte Kerber zuletzt beflügelt. "Ich habe mich schon nach den ersten Trainingseinheiten wieder wie zu Hause gefühlt", sagte sie: "Der Plan war viele Matches zu haben, es als Training zu sehen." Ein Plan, der offensichtlich funktionierte. Beim Turnier auf Mallorca erreichte Kerber das Halbfinale, steigerte sich in dieser Woche in Eastbourne erneut und bescherte sich damit weitere Test-Einheiten. 

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Deutlich weniger optimal verlief die Vorbereitung bei Zverev. Das ATP-Turnier in Stuttgart, für das er sich unmittelbar nach seinem Viertelfinal-Aus bei den French-Open kurzfristig angemeldet hatte, war nach einer Auftaktniederlage gegen Dustin Brown schnell beendet. In Halle/Westfalen scheiterte er eine Woche später im Viertelfinale. Zudem machten ein Bluterguss und eine geschwollene Sehne im linken Knie einige Probleme.

Zverev gönnte sich daraufhin "zwei, drei Tage Pause" in seiner Wahlheimat Monte Carlo, ehe er sich frühzeitig auf den Weg nach London machte. Bei den French Open hatte er sich zuletzt gegen die Kritik der Tennis-Granden Boris Becker, John McEnroe und Mats Wilander, er würde sein Spiel nicht weiterentwickeln, gewehrt (Zverev: "Schwachsinn"). Um die Zweifler endgültig zum Schweigen zu bringen, braucht er aber vor allem gute Ergebnisse bei den Grand Slams.

Deutsches Doppel rechnet sich gute Chancen aus

Gute Ergebnisse peilen im Schatten der beiden Aushängeschilder Kerber und Zverev derweil auch zwei weitere Deutsche an. Julia Görges, im Vorjahr bereits im Halbfinale, zeigte nach einem bislang mehr als durchwachsenen Jahr mit dem Finaleinzug in Birmingham, dass auf Rasen wieder mit ihr zu rechnen ist. Und Jan-Lennard Struff spielt in diesem Jahr ohnehin konstant auf hohem Niveau. Nach dem Halbfinal-Einzug in Stuttgart sind ihm auch in Wimbledon einige Runden zuzutrauen.

Und dann ist da ja noch das Doppel, wo Deutschland nach dem sensationellen French-Open-Triumph von Kevin Krawietz und Andreas Mies plötzlich ebenfalls aussichtsreiche Kandidaten im Rennen hat. Die Doppelkonkurrenz erhält in diesem Jahr ungewohnt viel Aufmerksamkeit, weil dort der zweimalige Olympia- und Wimbledonsieger Andy Murray sein vielbeachtetes Comeback feiert.

Die deutschen Helden von Paris glauben dennoch an ihre Chance: "Es gibt im Doppel keine Topfavoriten. Dafür sind die Unterschiede einfach zu gering. Alles ist möglich", sagte Mies.

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