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Alexander Zverev trifft am Freitag im Australian-Open-Halbfinale auf Dominic Thiem. Wie seine Chancen stehen, schätzt Ex-Profi Patrik Kühnen ein.

Erstmals steht Alexander Zverev im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers.

Für den 22-Jährigen ist es neben seinem Sieg bei den ATP-Finals 2018 der Höhepunkt einer hoffnungsvollen, aber immer wieder von Rückschlägen geprägten Karriere. Zweimal stand er schon im French-Open-Viertelfinale, der Sprung unter die letzten vier glückte jedoch nie. (Australian Open, Halbfinale: Alexander Zverev - Dominic Thiem, ab 09.30 Uhr im LIVETICKER)

Damit ist am Freitag Schluss. Zverev, der im Viertelfinale nach Satzverlust aufdrehte und Stan Wawrinka im Sturm besiegte, duelliert sich mit Dominic Thiem um den Einzug ins Australian-Open-Finale, wo bereits Novak Djokovic wartet. Der Serbe schlug den angeschlagenen Roger Federer glatt in drei Sätzen. (Hier zum Spielplan der Australian Open 2020)

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Kühnen räumt Zverev Chancen ein

Wie hoch sind die Chancen, dass es Zverev ist, der sich mit Djokovic um die Krone messen kann? Der Ex-Profi und einstige Wimbledon-Viertelfinalist Patrik Kühnen attestiert dem gebürtigen Hamburger eine neue "Reife und Erfahrung".

"Ich habe alle Matches gesehen. Wie er sich in Melbourne präsentiert, ist wirklich ganz, ganz hervorragend", erklärte Kühnen im Gespräch mit SPORT1. "Die Leistung, die er bis jetzt gebracht hat, mit einem einzigen Satzverlust bis ins Halbfinale vorzustoßen, finde ich wirklich enorm."

Und wie sieht es gegen Thiem aus, der Rafael Nadal in vier Sätzen niederrang? "Mit dem Selbstvertrauen, das er jetzt mitbringt, hat er auch Chancen, ins Finale zu kommen", sagte Kühnen, fügte jedoch an: "Auch wenn Dominic Thiem mehr Erfahrung hat, was die Grand-Slam-Turniere anbelangt."

Thiem körperlich stark

Tatsächlich stand Thiem, dessen Stärke das "gesamte Spiel, sein komplettes Spiel" sei, bereits zweimal im French-Open-Finale gegen Nadal, zweimal musste er den Kürzeren ziehen. In Melbourne hingegen schaffte der 26-Jährige es nie über das Achtelfinale hinaus.

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"Er hat kaum Schwächen", analysierte Kühnen bei SPORT1. "Vor allem auch die körperliche Fitness ist bei ihm hervorzuheben, wenn man jetzt mal das Duell gegen Nadal betrachtet, bei dem er vier harte Sätze spielen musste, von Anfang bis Ende aber auf allerhöchstem Niveau agiert hat. Dominic Thiem ist enorm stark, wenn er Zeit hat, seine schnellen und harten Schläge anzubringen."

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Also doch Vorteil Thiem? Nicht ganz. Zverev habe in puncto Regenerationszeit einen Vorteil, denn Thiems "Spiel gegen Nadal war schon sehr hart." Zverev habe da "ein kleines Plus, und das sind solche Nuancen, die einen Ausschlag geben können", meinte der Turnier-Direktor der BMW Open, bei denen auch Zverev in diesem Jahr wieder antreten wird.

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Zusammenfassend gehe es für den Deutschen darum, "sein offensives Spiel durchzubringen, seine Aufschlagquote zu halten." Dann sei alles möglich, auch ein Triumph über Djokovic im Finale, sagte Kühnen - und fand fast väterliche Worte für den Weltranglistensiebte: "Wie er den ersten Satz gegen Wawrinka abgehakt hat, steht für mich sinnbildlich für die Weiterentwicklung des Alexander Zverev."

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