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Melbourne - DTB-Chefin Barbara Rittner nennt Gründe für das Fiasko der deutschen Frauen bei den Australian Open - und vermisst Durchhaltevermögen. Anke Huber widerspricht.

Eigentlich wollte Barbara Rittner die ganz düsteren Szenarien gar nicht unbedingt heraufbeschwören.

Die DTB-Frauen-Chefin dürfte nur allzu gut wissen, dass Draufhauen wenig zielführend für das deutsche Frauen-Tennis ist, zumal es eh schon am Boden liegt nach gerade einmal einer Woche bei den Australian Open. (Australian Open 2021 von 8. bis 21. Februar im LIVETICKER)

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Von den ohnehin nur vier deutschen Starterinnen ist nach dem Aus von Angelique Kerber, Andrea Petkovic, Laura Siegemund und zuletzt eben auch Mona Barthel in der 2. Runde keine mehr im Turnier. Ein derart bittere Bilanz hatte es zuletzt vor elf (!) Jahren bei den French Open gegeben.

Ursachenforschung ist also angesagt - wieder mal. Schlimmer noch: Ein Desaster dieser Art mag keine Eintagsfliege bleiben, "es kann auch mal sein, dass wir bei Grand Slams nur ein, zwei oder drei deutsche Spielerinnen dabei haben", sagte Rittner bei Eurosport.

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Barbara Rittner: Youngster ohne Durchhaltevermögen

Denn: Hinter einer Goldenen Generation von Tennisspielerinnen "klafft eine Lücke", zu der denn auch Rittner einigermaßen kritisch wird.

"Die Generation hinter Kerber, Lisicki, Petkovic und Görges hatte kein Durchhaltevermögen", erklärte die 47-Jährige dazu bei Bild. "Angie und die anderen waren total fokussiert. Heute ist die Ablenkung, besonders durch soziale Netzwerke, riesig."

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Anke Huber widerspricht Rittner: Liegt nicht an Social Media

Facebook, Twitter und Instagram also mit als ein gravierender Faktor des Misserfolgs? Das mag Anke Huber so allein nicht für sich stehen lassen. (NEWS: Alles zum Tennis)

Die ehemalige Nummer 4 der Weltrangliste entgegnete dazu bei Bild: "Social Media haben die Mädels anderer Länder ja auch. Die kennen das nicht anders. Ich denke, man braucht das richtige Team, den richtigen Trainer und viel Fingerspitzengefühl. Viele gute Profis auf einen Schlag zu haben, ist auch Glückssache."

Womit Huber nicht ganz falsch liegen mag. Dennoch ist eine nachfolgende Generation an erfolgversprechenden Spielerinnen nicht in Sicht.

"Ganz ehrlich: Ich sehe bis zur U13 hinunter keine Überfliegerin", so Huber weiter. Und auch Rittner fügte an: "Wenn wir in 20 Jahren wieder eine Grand-Slam-Siegerin haben, wäre das schon gut."

Während Kerber und die ihre Abschiedssaison spielende Petkovic jeweils schon 33 Jahre alt sind, befinden sich auch Siegemund (32) und Barthel (30) im Herbst ihrer Karriere. Görges (32), Halbfinalistin in Wimbledon, ist bereits zurückgetreten.

Und: In der Weltrangliste sucht man unter den 120 Besten vergeblich eine DTB-Akteurin, die jünger als 25 wäre. (SERVICE: die WTA-Weltrangliste)

Die 25 Jahre alte Carina Witthöft, von den Experten einst mit Top-5-Potenzial bedacht, pausiert seit zwei Jahren wegen Motivationsproblemen. Jule Niemeier (21) wiederum kämpft häufig mit Verletzungssorgen.

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