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München - Seit 2017 jagt Serena Williams ihrem 24. Grand-Slam-Titel hinterher. Nach der Pleite im Halbfinale von Melbourne bricht sie in Tränen aus. Folgt bald der Rücktritt?

Für einen ganz kleinen Moment hielt Serena Williams nach ihrer Halbfinal-Niederlage bei den Australian Open inne.

Beim schweren Gang raus aus der Rod-Laver-Arena legte die US-Amerikanerin ihre Hand aufs Herz – und winkte den Fans zu. Und das länger, als es sonst nach Pleiten der Fall ist.

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Die Verabschiedung der 39-Jährigen wirkte wie ein Abschied für immer, und dieser Eindruck wurde auf folgenden Pressekonferenz nur noch weiter bestärkt.

"Das war's", schluchzte Williams in Richtung der Reporter und brach den Medientermin nach nur drei Minuten plötzlich weinend ab.

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Serena Williams bricht PK ab

Augenblicke zuvor hatte sie die Frage eines Journalisten, ob dies ihr letzter Auftritt in Melbourne gewesen sein, noch lächelnd mit den Worten "Ich weiß es nicht" beantwortet: "Wenn ich mich irgendwann mal verabschiede, würde ich es keinem verraten."

Während am Hals der 23-maligen Grand-Slam-Siegerin eine Kette mit der Aufschrift "Queen" funkelte, erweckte das Duell zwischen Williams und Naomi Osaka den Eindruck, der langjährige Platz auf dem Tennis-Thron sei inzwischen neu besetzt.

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Mit kraftvollem, fast fehlerlosem Tennis und dem Killerinstinkt im richtigen Moment zeigte die Japanerin all das, was einst ihre Konkurrentin auszeichnete. In allen Belangen war Osaka einen Tick besser, chancenlos war Williams deshalb aber keineswegs. 

"Ich hatte Gelegenheiten, ich hätte gewinnen können", haderte sie hinterher: "Aber ich habe einfach so viele Fehler gemacht, zu viele leichte Fehler."

Naomi Osaka aktuell stärker als Serena Williams

Während Osaka alle vier Breakchancen nutzte, konnte Williams nur zwei von sieben für sich entscheiden. In Kombination mit vielen unnötigen Fehlern eine fatale Mischung.

In ihrer Karriere stand die Amerikanerin bereits in 33 Grand-Slam-Endspielen. Dass ihr der Einzug in Finale Nummer 34 nicht glückte, sorgte für große Emotionen.

Seit Januar 2017 läuft die US-Amerikanerin einem großen Ziel hinterher: dem 24. Grand-Slam-Titel. Bislang gelang es lediglich der australischen Rekordhalterin Margaret Court, die inzwischen wegen homophober Aussagen stark in die Kritik geraten ist, diese Marke zu erreichen.

Doch während die Tennis-Fans vor vier Jahren noch fest daran glaubten, dass Williams diesen Rekord nicht nur einstellen, sondern auch übertreffen würde, schwinden die Hoffnungen immer mehr.

Kein Grand-Slam-Titel seit 2017

Rein sportlich gesehen gehört der US-Superstar, aktuell auf Rang elf der Welt, noch zu den Top 5 der Spielerinnen. Vor allem läuferisch präsentierte sie sich in Melbourne stark wie lange nicht. Und doch reicht es zurzeit nicht mehr für den ganz großen Erfolg - vor allem, weil an Naomi Osaka gerade auf dem Hartplatz kaum ein Weg vorbeiführt.

Im Januar 2017 feierte Williams, damals bereits schwanger mit Töchterchen Olympia, mit dem Triumph bei den Australian Open ihren bis dato letzten Grand-Slam-Titel. Seitdem setzte es 2018 und 2019 in den Endspielen von Wimbledon und New York insgesamt vier Pleiten.

Von einem magischen 24. Titel sei Williams dennoch "nicht besessen", betonte Coach Patrick Mouratoglou: "Braucht sie diese Bestätigung? Ich denke nicht, dass sie diese Bestätigung braucht."

Ihre Emotionen vermitteln jedoch einen anderen Eindruck, vor allem weil die Zeit im Angesicht ihres 40. Geburtstages im September immer knapper wird. Bis dahin gibt es, wenn es die Coronapandemie zulässt, noch drei große Titel zu gewinnen.

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Becker kann sich baldigen Rücktritt vorstellen

Wie lange Williams ihre Jagd nach dem nächsten Grand-Slam-Titel fortsetzt, weiß womöglich nicht einmal sie selbst. Ein baldiger Rücktritt ist ebenso denkbar wie eine Teilnahme an den Australian Open im nächsten Jahr. Und doch wachsen die Zweifel.

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"Die Bilder sprechen Bände. Ich habe sie noch nie weinend auf einer PK gesehen und noch nie gesehen, dass sie eine PK abbricht. Vielleicht kommen die Gedanken hoch: 'War es die letzte Reise nach Melbourne?'", meinte Eurosport-Experte Boris Becker.

"Sie hat dieses Jahr noch drei Grand Slams zu spielen. In Paris sehe ich sie nicht, aber in Wimbledon und bei den US Open ist sie für mich nach wie vor ganz vorne. Ich glaube, dass sie zum ersten Mal wirklich nachdenkt: Wie lang geht es noch?", erklärte die Tennis-Legende.

Unabhängig davon, ob sie 2022 noch einmal in Melbourne aufschlägt, richtete die Tennis-Queen an ihre australischen Fans bereits jetzt rührende Worte. "Ich liebe euch. Ich liebe euch. Ich liebe euch. Ich verehre euch", schrieb Williams nach ihrer Niederlage in den Sozialen Netzwerken.

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