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Carina Witthöft vermisst das Leben im Tenniszirkus überhaupt nicht und bemängelt den Umgang der Kolleginnen mit ihr. Auch den Tagesablauf habe sie satt.

Carina Witthöft hat harte Kritik an der Lebensweise der Tennisprofis geübt.

Die Hamburgerin zog sich im Frühjahr vorerst aus dem professionellen Tennis zurück und geht seither in der 2. Bundesliga für den Club an der Alster an den Start. Seither stürzte die 24-Jährige von den Top 50 auf Platz 387 in der Weltrangliste ab.

Die immer gleichen Abläufe auf dem Tennisplatz will Witthöft nicht mehr erleben. "Morgens auf die Anlage, Stunde Training, Mittag essen, noch mal eine Stunde Training, Dinner - das war es dann", fasst sie ihren Tagesablauf im Spiegel zusammen.

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Auch das ständige Reisen und Treffen der anderen Spielerinnen in den Hotels gefalle ihr nicht, auch die Kolleginnen seien schließlich Rivalen im Kampf um den Erfolg. "Du bist die ganze Zeit umgeben von Menschen, die dir gar nichts gönnen. Man hat die ganze Zeit diese negative Energie."

Rittner bemängelt Witthöfts Durchhaltevermögen

Nach dem Rückzug Witthöfts aus dem Profigeschäft hatte es eine Menge Kritik gegeben. Barbara Rittner, Head of Women's Tennis beim Deutschen Tennisbund, bemängelte fehlendes Durchhaltevermögen, "das die Generation davor hatte. Carina Witthöft hat immer gesagt: Nein, mein Hamburg möchte ich nicht verlassen." Sie habe sich nicht aus der Komfortzone gewagt.

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Witthöft bezeichnete diese Zitate bei Twitter als "respektlose Behauptungen" und wütete gegen Rittner: "Das letzte persönliche Gespräch ist über ein Jahr her. Wenn man solche Aussagen über Spielerinnen trifft, sollten sie wenigstens der Wahrheit entsprechen. Respekt und Unterstützung in schwierigen Zeiten? Fehlanzeige!"

Trainingsstunden an der Tennisschule

Witthöft hatte sich zurückgezogen, weil "ich mich physisch und mental nicht bei hundert Prozent fühle, um konkurrenzfähig zu sein." Sie könne verstehen, "dass die Leute sich fragen, wie es mit meiner Zukunft weitergeht. Es ist nun mal ein bisschen in der Schwebe, wann und ob ich zurückkomme."

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Mit ihrem neuen Leben ist die Hamburgerin, die im vergangenen August noch vor 20.000 Zuschauern bei den US Open gegen Serena Williams, antrat, sehr zufrieden. Sie gibt an der Tennisschule ihres Vaters Trainingsstunden für Amateure und hat dabei "großen Spaß. Ich kann den Leuten weiterhelfen, davon bin ich überzeugt."

Witthöft genießt neues Leben

Die junge Frau postet regelmäßig auf Instagram Bilder von Ausflügen mit Freunden und der Familie sowie beim Ausüben anderer Sportarten wie Skilaufen oder Stand-up-Paddeln. "Ich interessiere mich eben für viele Dinge, für Mode zum Beispiel", erklärt sie.

Dass sie - wie ein Wirtschaftsportal vor einigen Monaten berichtete - in eine "Influencer-Falle" geraten sei, ist für die Tennisspielerin falsch. "Es geht niemanden etwas an, was für Entscheidungen ich treffe. Ich trage am Ende die Konsequenzen." Der Rückzug "war jetzt in diesem Moment definitiv die richtige Entscheidung."

Im deutschen Damen-Tennis gibt es ein massives Nachwuchsproblem, keine Spielerin unter 29 Jahren steht in den Top 100 der Weltrangliste.

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