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München - Der Rekord-Poker um Jadon Sancho zwischen dem BVB und ManUnited steht vor der Auflösung. In der Vergangenheit hat sich United schon öfters verzockt.

Der Tag X im Transfer-Poker um Jadon Sancho naht.

Am morgigen Montag ist der von Borussia Dortmund selbst ausgerufene "Deadline Day", am Tag des Aufbruchs ins Trainingslager nach Bad Ragaz soll die Zukunft des englischen Ausnahme-Offensivspielers geklärt sein.

Der BVB will bis dahin entweder 120 Millionen Euro Ablöse von Manchester United sehen - oder fix mit dem Verbleib des 20-Jährigen planen.

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Obwohl Sancho am Wochenende mit einem Party-Besuch in England für Wirbel sorgte, der einen sich anbahnenden Transfer nahelegt, scheint es eng zu werden mit der Annäherung. Aber womöglich ist der Schachzug mit dem Stichtag kein ungeschickter: ManUnited hat sich in den vergangenen Jahren schon oft zu teuren bis überteuerten Deals hinreißen lassen.

Für Sancho, der zum teuersten United-Einkauf aller Zeiten werden könnte, ist das nicht unbedingt ein gutes Omen. Die "Red Devils" sind mit ihren Prestige-Transfers einige Male auf die Nase gefallen und haben dabei zig Millionen Euro unnötig verschleudert.

SPORT1 blickt auf die prominentesten Fälle zurück.

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Juan Sebastián Verón (2001/02, 42,6 Millionen Euro):

Lionel Messis ehemaliger Mittelfeldkollege in der argentinischen Nationalmannschaft war unbestritten einer der besten Fußballer seines Landes - ManUnited hatte allerdings wenig davon. Für eine Ablöse, die zur damaligen Zeit ein noch viel größeres Statement als heute war, kam Verón von Lazio Rom, wo er im Jahr zuvor Garant des Meistertitels war. Im Team von Sir Alex Ferguson blieb er aber weit unter seinen Möglichkeiten, wurde 2003 für die Hälfte der Einkaufssumme zum FC Chelsea veräußert, wo er ebenfalls floppte.

Juán Sebastian Verón erfüllte bei Manchester United die Erwartungen nicht
Juán Sebastian Verón erfüllte bei Manchester United die Erwartungen nicht © Getty Images

Verón fand erst bei Inter Mailand und später in der Heimat wieder zu alter Form, 2008 und 2009 wurde er Südamerikas Fußballer des Jahres.

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Ángel Di María (2014/15, 75 Millionen Euro):

Der Flügelstürmer von Real Madrid war das teuerste Antrittsgeschenk für den damals neuen Coach Louis van Gaal – und wurde zu einem der größten Fehlschläge der Klubgeschichte: Nach vielversprechendem Beginn mit drei Toren in den ersten fünf Ligaspielen kam nichts mehr.

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Ángel Di María und Jorgelina Cardoso sind seit 2011 verheiratet © Getty Images

Der Argentinier kam nicht mit van Gaal aus, fühlte sich in England nicht wohl, seine Frau Jorgelina Cardoso noch weniger: "Ich mochte nichts dort, gar nichts! Die Frauen waren alle bleich und spießig, das Essen ekelhaft", ätzte sie vor kurzem in einer Talkshow. Ihr Mann zog nach einem Jahr zu Paris Saint-Germain weiter, mit zwölf Millionen Euro Verlust.

Paul Pogba (2016/17, 105 Millionen Euro):

Ein Transfer-Flop im eigentlichen Sinne ist der französische Mittelfeld-Star nicht, wenngleich auch er seine Tiefen erlebte. Was den bis heute geltenden Rekord-Deal von ManUnited so zwiespältig macht, ist seine Vorgeschichte: Pogba spielte schon in der Jugend am Old Trafford, wechselte 2012 dann aber ablösefrei zu Juventus Turin, weil er dort bessere Perspektiven sah. Ferguson hatte nichts dagegen, empfand Pogba als Problemkind, das "uns keinen Respekt gezeigt hat".

Paul Pogba als Jugendspieler bei Manchester United
Paul Pogba als Jugendspieler bei Manchester United © Getty Images

Bei Juve spielte sich Pogba dann aber so ins Rampenlicht, dass er zum Prestige-Objekt wurde, das United mit dem damaligen Coach José Mourinho unbedingt wiederhaben wollte. Star-Berater Mino Raiola handelte die damalige Weltrekord-Ablöse aus – und 26 Millionen, die er für seine Mühen erhielt. Ob es das alles wert war? Die Geister scheiden sich.

Henrikh Mkhitaryan (2016/17, 42 Millionen Euro):

Der armenische Regisseur von Borussia Dortmund, ebenfalls von Raiola betreut, fasste 2016 einen Entschluss, den ihm vor allem BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spürbar übel nahm: Er ging ebenfalls zu United - wo er die Erwartungen aber nicht erfüllte.

Henrikh Mkhitaryan wurde bei Manchester United nicht glücklich
Henrikh Mkhitaryan wurde bei Manchester United nicht glücklich © Getty Images

Nach nur eineinhalb Jahren tauschte der Klub ihn gegen einen Spieler ein, der sich als noch größerer Flop entpuppen sollte ...

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Der Chilene hatte beim FC Arsenal mit Mesut Özil ein kongeniales Offensiv-Duo gebildet. Seine Verpflichtung im Januar 2018 wurde mit dem Verkauf von Mkhitaryan verrechnet und taucht deswegen nicht weit vorn in den Rekordlisten auf. Wie viel Sánchez United wert war, lässt sich dafür am Gehalt ablesen: 28 Millionen Euro soll er pro Jahr kassiert haben.

Alexis Sanchez fiel bei Manchester United ins Bodenlose
Alexis Sanchez fiel bei Manchester United ins Bodenlose © Getty Images

Der Ertrag? Gering. Sánchez erlebte einen heftigen sportlichen Absturz, in 44 Pflichtspielen schoss er nur 5 Tore. Wurde 2019 zunächst an Inter Mailand verliehen und ging in diesem Sommer endgültig – ablösefrei!

Romelu Lukaku (2017/18, 84,7 Millionen Euro):

Der drittteuerste Spieler der United-Geschichte hinter Pogba und Harry Maguire (87 Millionen) war zwar weit davon entfernt, eine Enttäuschung wie Sánchez zu sein. 42 Tore in 96 Pflichtspielen waren keine schlechte Bilanz.

Romelu Lukaku vermisste bei Manchester United Wertschätzung
Romelu Lukaku vermisste bei Manchester United Wertschätzung © Getty Images

Dennoch wurde der belgische Stürmer bei United nicht glücklich, er ließ durchblicken, dass er nach dem Trainerwechsel von José Mourinho zu Ole Gunnar Solskjaer Wertschätzung vermisste. Lukaku wurde nach zwei Jahren mit 10 Millionen Euro Verlust zu Inter Mailand weiterverkauft.

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