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München - Die verpasste Meisterschaft stachelt Paris Saint-Germain offenbar zu großen Investitionen auf dem Transfermarkt an. Das spürt auch die europäische Konkurrenz.

Wegen einer LKW-Ladung Geld, die Paris Saint-Germain vor der Tür von Georginio Wijnaldum abgeladen habe, habe der Ex-Liverpooler nicht Nein sagen können.

Mit diesen blumigen Worten umschrieb die spanische Marca den Großangriff des französischen Topklubs auf dem Transfermarkt. Wijnaldum, der zuletzt auch mit dem FC Bayern und vor allem mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht wurde, ist dabei nur ein Puzzleteil des neuen PSG.

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Zugleich ist der 30-Jährige, der laut RMC Sport kurz vor der Unterschrift in Paris stehen soll, ein Beispiel für das aggressive Vorgehen des französischen Vizemeisters auf dem Transfermarkt. Die Marca schrieb in diesem Zusammenhang schon von einem "Transferterror".

PSG grätscht Barca bei Wijnaldum dazwischen

Denn eigentlich soll sich der Mittelfeldspieler nach seinem Vertragsende beim FC Liverpool schon mit Barca einig gewesen sein, sogar einen Termin für den Medizincheck habe es offenbar schon gegeben, doch dann grätschte PSG im letzten Moment dazwischen. Laut Mundo Deportivo soll ihm sein neuer Drei-Jahres-Vertrag in der französischen Hauptstadt jährlich acht Millionen Euro Gehalt einbringen und damit doppelt so viel wie Barca ihm angeboten hatte.

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Zuvor stand auch der FC Bayern in Kontakt mit Wijnaldum. Doch aufgrund des finanziellen Gesamtpakets war ein Wechsel des niederländischen Nationalspielers letztlich nicht zu realisieren.

Zwar ist Wijnaldum nach seinem Vertragsende beim FC Liverpool ablösefrei zu haben, doch mit Gehalt und Handgeld ist trotzdem noch ein ordentliches Paket zu stemmen. Etwa eine Wagenladung Geld, um im Bild zu bleiben.

PSG nimmt nächsten Anlauf auf Champions-League-Titel

Und in Zeiten, in denen viele Klubs die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie spüren und entsprechende Sparkurse fahren, kann der mit Millionen aus Katar subventionierte Klub aus Paris offenbar weiter kräftig investieren. 2011 wurde PSG bekanntlich von Qatar Sports Investments, Tochtergesellschaft des staatlichen Investmentfonds, aufgekauft und seitdem zum Topklub aufgepumpt.

Doch in der abgelaufenen Saison in der Ligue 1 hatte der vorherige Serienmeister sogar das Nachsehen gegenüber Überraschungs-Champion OSC Lille.

Das große Ziel, den Gewinn der Champions League, verpasste das Starensemble um Neymar, Kylian Mbappé und Co. zudem regelmäßig. Im Vorjahr war das Team bei der Finalniederlage gegen den FC Bayern nah dran, in diesem Jahr kam das Aus nach dem überstandenen Viertelfinale gegen die Münchner im Halbfinale gegen Manchester City.

"Fragen Sie jeden Spieler, was wir in der nächsten Saison anstreben und er wird Ihnen sagen: den Gewinn der Champions League. Das ist jedes Jahr unser Ziel, wir werden es nicht verstecken", betonte Klub-Boss Nasser Al-Khelaifi kürzlich in einem L'Équipe-Interview. Natürlich sei das nicht einfach, "aber wir werden nie aufhören, ehrgeizig zu sein".

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PSG-Boss Al-Khelaifi kündigt Offensive auf dem Transfermarkt an

Und auf die Frage, ob man große Verpflichtungen plane, betonte Al-Khelaifi lächelnd und in doppelter Ausführung: "Wir werden es tun!"

Zwar habe die Coronakrise auch PSG getroffen. "Aber dieser Transfermarkt wird aktiver sein als die vorherigen", sagte Al-Khelaifi mit Blick auf den Transfersommer. "Wir werden dabei sein, wir haben Ziele für diesen Sommer."

Ein erstes Signal war die langfristige Vertragsverlängerung mit Superstar Neymar bis 2025. Auch Mbappé, um den Real Madrid bislang vergeblich warb, soll sein 2022 auslaufendes Arbeitspapier möglichst bald ausdehnen. "Ich werde mich klar ausdrücken: Mbappé wird in Paris bleiben, wir werden ihn niemals verkaufen und er wird niemals umsonst gehen", betonte Al-Khelaifi. (Aktuelle News und Gerüchte im SPORT1-Transferticker)

Donnarumma vor Unterschrift - kommt auch ein Ex-Dortmunder?

Und das Team von Trainer Mauricio Pochettino, der zum Jahreswechsel Thomas Tuchel beerbte, soll weiter verstärkt werden. Neben Wijnaldum soll auch Gianluigi Donnarumma, der seinem Jugendklub AC Mailand ablösefrei den Rücken kehrt, unmittelbar vor der Unterschrift stehen.

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Laut Sky Sport Italia werde der italienische Nationaltorhüter in Kürze einen Fünf-Jahres-Vertrag bis 2026 unterzeichnen, der ihm ein Jahresgehalt von zwölf Millionen Euro einbringen soll. Milan hatte Donnarumma im Falle einer Vertragsverlängerung angeblich ein Gehalt von acht Millionen Euro jährlich geboten.

Auch mit dem früheren BVB-Flügelflitzer Achraf Hakimi soll sich PSG in fortgeschrittenen Gesprächen befinden, das berichtet die Gazzetta dello Sport. 60 Millionen Euro würde sich der französische Vizemeister die Verpflichtung des 22-Jährigen von Inter Mailand demnach kosten lassen.

Durchaus möglich, dass dies nicht die letzte Wagenladung Geld wäre, mit der PSG in diesem Sommer auf dem Transfermarkt unterwegs ist.

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