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Die Schwäbisch Hall Unicorns können den Rekord des THW Kiel brechen
Die Schwäbisch Hall Unicorns können den Rekord des THW Kiel brechen © football-aktuell.de/CS-Sportfoto
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Die GFL startet am Wochenende in eine neue Spielzeit. Titelverteidiger Schwäbisch Hall Unicorns kann eine Bestmarke des Handball-Bundesligisten THW Kiel knacken.

Start der GFL-Saison 2019 in Schwäbisch Hall: Am 27. April empfängt der Titelverteidiger ab 17 Uhr im heimischen Optima Sportpark die Marburg Mercenaries im GFL Season Opener 2019.

Das vorgezogene Auftaktspiel der deutschen Bundesliga im American Football soll für die Schwäbisch Hall Unicorns den 35. Sieg in Serie bringen. 2017 und 2018 waren die Haller jeweils ungeschlagen durch ihre 14 Punkt- und drei Play-Off-Spiele zum Triumph im German Bowl gekommen.

Der ist logischerweise auch 2019 das Ziel. Am 12. Oktober würden die Unicorns in der Frankfurter Commerzbank Arena im German Bowl XLI zu gern den Titel-Hattrick vollenden. Auf dem Weg dorthin könnten sie im Juni nun sogar die Handballer des THW Kiel überflügeln, die von 2011 bis 2012 einmal 40 Partien in Folge gewannen - die längste belegte solche Siegesserie im deutschen Mannschaftssport der letzten Jahrzehnte.

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Knacken die Unicorns Kiels Rekord?

Geht alles nach Plan, wäre Sieg Nummer 40 für die Unicorns am 1. Juni möglich, ausgerechnet im Auswärtsspiel beim Finalgegner von 2018 Frankfurt Universe. Der gilt trotz seiner finanziellen Schwierigkeiten der letzten Saison weiter als einer der größten Herausforderer der Unicorns in der GFL Süd. Nach vielen personellen Umstellungen in Frankfurt aber scheint die Favoritenrolle der Schwäbisch Haller in der Süd-Gruppe vor Saisonbeginn noch gefestigter als je zuvor.

Für Football-Trainer ist der Begriff "Favoritenrolle" ein absolutes Unwort, es gehört zum A und O ihres Jobs, ihren Spielern jeden Anflug von Überheblichkeit im Ansatz auszutreiben. Das Mantra vom "any given Sunday", an dem jedes Team jedes andere schlagen kann, sobald sich in dessen Reihen der Schlendrian einschleicht, ist allgegenwärtig.

Auch in Schwäbisch Hall, wo sich der Erfolg der letzten Jahre aus einem kontinuierlichen und überlegten Gesamtkonzept speist und wo man regelmäßig ja am Samstag statt am "Sunday" spielt, käme Head Coach Jordan Neuman nie auf den Gedanken, von sich aus vor einem Spiel über einen möglichen Sieg zu reden. "Marburg hat über den Winter sehr gutes Recruiting betrieben", weiß Halls Erfolgstrainer. Die Mercenaries "haben vier sehr gute Imports, und auch bei den deutschen und europäischen Spielern gibt es einige bemerkenswerte Neuzugänge."

Schwäbisch Hall verliert Stammspieler

Für die eigenen Reihen verweist man in Schwäbisch Hall vor Saisonbeginn eher auf die Verluste einiger langjähriger und verdienter Stammspieler, die ihre aktive Laufbahn nach dem German Bowl 2018 beendet hatten - Christian Rothe, Danny Washington, Matthias Urmes, Paul Sieffert und Daniel McCray haben ihre Football-Schuhe an den Nagel gehängt. Für ein Team, das vor allem vom langjährig eingespielten Zusammenhalt lebt, sind die Folgen schwer abzuschätzen.

Die Schwäbisch Hall Unicorns spielen zum Auftakt gegen die Marburg Mercenaries © football-aktuell.de/Miladinovic

Receiver Christian Hafels muss zudem wegen einer Armverletzung noch einige Wochen pausieren. Und vor allem: Marco Ehrenfried gab seinen Platz als Starting Quarterback nach dem Gewinn der Meisterschaft für die neue Saison frei. 82 Siege aus 90 Spielen holte er für sein Team in fünf Jahren. Nun geht für ihn der Hauptberuf vor - nicht mehr zu vereinbaren mit den Anforderungen an einen Quarterback eines GFL-Spitzenteams.

So wird Jadrian Clark nun den Angriff der Unicorns steuern. Clark, der 2017 Kirchdorf in der zweiten Liga zum Aufstieg führte und 2018 bei Rekordmeister Braunschweig erfolgreich gespielt hat, sei die richtige Wahl, betont Trainer Neuman. "Jadrian ist genau der Spieler, nach dem wir gesucht haben." Clark hat sich viel vorgenommen: "2019 soll das beste Jahr werden, das ich bisher hatte", sagt er.

Marburg erfolgreich gegen Zweitligist

Die ersten Eindrücke, die er im Vorbereitungsspiel der Unicorns gegen Solingen hinterlassen hat, waren durchaus vielversprechend. Die Unicorns siegten gegen den Zweitligisten standesgemäß mit 40:3. Der erste Punktspielgegner aus Marburg hatte in seinem Test beim Südzweitligisten in Darmstadt mit 40:6 mehr oder weniger die selben Erkenntnisse gesammelt.

Im letzten Jahr waren die Marburger eines der Teams im Aufwärtstrend in der GFL, entsprechend hat man sich für 2019 viel vorgenommen. Der Weg zurück zu den Verhältnissen des letzten Jahrzehnts, als Marburg und Schwäbisch Hall auf Augenhöhe in der GFL Süd den Ton angaben, dürfte allerdings weit sein.

Doch immerhin: Niemand außer Frankfurt hielt letztes Jahr im Süden gegen die Haller so gut mit wie die Marburger, die am Ende zwar punktgleich mit München die Playoffs verpassten, zu Hause gegen die Unicorns aber nur mit drei Punkten verloren.

2017 war man in Schwäbisch Hall auch schon bis auf einen Touchdown dran gewesen. "Die Paarung zwischen uns und den Marburg Mercenaries verspricht ein attraktives Spiel und ist damit der richtige Auftakt für die neue Saison", freut sich nicht nur der Unicorns-Vorsitzende Jürgen Gehrke auf den Startschuss zur GFL-Spielzeit 2019.

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