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Tyler Cooperwood will mit den Stuttgart Scorpions den Meister ärgern
Tyler Cooperwood will mit den Stuttgart Scorpions den Meister ärgern © credit: football-aktuell.de/Baumert
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Am 5. Spieltag der GFL steht das Spitzenspiel zwischen Meister Schwäbisch Hall und den Stuttgart Scorpions auf dem Programm. Die Rollen sind klar verteilt.

Spitzenspiel der fünften Woche in der GFL 2019 ist das Heimspiel von Meister Schwäbisch Hall Unicorns gegen den Nachbarn Stuttgart Scorpions. Jedenfalls laut Tabelle - die Haller rangieren da auf ihrem Stammplatz an Position eins der Süd-Gruppe. Stuttgart hat dieses Jahr seine drei Heimspiele zum Auftakt aber ebenfalls gewonnen und fährt als ungeschlagener Zweiter nach Schwäbisch Hall.

Schwäbisch Hall seit 38 Spielen ungeschlagen 

Doch wie viel Wahrheit steckt in der Tabelle? Stuttgart war letztes Jahr nur haarscharf am Abstieg vorbeigeschrammt, Schwäbisch Hall hat seit 2017 inzwischen 38 Spiele in Folge gewonnen, inklusive zweier German Bowls. Zum 50. Mal insgesamt treffen beide zu diesem Württemberg-Derby aufeinander. Exakt zehn Jahre ist es her, dass die Unicorns den Vizemeister von 2007 aus Stuttgart als Nummer eins im Südwesten überholten.

Und nicht mehr zurück blickten: Die Haller sind zum Dauergast in German Bowls geworden, nur 2012 gelang den Stuttgartern noch einmal ein Sensationssieg im Derby. Für dessen Jubiläumsauflage helten also auch diesmal, der Tabellensituation zum Trotz, die Schwäbisch Haller als klare Favoriten.

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Unterfüttert wird dies durch einen genaueren Blick auf die Tabelle: Auch die Unicorns haben bereits gegen die drei Auftaktgegner der Scorpions gespielt und natürlich gewonnen. Vor allem aber kassierten sie nur 21 Gegenpunkte in den drei Partien, die Scorpions mit 58 fast dreimal so viel. Was weiter die übliche Schwäche der meisten Unicorns-Herausforderer widerspiegelt: die Verteidigungsarbeit.

Tyler Cooperwood will mit den Stuttgart Scorpions den Meister ärgern
Tyler Cooperwood will mit den Stuttgart Scorpions den Meister ärgern © credit: football-aktuell.de/Baumert

Personallage bei Unicorns entspannt sich

Dabei war die Personalsituation bei den Unicorns noch angespannt, nun hat sie sich vor dem Spiel am Samstag verbessert. In der Defense rechnet man mit der Rückkehr von David Bada, Christian Köppe, Jan Klenk und German-Bowl-MVP Nikolas Knoblauch. Jerome Manyema, Aurieus Adegbesan und Julian Annerwall sollen in der Offense wieder einsetzbar sein.

Schwäbisch Halls Head Coach Jordan Neuman warnt indessen vor jeder Überheblichkeit: "Wir werden gegen das beste Scorpions-Team seit 2014 spielen! Stuttgart hat in den letzten Wochen mit viel Energie und Herz gespielt. Den Scorpions gelingt wieder vieles, was ihnen in den letzten Jahren nicht gelungen war, sie werden mit viel Selbstvertrauen in dieses Spiel gehen."

Neuzugänge der Scorpions schlagen ein

Das Selbstvertrauen schöpfen die Stuttgarter daraus, dass ihre US-Neuzugänge Tyler Cooperwood als Receiver und Marcus Bratton als Defensive Back oder Running Back Giacomo DePauli sich als absolute Top-Treffer entpuppten. Pro Spiel sind Cooperwood mit 126 Yards und DePauli mit 85 in ihren Kategorien jeweils statistisch Spitze in der Süd-Gruppe ebenso wie der gesamte Stuttgarter Angriff mit 423 Yards.

In der gesamten GFL haben mit knapp 490 Yards die Hildesheim Invaders die Nase in den Angriffs-Statistiken vorn. Auch bei ihnen sind es die US-Neueinkäufe, die voll eingeschlagen haben. Wobei dies in Hildesheim "mit Ansage" geschah, die Invaders setzen auf eine Reihe von altbekannten Spielern, die zuvor in anderen GFL-Klubs erfolgreich waren. Der dreimalige German-Bowl-MVP Casey Therriault liefert als Quarterback nun ab, was bestellt wurde.

David Bada von Schwäbisch Hall Unicorns
David Bada von Schwäbisch Hall Unicorns © credit: football-aktuell.de/Miladinovic

Am Sonntag wird der Ex-Braunschweiger nun erstmals wieder nach Berlin reisen, wo er seine größten Triumphe feierte. Die Invaders gastieren bei den Berlin Rebels, und der bislang so überzeugende Angriff könnte ähnlich wie der der Stuttgarter in Schwäbisch Hall der größten Gegenwehr bisher gegenüber stehen. Hildesheims Head Coach Matt LeFever sagt jedenfalls: "Wir müssen die vielen kleinen Fehler abstellen. Das dürfen wir uns in Berlin nicht erlauben."

Teammanager Dominic Mai weiß: "Die Rebels sind immer schwer zu spielen. Bislang konnten wir dort nicht viel mitnehmen." Die Rebels-Defense baut sich um US-Linebacker Rory Johnson auf, der auch in seiner zehnten Saison in Deutschland für jeden Quarterback brandgefährlich ist und sich gerade gegen Therriault einiges vorgenommen hat. Allerdings haben die Berliner in den ersten Spielen Federn lassen müssen. Wollen sie gegen die neue Hildesheimer Star-Truppe bestehen, wird der Angriff um Quarterback Terrell Robinson und die Running Backs Chris Smith und Andreas Betza mehr Impulse liefern müssen.

Frankfurt setzt auf Ness

Je zwei US-Amerikaner sind in der GFL gleichzeitig auf dem Feld erlaubt, im Angriff sind dies überall der Quarterback und dazu entweder ein Receiver oder ein Running Back. Ein Team geht dieses Jahr einen anderen Weg, denn Vizemeister Frankfurt Universe hat vor dem Auswärtsspiel bei den Ingolstadt Dukes am Samstag seinen neuen Center am Frankfurter Flughafen begrüßen können: Andrew Ness, ehemaliger College-Spieler der Northern Illinois University und dort 56 Mal in Folge in der Startaufstellung, ein NCAA-Rekord.

Er soll nun gemeinsam mit Universe-Quarterback Steven Cluley einen neuen Maßstab für Stabilität im Angriffszentrum setzen. Auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Experiment, von dem sich Frankfurts Scouting-Chef Thomas Kösling aber einiges verspricht: "Die meisten Teams haben Probleme, eine wirklich starke Offensive Line zu stellen. Daher wollten wir diesen Weg erstmals gehen und für diese wichtige Position einen amerikanischen Importspieler holen." Er folgt damit konsequent einer Coaching-Philosophie, dass eben gerade die ersten Zehntelsekunden eines Angriffsspielzuges über technisch perfekte Block-Arbeit an der Linie und beim Anspiel des Balles den Erfolg ausmachen.

Rory Johnson von den Berlin Rebels in Aktion
Rory Johnson von den Berlin Rebels in Aktion © credit: football-aktuell.de/Dirk Pohl

In die Hände spielt den Frankfurtern dabei auch der Trend, dass viele europäische Receiver und Running Backs inzwischen locker mit den US-Amerikanern, die in die GFL wechseln würden, mithalten können und die deutsche Liga im American Football Europas in etwa die Rolle spielt wie die englische Premier League im Fußball: Wer etwas auf sich hält, will sich mindestens ein paar Jahre sportlich in ihr bewähren. Der Zustrom europäischer Spieler in die GFL-Kader erlaubt auch bei Universe daher solche neuen Ideen.

Und apropos England: Für Frankfurt, wo in dieser Saison nach den Finanz-Abenteuern des letzten Jahres auch streng auf die Kosten geachtet werden muss, war es ein Glücksfall, dass Ness nach einem gescheiterten Profi-Anlauf bei den Tennessee Titans sein Studium um ein Jahr auf der britischen Insel verlängerte und nun auf kurzem Weg eingeflogen werden konnte.

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