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Die Dresden Monarchs sichern sich in der GFL erneut Platz zwei, müssen dafür aber bis zur letzten Minute zittern. In der Süd-Staffel holt Stuttgart den letzten Playoff-Platz.

In letzter Minute haben es die Dresden Monarchs auch in diesem Jahr wieder auf Platz zwei der GFL Nord geschafft: Die Sachsen besiegten im entscheidenden Spiel die Berlin Rebels mit 20:14 und dürfen nun in zwei Wochen im Viertelfinale auf eigenem Platz die Marburg Mercenaries empfangen.

Der letzte zu vergebende Endrundenplatz in der Süd-Gruppe geht wie erwartet an die Stuttgart Scorpions. Die Schwaben verloren zwar in Ingolstadt mit 27:32, bleiben aber auf Rang vier, weil die Allgäu Comets bei Meister Schwäbisch Hall beim 8:51 keine Chance hatten.

Im Spitzenspiel in Dresden dauerte es buchstäblich bis in die letzte Minute, ehe die Würfel gefallen waren. Dabei gab es in der zweiten Hälfte gar keine Punkte, der 20:14-Halbzeitstand war auch das Endresultat. Dresden kam im dritten Viertel zwar zweimal nah an die Berliner Endzone heran, scheiterte aber in einem vierten Versuch und später an der dritten Interception des Spieles von Quarterback Glen Cuiellette.

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Berlin trifft im Viertelfinale auf Unicorns

Die letzte Chance hatten dann die Berliner, aber bei einem entscheidenden Pass spielten sie aus einer illegalen Formation heraus, sodass sie Sekunden vor Schluss immer noch 33 Yards von der Endzone entfernt waren. Im letzten Spielzug versuchten sie mit mehreren riskanten Ballabgeben alles - doch vergeblich. Für sie geht es nun im Viertelfinale wieder einmal zu den Schwäbisch Hall Unicorns, wo man bereits 2016 und 2017 ausgeschieden war.

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Fehlen werden Dresden und Berlin im Viertelfinale mit Verteidiger A.J. Wentland (Monarchs) und Running Back Andreas Betza (Rebels) wohl wichtige Spieler. Das Duell war hitzig, und nach einem Gerangel wurden beide schon in der ersten Hälfte des Feldes verwiesen. Mike Schallo hatte bis dahin die Dresdener bereits in Führung gebracht, Jordan Bouah danach auf 13:0 erhöht.

Beide Angriffsreihen hatten es über die gesamte Partie enorm schwer, Berlins erster Touchdown gelang der Defense, als Arek Cieslok einen Fumble des Dresdener Quarterbacks in der Endzone sicherte. Das 20:7 durch Cheikhou Sow konterten die Berliner zwei Sekunden vor der Pause durch Jason Harris zum 14:20 - doch mehr war für sie nicht drin, auch weil Quarterback Kurt Palandech mit vier Fehlwürfen noch größere Schwierigkeiten als der Spielmacher der Gastgeber hatte.

Da könnte in zwei Wochen in Schwäbisch Hall auf ihn einiges zukommen: Denn beim ungefährdeten 51:8-Erfolg gegen die Allgäu Comets stach bei den Unicorns ein Mann besonders heraus: Junior Nkembi fing gleich drei Kemptener Pässe ab, trug eine der Interceptions zum Touchdown zurück und brachte zusätzlich noch einen 85-Yard-Return nach einem Kickoff zu sechs Punkten für Hall in die Endzone zurück.

Junior Nkembi glänzte für die Unicorns
Junior Nkembi glänzte für die Unicorns © football-aktuell.de/Baumert

"Sowas habe ich in den letzten Jahren von keinem Spieler gesehen", lobte Halls Head Coach Jordan Neuman das Eigengewächs aus der Unicorns-Jugend. "Wir sind alle sehr stolz auf ihn und seine Entwicklung."

Auf den letzten Metern fielen die Allgäuer mit der erwarteten Niederlage noch hinter die Ingolstadt Dukes zurück. Die Dukes erreichten ihr Minimal-Saisonziel mit einem schwer erkämpften 32:27-Sieg gegen die Stuttgart Scorpions: Sie wurden bestes der vier bayerischen Teams in der Football-Bundesliga. "Das ist für mich extrem wichtig", machte Head Coach Eugen Haaf keinen Hehl aus seiner Genugtuung über einen Erfolg, den seinem Team nach der mit sieben Niederlagen ernüchternden Hinrunde niemand mehr zugetraut hatte.

Pfnür glänzt im letzten Spiel

Dennoch bleibt es ein Trostpreis, denn mit dem fünften Platz verpasst man die Endrunde. Dorthin kehrt der letztjährige Tabellenletzte aus Stuttgart zurück. Nach dem Verlauf der Partie in Schwäbisch Hall waren die Schwaben sich da bereits sicher, spielten dennoch in Ingolstadt zunächst mit vollem Einsatz und in Bestbesetzung. Das machte sich auch schnell bezahlt, denn sie gingen gegen unkonzentrierte Dukes ohne große Mühe mit 14:0 in Führung.

Anthony Mellas ersten Ingolstädter Touchdown konterten sie durch Quarterback Michael Eubank, der kurz vor der Halbzeitpause auf 21:7 erhöhte.

Mit einem völlig anderen Gesicht präsentierten sich die Dukes aber nach der Pause. Norman Schumm verkürzte auf 13:21, und dann kam die große Zeit von Valentin Pfnür. Die Dukes kamen aus kurzer Distanz fast an die Endzone, doch dort wurde Quarterback Cory Benedetto der Ball aus der Hand geschlagen, und Pfnür reagierte am schnellsten und sicherte den Ball in der Endzone.

Die Dukes waren bis auf 19:21 herangekommen. Dass ausgerechnet der Center für die Punkte sorgte, war ein besonderer Moment: Der gebürtige Passauer konnte in seinem letzten Spiel den ersten Touchdown seiner Laufbahn bejubeln, mit gerade 24 Jahren muss er nach dem Spiel verletzungsbedingt die Football-Schuhe an den Nagel hängen.

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Das Spiel wurde nach seinem Touchdown noch einmal richtig spannend, denn Benedetto brachte die Dukes nach einem spektakulären Lauf über das halbe Spielfeld erstmals in Führung, aber Lukes Hitzker war auf der Gegenseite ebenfalls noch einmal erfolgreich, so dass die Dukes mit einem 26:27-Rückstand ins letzte Viertel gingen. Knapp acht Minuten vor dem Ende gelang aber Niklas Schumm ein Touchdown zum 32:27, und den letzten Ansturm der Gäste konnte die Dukes-Verteidigung abwehren.

Marburg düpiert Frankfurt

Vor den Scorpions und den bayerischen Vertretern landeten in der Abschlusstabelle die beiden hessischen Clubs. Dass Frankfurt Universe auf Rang zwei und die Marburg Mercenaries auf Platz drei abschließen würden, stand schon vor ihrem Aufeinandertreffen in Frankfurt fest. Dies relativiert den Marburger 34:30-Sensationssieg ein wenig, doch für Universe war es die allererste Niederlage in der ersten Liga gegen ein anderes Team als die Schwäbisch Hall Unicorns.

Dabei setzten beide Mannschaften in der ersten Hälfte auf ihre ersten Garnituren und gingen mit einem 20:20 in die Kabinen. Danach spielten die jeweiligen deutschen Nachwuchs-Quarterbacks. Und von diesen hatte der Marburger Dennis Siebert den besseren Start, unter anderem mit einem Touchdown-Pass auf Niklas Fengler zum 27:20, das durch einen 75-Yard-Lauf von Marvin Rutsch noch zum 34:20 ausgebaut wurde.

Im letzten Abschnitt kam auch Frankfurts Angriff unter Moritz Johannknecht noch einmal in Schwung. Nach einem Field Goal und einem Touchdown-Fang von Max Siemssen gab es kurz vor dem Ende die Chance, das Spiel zu drehen - doch der letzte Johannknecht-Pass ging dann doch ins Leere.

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