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Kristaps Porzingis New York Knicks NBA Dirk Nowitzki
Kristaps Porzingis wurde an vierter Stelle von den New York Knicks gedraftet © dpa Picture-Alliance
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München - Bei seiner Verpflichtung gab es Buhrufe, doch Kristaps Porzingis von den New York Knicks hat die Zweifler schon überzeugt. Nun trifft er auf Dirk Nowitzki.

"Por-zin-gis, Por-zin-gis, Por-zin-gis" hallt es durch den Madison Square Garden.

11,3 Sekunden sind im Spiel der New York Knicks gegen die Charlotte Hornets am 17. November noch zu spielen. Kristaps Porzingis steht beim Stand von 98:94 an der Freiwurflinie. Der Lette bleibt eiskalt, die Knicks gewinnen am Ende mit 102:94.

Porzingis zeigt mit 29 Punkten und elf Rebounds sein bis dato bestes Spiel im Trikot der Traditionsfranchise.

Es ist nicht das erste Mal, dass er dafür sorgt, dass die New Yorker Fans laut werden. Das wurden sie schon direkt, nachdem sie mit ihm Bekanntschaft schlossen. Und nicht, um ihn zu bejubeln.

Buhrufe am Draft-Tag

Es war der 25. Juni, Draft-Tag in der NBA. Liga-Boss Adam Silver hatte gerade verkündet, dass die New York Knicks mit ihrem vierten Pick den Letten Kristaps Porzingis auswählen.

Zu diesem Zeitpunkt waren es aber keine Sprechchöre, die von den Knicks-Fans zu hören sind. Nein, die Anhänger machten ihrem Unmut über die ihrer Meinung nach falsche Wahl Luft und begleiteten den neuen Schützling mit Buhrufen auf die Bühne.

Wenige Monate zwischen Buhmann und Hoffnungsträger. So schnell kann sich das Blatt wenden.

So verfrüht das negative Urteil der Fans war, so erstaunlich sind Porzingis' Leistungen zu diesem frühen Zeitpunkt (Die NBA auf LIVE im TV auf SPORT1 US).

Dass der 20-Jährige, der seine Karriere bei BK Liepajas Lauvas in Lettland begann und zuletzt beim spanischen Klub CDB Sevilla unter Vertrag stand, eine Menge Potenzial und das Zeug zum Franchise-Player hat, wusste nicht nur Teampräsident Phil Jackson. Doch dass er bereits in seiner ersten Saison zum Leistungsträger und zweitwichtigsten Mann hinter Carmelo Anthony wird, ist überraschend.

Vergleiche mit Nowitzki

Porzingis legt bislang gut 14 Punkte und neun Rebounds im Schnitt auf, zehn Double-Doubles sind der viertbeste Wert der Liga. Im November wurde er zum Rookie des Monats gewählt. "Wer mich nicht kennt, denkt vielleicht, ich sei weich, ein Europäer. Aber ich liebe das Spiel und bin hungrig", sagte der höchste Draft-Pick aus einem baltischen Staat.

Trotz seiner 2,21 Meter ist "KP6", der bei den Fans auch schon als "Porzingod" oder "Godzingis" bekannt ist, durchaus flink auf den Beinen. Neben seiner Beweglichkeit ist vor allem sein Touch bis raus an die Dreierlinie bemerkenswert.

Groß, weiß, wurfstark und arbeitswillig – viel Fantasie ist nicht von Nöten, um Porzingis mit Dirk Nowitzki in Verbindung zu bringen.

Der deutsche Superstar ist begeistert vom Top-Europäer der Zukunft. Porzingis sei "for real", er sei lang, athletisch und zäh. "Nach oben sind keine Grenzen gesetzt", sagte Nowitzki.

Jackson: Er hat etwas Magisches

Porzingis Vorteil: Er ist deutlich athletischer - Putback-Dunks sind seine Spezialität - und nimmt auch in der Defensive sofort Einfluss. In der Nacht auf Dienstag kommt es zum direkten Duell zwischen dem lettischen und dem deutschen Nowitzki (ab 1.30 Uhr LIVESCORES auf SPORT1.de und in der SPORT1 App).

"Dieser junge Mann hat etwas Magisches. Damit hat er sich die Bewunderung der Fanbase in New York City und im ganzen Land erarbeitet", sagte Phil Jackson.

Ein spöttisches YouTube-Video, in dem eine Gruppe animierter Chickenwings die Frage aufwirft, ob Porzingis wirklich der nächste Nowitzki oder doch eher der nächste Shawn Bradley wird, wirkt auch schon aus der Zeit gefallen.

Superstar Carmelo Anthony, anfangs alles andere als begeistert von Jacksons Entscheidung, den unbekannten Letten zu draften, ist inzwischen ebenfalls voll des Lobes.

"Es hat sich gut angefühlt, in der Arena seinen Namen zu hören", sagte Anthony: "Ich bin stolz auf ihn."

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