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München und Oakland - Mit seinem unglaublichen Blackout kostet J.R. Smith die Cavaliers das erste Spiel der NBA-Finals bei den Warriors - nicht seine erste Aktion zum Kopfschütteln.

Genie und Wahnsinn, eingefleischte NBA-Fans wissen das seit Jahren, liegen bei J.R. Smith eng beieinander - das bestätigt er auch in den Playoffs 2018.

Beim Sieg in Spiel vier der Serie gegen die Toronto Raptors zeigte sich der Shooting Guard der Cleveland Cavaliers zum Beispiel von seiner besten Seite: 100 Prozent aus dem Feld (6/6) mit drei Dreiern für 15 Punkte, dazu drei Assists und zwei Steals ohne Ballverlust.

Das andere Gesicht: Der unglaubliche Blackout im ersten Spiel der Finalserie gegen die Golden State Warriors.

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Statt beim Stand von 107:107 mit noch 4,7 Sekunden auf der Uhr den Wurf zum Sieg zu suchen, dribbelte Smith weg vom Korb - auch zum Entsetzen von LeBron James, der seinen Teamkollegen fassungslos anstarrte.

Die Folge: Overtime in der Oracle Arena, eine 114:124-Pleite für Cleveland und letztendlich der 0:1-Rückstand in der Best-of-Seven-Serie.

Es ist nicht das erste Mal, dass Smith Fans, Experten und Kollegen ratlos zurücklässt. SPORT1 zeigt fünf Aktionen von J.R. Smith, die für Kopfschütteln sorgen.

1. Der Schnürsenkel-Trick

In seiner Zeit bei den New York Knicks kam den heute 32-jährigen Smith ein kleiner Schabernack teuer zu stehen: Die NBA verhängte eine Strafe von 50.000 US-Dollar - weil er mehrfach die Schnürsenkel seiner Gegenspieler lockerte.

Bei Nowitzkis Freiwurf lockert Smith (l.) die Schnürsenkel von Shawn Marion
Bei Nowitzkis Freiwurf lockert Smith (l.) die Schnürsenkel von Shawn Marion © NBA TV

Im Januar 2014 verging er sich in zwei aufeinanderfolgenden Spielen zunächst am Schuhwerk von Shawn Marion von den Dallas Mavericks (während Dirk Nowitzki unbeeindruckt einen Freiwurf versenkte), zwei Tage später war Greg Monroe von den Detroit Pistons sein Opfer.

Auch an den Schuhen von Greg Monroe machte sich Smith (l.) 2014 zu schaffen
Auch an den Schuhen von Greg Monroe machte sich Smith (l.) 2014 zu schaffen © NBA

Später sagte Smith dem Bleacher Report: "Ich würde es wieder tun, wenn es keine Strafe gäbe."

Sein damaliger Trainer Mike Woodson fand die Aktionen allerdings wenig lustig. "Das ist inakzeptabel, es ist unprofessionell. Das muss aufhören!", ereiferte sich der damalige Knicks-Coach bei ESPN.

2. Handshake statt Defense

Im Oktober 2016 brachte Smith dann seine Kollegen bei den Cleveland Cavaliers zur Weißglut. Nicht nur, dass er bei der 101:118-Niederlage bei den Milwaukee Bucks nur magere zwei von sieben Würfen versenkte.

Während Smith Jason Terry begrüßt (roter Kreis), kommt Tony Snell (blauer Kreis) vollkommen frei zum Dunk
Während Smith Jason Terry begrüßt (roter Kreis), kommt Tony Snell (blauer Kreis) vollkommen frei zum Dunk © NBA

Den Vogel schoss J.R. kurz vor der Halbzeit beim Stand von 50:51 aus Sicht der Cavs ab: Während einer Spielunterbrechung erspähte er auf der Bank der Bucks Jason Terry und verließ hinter dem eigenen Korb den Court, um diesen zu begrüßen.

Das Problem: Die Bucks spielten schon weiter, Smiths Gegenspieler Tony Snell stand vollkommen frei in der Zone und bedankte sich mit einem krachenden Dunk.

3. Der Suppenwurf

Es war der vielleicht kurioseste Ausfallgrund der NBA-Geschichte. Im März 2018 erschien im Boxscore der Partie zwischen den Cavs und den Philadelphia 76ers hinter Smiths Namen der Hinweis: "Hat nicht gespielt - warf eine Suppe auf einen Trainer".

Was genau hinter dem Vorfall mit Assistenztrainer Damon Jones steckte, ist bis heute ungeklärt. Im darauffolgenden Spiel durfte Smith aber wieder mitwirken.

In den sozialen Netzwerken war die Sache allerdings nicht so schnell erledigt.

4. Brutalo-Foul gegen die Celtics

Boten all die anderen Aussetzer noch Anlass zum Schmunzeln, sorgte Smith in den Eastern Conference Finals gegen die Boston Celtics kürzlich für einen echten Tiefpunkt.

Im zweiten Spiel der Serie im TD Garden von Boston setzte Celtics-Forward Al Horford zum Alley-Oop an, segelte durch die Zone der Cavaliers Richtung Korb - und wurde aufs Übelste abgeräumt.

Smith (u.) schubste Bostons Al Horford (o.) in den Conference Finals unsanft zu Boden
Smith (u.) schubste Bostons Al Horford (o.) in den Conference Finals unsanft zu Boden © Getty Images

Mit beiden Händen schubste J.R. den in der Luft vollkommen wehrlosen Horford von hinten zu Boden. Der flog mit dem Kopf nur knapp unter dem Brett durch, segelte mit rasanter Geschwindigkeit in die Zuschauerränge und hatte Glück, dass er sich bei dem Sturz nicht schwer verletzte.

"Es war ein gutes, hartes Foul", sagte Smith nach dem Spiel unbeeindruckt - und durfte froh sein, dass ihn die NBA nicht sperrte.

5. Blackout gegen die Warriors

Nun also die wahnwitzige Aktion in den finalen Sekunden der ersten Finalpartie bei den Golden State Warriors, die Cleveland womöglich den so wichtigen Auswärtssieg kostete.

Als krasser Außenseiter angetreten, hatten die Cavs das Superteam um Stephen Curry, Kevin Durant und Co. am Rande der Niederlage - und hätten den Warriors zumindest schon mal den Heimvorteil abgenommen.

Wohl auch deshalb äußerten sich zahlreiche andere NBA-Stars vollkommen fassungslos ob dessen, was sie da gerade vor dem Fernseher miterleben durften.

Und auch sonst musste Smith - beileibe nicht zum ersten Mal in seiner NBA-Karriere - Hohn und Spott über sich ergehen lassen.

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