Das ist neu: Alle Infos zum NBA-Saisonstart
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München - Das Ende der Ära der San Antonio Spurs ist nahe. Die Helden der Vergangenheit sind nicht mehr da und auch die Zukunft von Trainer-Genie Popovich ist ungewiss.

Seit Jahrzehnten sind die San Antonio Spurs der unzerstörbare Dauerbrenner der NBA. Dank Trainer-Genie Gregg Popovich gelang es den Spurs scheinbar mühelos jedes Jahr wieder neue Leistungsträger aus dem Hut zu zaubern und mit einer ausgeklügelten Taktik ganz oben mitzuspielen. 

Doch nun scheint der Moment gekommen, in welchem die ewige Spurs-Ära ihr Ende findet.

Die atmosphärischen Störungen ausgerechnet bei der Vorzeige-Franchise der NBA sind unübersehbar: Großen Anteil daran hatte das Schmierentheater um den stillen Superstar Kawhi Leonard, welches letztlich in dessen Wechsel zu den Toronto Raptors endete.

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Inzwischen sind nahezu alle Helden der Vergangenheit weg. Was bleibt, ist ein Kader voller Fragezeichen und Verletzungssorgen. Erst zog sich Hoffnungsträger Dejounte Murray einen Kreuzbandriss zu, nun verletzte sich auch noch sein Ersatz Derrick White und fällt wochenlang aus.

San Antonio steht zum gefühlt ersten Mal seit der Einführung des Farbfernsehens vor dem Absturz in die Mittelklasse-Hölle der NBA: Zu schlecht für den Titelkampf, aber auch zu gut, um über den Draft neu aufzubauen.

Spurs ohne Parker, Ginobili, Duncan

Ganze vier Mal waren die Spurs seit ihrem Wechsel in die NBA 1976 nicht in den Playoffs. Vier Mal! Mit Popovich - ab 1994 Headcoach - kam dann der ganz große Erfolg. Fünf NBA-Titel (1999, 2003, 2005, 2007, 2014) und nur 1997 einmal nicht in den Playoffs, weil die Topstars David Robinson und Sean Elliott verletzt waren.

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Unter Kult-Coach "Pop" zelebrierten die Sporen zu ihren Hochzeiten uneigennützigen Teambasketball in Perfektion. Niemand war größer als das Kollektiv, Stars wie Tim Duncan, Tony Parker oder Manu Ginobili ordneten sich geräuschlos ein.

Doch seit diesem Sommer ist alles anders. Nach Duncan beendete auch Argentiniens Legende Ginobili seine Karriere, zudem wechselte Parker nach 17 Spielzeiten zu den Charlotte Hornets. Das Gerüst der Spurs-Dynastie ist damit komplett weg.

Schicksalsschlag für Popovich

Einzig Popovich ist noch übrig, aber von einem schweren Schicksalsschlag gezeichnet. Im April verstarb seine Frau Erin, der Trainer setzte nach ihrem Tod für den Rest der Playoff-Serie gegen die Warriors aus.

2019 läuft der Vertrag des 69-Jährigen aus. Ob er danach weitermacht, ist noch völlig unklar. Neben seiner Tätigkeit bei den Spurs betreut Popovich zudem gemeinsam mit Warriors-Coach Steve Kerr die US-amerikanische Nationalmannschaft.

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Noch vor einigen Jahren sagte Popovich in einem Interview, dass er seine Laufbahn in San Antonio beenden würde, wenn das Trio Duncan, Parker, Ginobili nicht mehr aktiv ist - dieser Moment wäre nun gekommen.

Vertrag endet - Hammon Nachfolgerin?

Sollte Popovich tatsächlich seine Karriere beenden, kämen wohl zwei Nachfolger in Frage. Assistenzcoach Ettore Messina betreute das Team bereits in den Playoffs der letzten Saison.

Der Franchise wäre aber auch zuzutrauen, Assistenztrainerin Becky Hammon zur ersten weiblichen Cheftrainerin der NBA zu befördern.

San Antonio fehlen Dreierschützen

Unabhängig davon, ob Popovich seinen Vertrag verlängert oder nicht, bleiben aber die Schwierigkeiten im Kader. Denn für die Spielweise, die die Spurs eigentlich anstreben, sind kaum Spieler vorhanden.

Es gibt kaum exzellente Dreierschützen im Team. Neuzugang DeMar DeRozan, LaMarcus Aldridge und Rudy Gay sind zwar hervorragende Spieler - allzu oft treffen sie aus der Distanz aber nicht.

Auch die Defensivarbeit dürfte den Fans im AT&T Center nicht übermäßig Freude bereiten. Einzig der österreichische Neuzugang Jakob Pöltl arbeitet stark nach hinten.

Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass die Spurs allen Unkenrufen trotzen und am Ende dennoch in den Playoffs für Furore sorgen.

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