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München - Die Oklahoma City Thunder schalten in den Rebuild-Modus, dadurch steht Dennis Schröder vor einer ungewissen Zukunft. Ein Trade könnte Abhilfe schaffen.

Binnen eines Jahres sind die Karrierepläne von Dennis Schröder komplett über den Haufen geworfen worden.

Im vergangenen Jahr wechselte Deutschlands aktuell bester Basketballer zu den Oklahoma City Thunder mit Superstar Russell Westbrook. Er wollte nach den Lehrjahren bei den Atlanta Hawks, wo er nach dem Draft zum Starter und Leistungsträger gereift war, aber die sportliche Perspektive nicht passte, endlich um den Titel mitspielen.

Dafür nahm der Braunschweiger sogar die Versetzung ins zweite Glied hinter Superstar Westbrook in Kauf.

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Thunder im Rebuild-Modus

Allerdings platzte der Titeltraum bereits in der ersten Playoff-Runde gegen die Portland Trail Blazers und nur wenige Wochen später steht bei den Thunder kein Stein mehr auf dem anderen. Die beiden Superstars Paul George und Westbrook wurden per Trade abgegeben, stattdessen verfügt OKC über bis zu 15 Erstrunden-Picks für die Jahre 2020 bis 2026.

Und Schröder? Mit 26 Jahren befindet er sich zu Beginn des besten Basketballer-Alters. Ob er Lust hat, Teil eines erneuten Rebuild-Prozesses zu sein, der bei den Thunder mehrere Jahre in Anspruch nehmen könnte, ist zu bezweifeln.

In der abgelaufenen Saison war er phasenweise sogar ein Kandidat für den besten Bankspieler der Saison. 15,5 Punkte, 4,1 Assists und 3,6 Rebounds sind beachtliche Statistiken für die Führungsfigur der deutschen Nationalmannschaft. Zahlen, die ihn wohl auch bei den Thunder entbehrlich machen, insbesondere da sie mit Shai Gilgeous-Alexander bereits ein Top-Talent für den Spielaufbau in ihren Reihen wissen, der in den kommenden Jahren massiv Zeit zur Entwicklung bekommen könnte.

Für Schröder wäre wohl nicht mal der Platz als Starter sicher, auch wenn der neunmalige All-Star Chris Paul, der nach dem Westbrook-Trade aktuell bei OKC unter Vertrag steht, wohl kein Spiel für die Thunder absolvieren wird.

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Wird Schröder also erneut getradet?

Drei Teams mit Interesse an Schröder?

Laut des Portals Legion Hoops sollen die Chicago Bulls, die Sacramento Kings und die Phoenix Suns am 26-Jährigen interessiert sein.

Mit den Kings soll sich OKC sogar bereits fast einig gewesen sein, bevor Sacramento noch Shooting Guard Terrance Ferguson als Beigabe gefordert haben soll. Aber sollten sich beide Franchises doch auf einen Schröder-Trade einigen können, wäre der Deutsche wohl erneut Backup, denn die Texaner haben mit De’Aaron Fox bereits einen potenten Starter für die Position des Point Guards.

Bei den Bulls könnte Schröder als Mentor für Rookie Coby White fungieren. Um das Überangebot auf der Eins zu reduzieren, könnten die Bulls Point Guard Kris Dunn gemeinsam mit Big Man Cristiano Felicio nach OKC schicken. In der vergangenen Saison war Schröder mit den Thunder im Gastspiel in Chicago Teil eines Handgemenges und wurde im Anschluss für ein Spiel gesperrt.

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Die Suns haben mit Ricky Rubio erst einen neuen Spielmacher verpflichtet. Als Trade-Partner käme Tyler Johnson in Frage, dessen Vertrag über 19 Millionen Dollar noch ein Jahr läuft. Ein Titelkandidat ist allerdings keines der drei Teams.

2021 die nächste Chance

Nach dem Free-Agency-Beben erscheint es zudem auch unwahrscheinlich, dass ein Contender noch ein Paket schnürt, um Schröders Vertrag, der ihm in den kommenden zwei Jahren jeweils 15,5 Millionen Dollar garantiert, aufnehmen zu können. So muss sich der Deutsche wohl (vorerst) wieder vom Kampf um die NBA-Meisterschaft verabschieden.

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Spätestens in zwei Jahren, wenn sein Vertrag ausläuft und er Free Agent wird, kann er aber wieder zu einem Titelkandidaten wechseln. Zeigt er bis dahin weiterhin Leistungen wie in den vergangenen beiden Jahren, dürfte auch das eine oder andere Topteam Schröder auf dem Radar haben.

Gewiss ist für Schröder aktuell nur, dass seine Zukunft ungewiss ist.

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