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München - Die Utah Jazz scheiden nach hartem Kampf aus den NBA-Playoffs aus. Donavan Mitchell schreibt zuvor Geschichte - doch es folgen Tränen. Sein Rivale tröstet ihn.

Nein, so einfach würde Donovan Mitchell von den Utah Jazz das Aus in der Playoff-Erstrundenserie der NBA (ausgewählte Spiele LIVE im TV auf SPORT1+) gegen die Denver Nuggets nicht akzeptieren.

Dank seiner historischen Leistungen war Utah schließlich erst mit 3:1-Siegen in Führung gegangen, ehe sich Denver mit zwei Siegen zurückgekämpft hatte.

Im entscheidenden Spiel 7 der Serie lief nun aber in der ersten Hälfte nichts mehr bei Utah - und auch nicht bei Mitchell, der jüngst als einziger Spieler neben Michael Jordan (zwei Mal) und Allen Iverson innerhalb einer Playoff-Serie mindestens zwei Spiele mit 50 Zählern oder mehr schaffte.

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Mitchell führt Utah zurück in die Partie

Stolze 19 Punkte betrug der Rückstand Utahs deshalb zur Pause, ehe Mitchell sich aufraffte und sein Team mit einem persönlichen 9:0-Run zurück in die Partie führte. Allein 15 seiner insgesamt 22 Punkte gelangen dem 23-Jährigen in der zweiten Hälfte.

Mit insgesamt 254 Punkten brach Mitchell damit nebenbei noch den Rekord von LeBron James (241 Punkte gegen die Indiana Pacers 2018) für die meisten Punkte in einer Erstrundenserie, insgesamt liegt er in der Playoff-Liste auf Rang acht.

Sein Gegenspieler Jamal Murray, den Mitchell in der Defense im siebten Spiel lange Zeit hervorragend verteidigt hatte, kam auf nicht minder beeindruckende 232 Punkte.

Das über die gesamte Serie spektakuläre Guard-Duell von Mitchell und Murray geht damit in die Geschichtsbücher ein, denn gemeinsam erzielten sie 475 Punkte. Mehr Punkte hatten zuvor noch nie zwei Spieler aus gegnerischen Mannschaften zusammen in einer Playoff-Serie erzielt.

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Murray jubelt - Conley vergibt Sieg

Am Ende durfte aber nur einer jubeln: Jamal Murray. Dabei bekam Utah - trotz eines Ballverlusts von Mitchell wenige Sekunden zuvor - sogar noch unverhofft die Chance auf den Sieg mit der Schlusssirene.

Spielmacher Mike Conley nahm den letzten Wurf mit Ablauf der Uhr und Mitchell riss in freudiger Erwartung bereits seine Arme in die Luft - doch der Ball schaute nur kurz in den Korb, ehe er vom Ring abprallte.

Mitchell sank zu Boden und blieb dort erst einmal niedergeschlagen liegen. Ausgerechnet Murray war es aber, der sofort zu ihm rannte, um seinem erbittersten Gegner in der Serie seinen Respekt zu zollen. Es folgte eine lange Umarmung und ein kurzes Gespräch zwischen den beiden Spielern, die die Serie zu etwas Besonderem gemacht hatten.

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Mitchell weint - aber gibt sich kämpferisch

In der folgenden Presssekonferenz verrieten die Augen von Mitchell, dass kurze Zeit später dennoch Tränen geflossen waren. Bei aller Enttäuschung zeigte er sich aber stolz auf sein Team und seine Leistung, wenngleich ihn seine neun Turnover in der entscheidenden Partie ärgerten.

"Ich kratze nur an der Oberfläche. Ich weiß, was ich tun kann, wie hart ich gearbeitet habe, wie hart das Team gearbeitet hat. Das treibt mich weiter an. Das ist nicht das Ende. Ich bin bereit, jetzt sofort wieder zu spielen. Ich denke, dass sind wir alle. Das war nur der Anfang", sagte Mitchell.

Während Mitchell sich aber erst einmal eine Weile gedulden wird müssen, bis die neue Saison anfängt, können sich der Kanadier Murray und die Denver Nuggets nicht lange über den Erfolg freuen. Bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag geht es für das Team um Star-Center Nikola Jokic, der in Spiel 7 mit 30 Punkten und 14 Rebounds brilliert hatte, weiter.

Mit den Los Angeles Clippers wartet einer der Topfavoriten auf den Titel auf die Nuggets - Murray wird dann vermutlich sogar noch eine Schippe drauflegen müssen, damit Denver eine echte Chance hat.

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