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München und New Orleans - Die L.A. Rams ziehen in den Super Bowl ein. In New Orleans profitieren sie von einer krassen Fehlentscheidung der Schiris. Die NFL reagiert.

Eine unglaubliche Fehlentscheidung hat die New Orleans Saints um die erste Super-Bowl-Teilnahme seit dem Titelgewinn 2010 gebracht.

Das Team von Star-Quarterback Drew Brees unterlag den Los Angeles Rams in einem packenden Conference Championship Game der NFC mit 23:26 nach Verlängerung.

Im Super Bowl LIII treffen die Rams am 3. Februar im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta/Georgia auf die New England Patriots, die sich ebenfalls nach Verlängerung gegen die Kansas City Chiefs durchsetzten.

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Schiedsrichter übersehen klares Foul der Rams

Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit sahen die Saints schon wie der sichere Sieger aus: Nach einem spektakulären 43-Yard-Pass von Brees auf Ted Ginn Jr. standen die Hausherren 1:58 Minuten nur noch 13 Yards vor der Endzone.

Zwei Spielzüge später suchte Brees an der rechten Seitenlinie Wide Receiver Tommylee Lewis, der beim Versuch, den Ball zu fangen, von Rams-Verteidiger Nickell Robey-Coleman rustikal per Bodycheck abgeräumt wurde.

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Die fällige Flagge der Schiedsrichter blieb trotz der eindeutigen Pass Interference jedoch stecken - und statt der nahezu sicheren Entscheidung folgte lediglich das Field Goal zum 23:20. Dieses konterten die Gäste aus Los Angeles 19 Sekunden vor Schluss ihrerseits mit einem 48-Yard-Versuch von Greg Zuerlein.

Saints-Coach Payton übt harsche Kritik

"Es ist ganz einfach, sie haben eine krasse Fehlentscheidung getroffen", haderte Saints-Coach Sean Payton nach dem Spiel: "Ich weiß nicht, ob es jemals eine eindeutigere Pass Interference gegeben hat. Wir werden vielleicht niemals darüber hinwegkommen."

Zu diesem Zeitpunkt hatte der für das Schiedsrichterwesen zuständige NFL-Vizepräsident Alberto Rivera bereits reagiert und Payton gegenüber in einem Telefongespräch zugegeben, dass die Referees einen Fehler gemacht hatten. Nicht nur, dass es sich bei Robey-Colemans Einsatz um eine Pass Interference gehandelt habe, es sei obendrein auch ein Helm-an-Helm-Vergehen gewesen.

In der folgenden Overtime schienen die Saints, die nach dem ersten Viertel bereits mit 13:0 geführt hatten, jedoch erneut alle Karten in der Hand zu halten: Der Münzwurf bescherte ihnen den ersten Ballbesitz, mit einem Touchdown hätten Brees und Co. das Spiel vorzeitig beenden können.

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Brees leistet sich Interception - Zuerlein eiskalt

Stattdessen aber warf der 40-Jährige beim vierten Play der Verlängerung unter Druck eine Interception auf John Johnson. Am Ende standen für Brees 249 Yards (26 von 40 Versuchen erfolgreich), zwei Touchdown-Pässe und eben diese eine folgenschwere Interception zu Buche.

Denn Rams-Quarterback Jared Goff führte sein Team anschließend bis an die 39-Yard-Linie der Saints, ehe Zuerlein erneut zum Field Goal antrat: Aus 57 Yards versenkte der Kicker den Ball für diese Distanz erstaunlich souverän zwischen den Stangen - und ließ damit bei den Gästen alle Dämme brechen.

Der erst 24 Jahre alte Goff brachte insgesamt 25 von 40 Passversuchen für 297 Yards an den Mann, warf dabei einen Touchdown und eine Interception.

Für die Rams ist es die erste Super-Bowl-Teilnahme seit der Niederlage gegen die New England Patriots im Jahr 2002. Damals waren sie wie beim letzten Titelgewinn im Jahr 2000 (23:16 gegen die Tennessee Titans) noch in St. Louis ansässig.

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