Volleytalk: Heynen verrät besten Spieler, den er je trainierte
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München - Für Friedrichshafen-Coach Vital Heynen steht ein wegweisendes Spiel um die Meisterschaft an. Der belgische Erfolgstrainer hat noch ein großes Ziel.

Am Donnerstag kommt es in der Volleyball-Bundesliga zum Duell der Giganten.

Der VfB Friedrichshafen empfängt Berlin zum Spitzenspiel (Volleyball-Bundesliga: VfB Friedrichshafen - Berlin Recycling Volleys am Donnerstag ab 18.20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). Friedrichshafens Coach Vital Heynen träumt von der Meisterschaft, also soll ein Sieg gegen den aktuellen Champion aus der Hauptstadt her.

Wie man Titel gewinnt, weiß der Belgier nur allzu gut. Der 49-Jährige blickt auf eine beeindruckende Trainerkarriere zurück.

Heynen coachte vier Jahre lang die deutsche Nationalmannschaft. Aktuell betreut er neben seinem Engagement beim Bundesligisten Friedrichshafen das polnische Männer-Nationalteam - mit Erfolg. Im September feierte er mit den Polen den Titel bei der Weltmeisterschaft in Bulgarien und Italien. Den überraschenden Triumph hat er noch immer nicht richtig realisiert: "Manchmal schafft man im Leben etwas, was man nicht erwartet", sagte Heynen im "Volleytalk" bei SPORT1.

Spieler weiterentwickeln

2018 war ein fast perfektes Jahr für den Belgier. Zuerst sicherte er sich mit Friedrichshafen den DVV-Pokal, in der Nations League spielte sein polnisches Team eine starke Runde und letztlich folgte die Krönung mit dem WM-Titel. Ein Wermutstropfen blieb allerdings: Die Meisterschaft in der Bundesliga ging an die Berlin Recycling Volleys. "Das tut weh. Aber man lernt daraus auch wieder", gab sich Heynen bei SPORT1 optimistisch. 

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In dieser Saison wünscht sich der Routinier freilich einen anderen Ausgang. Den nächsten Schritt Richtung Meisterschaft will er mit Friedrichshafen am Donnerstag gehen, aber Erfolg ist nicht das Einzige, was für ihn zählt. "Ich bin gerne Trainer und ich hoffe, dass die Mannschaft gewinnt. Aber am liebsten bin ich mit Menschen zusammen, um sie besser zu machen. Ich schaue, wie ich auf und neben dem Feld den Spieler weiterentwickeln kann. Das macht Spaß, Erfolge helfen aber dabei, das weiterzumachen."

Als Visionär würde sich Heynen zwar nicht bezeichnen, aber er überrascht seine Spieler immer wieder mit etwas Neuem. "Ich bin neugierig und liebe es, neue Sachen zu finden. Das mache ich auch jeden Tag in Friedrichshafen. Ich denke darüber nach, wie wir besser Volleyball spielen können."

Heynen: "Sitze nie auf der Couch"

Solche Einfälle kommen ihm aber nicht etwa, wenn er sich einmal einen gemütlichen Abend zu Hause macht. "Ich sitze niemals auf der Couch", gab Heynen zu. Sein Sofa stehe nur in seiner Wohnung, um schön auszusehen. "Man findet Ideen, wenn man sich bewegt. Kreativität ist nicht viel Arbeit. Ich verfolge ziemlich oft Volleyball-Spiele, aber ich schaue mir auch andere Sportarten an, lese Bücher. Und am Ende kommt irgendwo eine Idee raus."

Auch in seiner Freizeit dreht sich bei dem Coach alles um das Eine: Volleyball. "Freizeit bedeutet Training geben, das mache ich gerne." Wenn er nach Hause fahre, dann frage er bei seinen Kindern nach, ob sie einen Trainer bräuchten. "Dann gehe ich in die Halle und trainiere meine Kinder. Das macht mir am meisten Spaß."

Ein ganz großes Ziel hat Heynen noch vor Augen: "Ich brauche eine Goldmedaille bei Olympia, das ist mein letztes Ziel." Danach habe er als Trainer alles erreicht, was er sich zu Beginn seiner Laufbahn vorgenommen hatte. Die Aussichten stehen nicht schlecht: Mit Wilfredo Leon darf sich der Belgier über prominente Verstärkung für die polnische Nationalmannschaft freuen. Der gebürtige Kubaner gilt als bester Spieler der Welt.

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