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Nancy Kerrigan (l.) wurde mit einer Eisenstange angegriffen
Nancy Kerrigan (l.) wurde mit einer Eisenstange angegriffen © imago
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München - Vor 25 Jahren wird Nancy Kerrigan mit einer Eisenstange attackiert, als Drahtzieherin stellt sich ihre Rivalin heraus. Nun feierte das Opfer 50. Geburtstag.

Nein, Nancy Kerrigan will keinen Frieden mit Tonya Harding. Keine Aussöhnung mit der Eishexe, die beide vor einem Vierteljahrhundert weltberühmt gemacht hat.

Sie pflegt, ja genießt lieber ihren lukrativen Promi-Status als tapfere Heldin im legendären Eisenstangen-Drama, das seit 25 Jahren ganz große Sportgeschichte ist.

Und natürlich steht Harding nicht auf der Gästeliste, wenn Kerrigan am 13. Oktober ihren 50. Geburtstag feiert. Dennoch: In den Köpfen so manches Gratulanten wird auch die einstige Rivalin ihren Platz haben. Denn Kerrigan ohne Harding, irgendwie funktioniert das nicht.

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Versöhnungsversuche von Harding soll es mehrfach gegeben haben, ohne Resonanz. "Ich war stets nur das Opfer in dieser Affäre, mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Ich bin vollauf damit beschäftigt, mein eigenes Leben zu leben", erklärte dazu Kerrigan, mittlerweile Mutter von drei Kindern.

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Kerrigan wird von Eisenstange verletzt

Und während Harding kürzlich bei der Promo-Tour zum Hollywood-Streifen "I, Tonya" ihr kurzes Comeback im Scheinwerferlicht sichtlich genoss, mied Kerrigan jeden Roten Teppich - und auch jeglichen Kontakt zur Hauptdarstellerin Margot Robbie, die mehrfach um ein Gespräch gebeten hatte.

Rückblende, 6. Januar 1994: Kerrigan wird beim Training zu den US-Meisterschaften der Eiskunstläufer in Detroit von einem zunächst Unbekannten mit einer Eisenstange attackiert und am Knie verletzt. "Why me, why me?" - die markerschütternd gekreischte Frage der damals 24-Jährigen ist Breaking News im US-TV, über Stunden hinweg.

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Tage später wird der Attentäter Shawn Eckhardt dingfest gemacht. Und gesteht das Ungeheuerliche: Angeheuert habe ihn Jeff Gillooly, damaliger Ehemann von Harding. Die oftmals operettenhafte Kufenwelt ist entsetzt, der US-Verband reagiert und sperrt die sportlich qualifizierte Harding für die Olympischen Winterspiele in Lillehammer.

Harding darf mit zu Olympia

Doch die seinerzeit 23-Jährige wehrt sich erfolgreich mit juristischen Mitteln, lässt ihre Anwälte auf die Unschuldsvermutung pochen. Dem Verband drohen immense Schadenersatzforderungen, er gibt klein bei und nimmt die US-Meisterin mit nach Norwegen.

Das erste gemeinsame Training der US-Läuferinnen in einer kleinen Eishalle in Hamar wird zum Weltereignis. Eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn muss die Mini-Arena wegen Überfüllung geschlossen werden.

Polizisten sichern die Ein- und Ausgänge, mehrere TV-Stationen übertragen live vom Eis.

Kerrigan und Harding verpassen Gold

Bei der Kür-Entscheidung zwei Wochen später schaut die gesamte Welt in das kleine norwegische Städtchen, allein 100 Millionen TV-Nutzer werden in den USA registriert.

Gold für Harding oder Kerrigan? Weder noch, Olympiasiegerin wird in dieser denkwürdigen Nacht die zauberhafte Eis-Ballerina Oxana Bajul aus der Ukraine vor Kerrigan.

Sie gewinnt damit genau die Medaille, für die einst der Harding-Clan die Rivalin brutal aus dem Weg räumen wollte.

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