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Youngster Janosch Brugger sorgte mit der schnellsten Laufzeit für eine faustdicke Überraschung
Youngster Janosch Brugger sorgte mit der schnellsten Laufzeit für eine faustdicke Überraschung © dpa Picture Alliance
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Großer Erfolg für die deutschen Langläufer beim Drei-Tages-Event in Lillehammer! Janosch Brugger landet in er Verfolgung als Tagesbester ein Coup.

Platz eins in der Tageswertung für den jungen Janosch Brugger, insgesamt vier deutsche WM-Tickets bei den Therese-Johaug-Festspielen in Lillehammer.

Die gescholtenen Skilangläufer haben beim Weltcup im Olympia-Ort von 1994 für das erste Ausrufezeichen unter dem neuen Teamchef Peter Schlickenrieder gesorgt. Überragend war dabei die Leistung Bruggers, dem bei seinem 17. Platz im Verfolgungsrennen die beste Laufzeit des gesamten Feldes gelang.

Der 21-Jährige aus Schluchsee, der bislang einen 20. Rang als bestes Karriereergebnis zu Buche stehen hatte, lief im Klassik-Verfolger über 15 km von Platz 45 noch weit nach vorne und war 1:21 Minuten schneller als der norwegische Sieger Didrik Tönseth.

Auch Dobler löst WM-Ticket

"Unfassbar, es war ein Wahnsinnsrennen, obwohl ich überhaupt keinen Bock hatte heute morgen. Aber dann habe ich gleich in meiner ersten Runde schon gemerkt, dass ich einen mega Ski dran habe", sagte Brugger dem Fachportal xc-ski.de: "Ich habe mich dann immer besser gefühlt und dann ging es auch immer besser. Dann lief es ab wie im Film."

Der neue deutsche Teamchef Peter Schlickenrieder meinte im ZDF über den früheren Junioren-Weltmeister: "Für den Janosch freut es mich, er hat gezeigt, dass er ein Riesentalent ist."

Nicht nur Brugger erfüllte damit die Vorgabe für die WM im Februar im Seefeld (einmal Platz acht oder zweimal Platz 15 in einem Tagesrennen/einer Tageswertung), auch Jonas Dobler mit der sechstbesten Laufzeit am Sonntag sowie Lucas Bögl mit der achtbesten buchten ihr Ticket für den Saisonhöhepunkt.

Norwegens Superstar Therese Johaug hatte sich nach langer Dopingsperre zuvor mit dem Frauensieg bei der dreitägigen Mini-Tour in ihrer Heimat zurückgemeldet. Die 30-Jährige war am Sonntag im dritten Distanzrennen nach ihrer Auszeit erneut eine Klasse für sich und verwies nach zehn Kilometern die junge Schwedin Ebba Andersson (21) auf Platz zwei.

Sandra Ringwald kam auf Rang 18 der Gesamtwertung ins Ziel und erfüllte mit der zwölftbesten Laufzeit als erste deutsche Athletin die WM-Norm.

"Es ist schön, zurück zu sein und wieder auf dem Podium zu stehen", sagte Johaug nach dem Heimspiel: "Heute war es ein großartiges Rennen, auch wenn meine Ski etwas rutschig waren und ich bergauf kämpfen musste. Die Atmosphäre an der Strecke mit den vielen Zuschauern war toll."

Johaug eine Klasse für sich

Johaug holte auf der schwierigen Strecke zunächst die vor ihr gestartete Olympiasiegerin Charlotte Kalla (Schweden) ein, ehe sie eindrucksvoll davonzog. Im Ziel hatte die siebenmalige Weltmeisterin 16,8 Sekunden Vorsprung auf Andersson und setzte sich mit 400 Punkten klar vor der Schwedin (309) an die Spitze des Gesamtweltcups. Dritte wurde Ingvild Flugstad Östberg (Norwegen), Kalla blieb nur Rang vier.

Ringwald machte von Startposition 24 aus noch mehrere Plätze gut. Das reichte, um nach Platz 13 im Sprint am Freitag die Norm für die WM zu erfüllen. Katharina Hennig und Victoria Carl belegten in der Gesamtwertung die Ränge 28 und 29. 

Johaug war im Herbst 2016 nach der Benutzung einer Lippencreme positiv auf das Steroid Clostebol getestet und in der Folge 18 Monate gesperrt worden. Nach dem Rücktritt ihrer großen Landsfrau Marit Björgen ist Johaug die große Favoritin für die WM 2019.

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