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Im letzten Jahr entschied Dario Cologna die Tour de Ski für sich. Es war bereits der vierte Erfolg des Schweizers
Im letzten Jahr entschied Dario Cologna die Tour de Ski für sich. Es war bereits der vierte Erfolg des Schweizers © Getty Images
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Am Samstag startet der Höhepunkt der Langlauf-Saison. Wer geht für Deutschland an den Start? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zur Tour de Ski 2018/19.

Langlauf-Fans aufgepasst: Der Klassiker des Jahres beginnt wieder!

Am 29. Dezember startet die 13. Tour de Ski, die diesmal ganz im Zeichen der nordischen Ski-WM in Seefeld (19. Februar bis 3. März 2019) steht.

Langlauf-Stars wie Therese Johaug, die in der laufenden Weltcup-Saison in Distanzrennen noch ungeschlagen ist, und Schwedens Top-Läuferin Charlotte Kalla verzichten mit Blick auf den Saisonhöhepunkt auf ihre Teilnahme an dem kräftezehrenden Wettbewerb. Dafür gibt der norwegische Topstar Johannes Hösflot Kläbo sein Debüt bei der Tour und will in die Fußstapfen von Vorjahressieger Dario Cologna (Schweiz) treten. Auch 18 deutsche Teilnehmer sind dabei.

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Wer sind ohne Johaugs und Kallas Teilnahme nun die Favoriten bei den Damen? Wer kann Kläbo in die Quere kommen? Wie stehen die Chancen der Deutschen? SPORT1 klärt vor dem Beginn des prestigeträchtigen Turniers alle wichtigen Fragen.

Was steht an?

Die Tour de Ski ist ein Skilanglauf-Wettbewerb, der als Etappenrennen über mehrere Tage ausgetragen wird. Die Ausgabe 2018/19 umfasst sieben Etappen und ist vom 29.12.2018 bis 06.01.2019 terminiert. Die Veranstaltung wird seit 2006/07 ausgetragen und findet damit in diesem Jahr bereits zum 13. Mal statt. Besonders attraktiv ist die Tour de Ski durch die besondere Regelung für Weltcuppunkte:

Es werden keine Weltcup-Punkte für die Einzelrennen vergeben. Für die jeweilige Platzierung in der Tour-Gesamtwertung gibt es aber dann die 4-fache Punktzahl eines Einzelrennens. So erhält der Sieger der Tour de Ski 400 Punkte für den Gesamtweltcup. Die dahinter platzierten Teilnehmer erhalten auch die entsprechende 4-fache-Punktzahl gegenüber einem Einzelrennen.

Wo wird gelaufen?

Die Tour de Ski macht insgesamt in drei Ländern Halt. Das Auftaktwochenende ist in Toblach (Italien). Danach geht es am Neujahrstag in Val Mustair (Schweiz) weiter. Auf der dritten Station ist der Tross in Oberstdorf (Deutschland) zu Gast. Zum Abschluss geht es dann mit Val die Fiemme wieder zurück nach Italien. (SERVICE: Weltcupkalender im SPORT1-Datencenter)

Wie ist der Modus?

Die Tour de Ski basiert auf dem Grundprinzip der Tour de France oder anderer Etappenrennen im Radsport. Am Ende der insgesamt sieben Teilstücke soll der beste Allrounder gekürt werden.

Vom Sprint über die Verfolgung bis hin zum Massenstart werden in allen Teildisziplinen und Techniken (Klassische Technik = KT; Freie Technik = FT) Rennen ausgetragen. Die Entscheidung fällt aber auf den langen Strecken und beim traditionellen Schlussanstieg auf die Alpe Cermis.

Wer sind die Favoriten?

Auch dieses Jahr wird der Sieg bei den Frauen und Männern wohl wieder nur über Norwegen gehen. Das sieht auch Langlauf-Experte und Bundestrainer Peter Schlickenrieder so.

"Die Norweger, allen voran Martin Johnsrud Sundby, haben schon zu Beginn der Saison eine sehr gute Leistung gezeigt und sind demnach die Favoriten. Wenn Therese Johaug und Charlotte Kalla verzichten, sind es bei den Damen die Norwegerinnen dahinter, also Ingvild Flugstad Östberg und Heidi Weng", sagte Schlickenrieder exklusiv im SPORT1-Interview. (SERVICE: Weltcupstände im Langlauf im SPORT1-Datencenter)

Wie stehen die Chancen der Deutschen?

Auch bei den deutschen Langläufern liegt das Hauptaugenmerk auf der Weltmeisterschaft in Seefeld (19. Februar bis 3. März 2019). Daher sind die deutschen Hoffnungen im Gesamtklassement eher überschaubar. Doch mit guten Einzelergebnissen könnten deutsche Athleten durchaus auf sich aufmerksam machen, wobei hier vor allem bei den Frauen berechtigte Hoffnungen bestehen.

"Bei den Damen können sich Laura Gimmler, Sandra Ringwald, Elisabeth Schicho und Anne Winkler im Sprint bei den Auftaktrennen in Toblach und Val Müstair gut präsentieren. Julia Belger, Victoria Carl, Pia Fink und Katharina Hennig werden dann eher über die längeren Distanzen ihr Leistungsvermögen aufzeigen und dann vielleicht auch bis zum Ende der Tour dabei sein", gibt Schlickenrieder bei SPORT1 eine erste Prognose ab.

Bei den Herren ist aufgrund der Fokussierung auf Seefeld das Podest noch ein Stück weiter entfernt als bei den Frauen.

"Bei den Herren sind wir durch die Bank eher ausdauerorientiert. Mit Sebastian Eisenlauer haben wir einen guten Sprinter, der aber sicher noch um seine Form kämpft. Max Olex kann sicherlich bei dem ein oder anderen Sprint an den Top-30 kratzen und auch eine Runde weiterkommen. Alle anderen sind dann eher die Ausdauerathleten, die ihre Stärken am Schlussberg ausspielen können", so Schlickenrieder.

Die sieben Etappen im Überblick

29.12.2018 Toblach (ITA) Sprint FT Damen/Herren
30.12.2018 Toblach(ITA) 10km/15km FT Damen/Herren
01.01.2019 Val Mustair (SUI) Sprint FT Damen/Herren
02.01.2019 Oberstdorf (GER) 10km/15km Massenstart KT Damen/Herren
03.01.2019 Oberstdorf (GER) 10km/15km Jagdstart FT Damen/Herren
05.01.2019 Val di Fiemme (ITA) 10km/15km Massenstart KT Damen/Herren
06.01.2019 Val di Fiemme (ITA) 9km Jagdstart FT (Final Climb) Damen/Herren

Das deutsche Aufgebot

Damen: Laura Gimmler, Sandra Ringwald, Elisabeth Schicho, Anne Winkler, Julia Belger, Victoria Carl, Pia Fink, Katharina Hennig
Herren: Thomas Bing, Lucas Bögl, Janusch Brugger, Jonas Dobler, Sebastian Eisenlauer, Andreas Katz, Valentin Mättig, Florian Notz, Max Olex, Thomas Wick

So können Sie die Tournee LIVE verfolgen

Im TV: ARD, ZDF und Eurosport

Im Livestream: ARD und ZDF Mediathek

Die bisherigen Tour-de-Ski-Gesamtsieger 

2007 Virpi Kuitunen (Finnland) und Tobias Angerer (Vachendorf)
2008 Charlotte Kalla (Schweden) und Lukas Bauer (Tschechien)
2009 Virpi Kuitunen (Finnland) und Dario Cologna (Schweiz)
2010 Justyna Kowalczyk Kowalczyk (Polen) und Lukas Bauer(Tschechien)
2011 Justyna Kowalczyk (Polen) und Dario Cologna (Schweiz)
2012 Justyna Kowalczyk (Polen) und Dario Cologna (Schweiz)
2013 Justyna Kowalczyk (Polen) und Alexander Legkow (Russland)
2014 Therese Johaug und Martin Johnsrud Sundby (beide Norwegen)
2015 Marit Björgen und Petter Northug (beide Norwegen)
2016 Therese Johaug und Martin Johnsrud Sundby (beide Norwegen)
2017 Heidi Weng (Norwegen) und Sergei Ustjugow (Russland)
2018 Heidi Weng (Norwegen) und Dario Cologna (Schweiz)

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