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Therese Johaug dominierte auch über die 30 Kilometer
Therese Johaug dominierte auch über die 30 Kilometer © Getty Images
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Therese Johaug gewinnt bei der Ski-WM ihr zehntes Gold. Bundestrainer Peter Schlickenrieder sieht es mit Skepsis. Victoria Carl läuft überraschend in die Top 10.

Norwegens Skilanglauf-Star Therese Johaug hat in Seefeld in überragender Manier ihre insgesamt zehnte WM-Goldmedaille gewonnen.

Die 30-Jährige siegte wie schon 2011 und 2015 im Freistil-Rennen über 30 Kilometer. Nach 1:14:26,2 Stunden lag sie klar vor ihrer Teamkollegin Ingvild Flugstad Östberg (+36,8 Sekunden) und der erst 19 Jahre alten Schwedin Frida Karlsson (+44,0).

Als beste Deutsche belegte Victoria Carl (+2:16,8 Minuten) den starken neunten Rang.

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"Das war mein letztes Rennen der Saison, da wollte ich mein Bestes geben", sagte Carl, die eine Woche nach Rang fünf im Sprint erneut überzeugte: "Die Ski waren hammermäßig, und dann läuft es sich befreiter." Auch Bundestrainer Peter Schlickenrieder zeigte sich im ZDF "sehr begeistert. Wenn mir das vorher einer gesagt hätte, hätte ich gesagt: Träum weiter."

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Schlickenrieder zufrieden

Carl zeigte ein beherztes Rennen, hielt sich in der ersten Verfolgergruppe und verbuchte ihr zweites einstelliges WM-Ergebnis im Einzel. Katharina Hennig auf Rang 21 und Pia Fink auf Platz 25 zeigten ebenfalls ordentliche Leistungen.

"Ich bin sehr stolz auf meine Athleten. Wir wehen hier nicht die weiße Fahne und geben auf, sondern kämpfen uns durch", sagte Schlickenrieder.

Das deutsche Skilanglauf-Team wird dennoch trotz guter Leistungen aller Voraussicht nach zum vierten Mal in Folge bei einer WM ohne Medaille bleiben. Beim abschließenden 50-Kilometer-Lauf am Sonntag sind die DSV-Männer klarer Außenseiter.

DSV-Coach: Johaug-Leistung "befremdlich"

Johaug, die bei den Weltmeisterschaften 2017 und Olympia 2018 wegen einer Dopingsperre gefehlt hatte, holte in Tirol ihren dritten Titel und rückt in der Liste der erfolgreichsten WM-Teilnehmer der Geschichte auf Rang fünf vor.

An der Spitze liegt weiter ihre ehemalige Teamkollegin Marit Björgen mit 18 Titeln. Schlickenrieder nannte Johaugs Leistung "befremdlich. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich würde lügen, wenn ich sage, das ist ganz normal. Sie läuft ja wirklich meilenweit voraus. Es gibt halt diesen Hintergrund. Es ist komisch", sagte Schlickenrieder im ZDF.

In der Mixed Zone wiederholte Schlickenrieder später seine Zweifel: "Für mich persönlich geht das komisch zu. Da sage ich, dann muss konsequent weiter mit den Leuten zusammengearbeitet werden, die diesen Anti-Doping-Kampf führen. Wichtig ist für diesen Sport, dass er sauber ist."

Für Norwegen war es die elfte Goldmedaille in Seefeld, die Skandinavier stellten damit den eigenen WM-Rekord von Falun 2015 ein.

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