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Costantin Schmid, Pius Paschke, Markus Eisenbichler und Karl Geiger (v.l.) holten im Teamspringen Silber
Costantin Schmid, Pius Paschke, Markus Eisenbichler und Karl Geiger (v.l.) holten im Teamspringen Silber © Getty Images
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Das Teamspringen bei der Skiflug-WM in Planica wird zu einem wilden Strategie-Poker zwischen Deutschland und Norwegen - den Karl Geiger und Co. verlieren.

Die deutschen Skispringer um Einzelweltmeister Karl Geiger haben zum Abschluss der Skiflug-WM in Planica Silber in der Team-Entscheidung geholt - nachdem sie in einem packenden Taktik-Poker knapp das Nachsehen hatten.

24 Stunden nach seinem Gold-Coup musste sich Geiger zusammen mit dem Einzel-Dritten Markus Eisenbichler, Pius Paschke sowie Constantin Schmid Norwegen geschlagen geben. Dritter wurde Polen.

Am Ende des ersten Durchgangs hatte der deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher bei Schlussspringer Geiger den Anlauf aufgrund günstiger Windverhältnisse verkürzt und damit erfolgreich auf Bonuspunkte spekuliert, Geiger brachte die deutschen Adler mit einem 238-Meter-Satz auf Goldkurs.

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Die Titelverteidiger konterten im zweiten Durchgang dann aber spektakulär: Vor dem letzten Sprung von Halvor Egner Granerud - von Geiger am Vortag unter dramatischen Umständen knapp besiegt - entschied sich Norwegens österreichischer Trainer Alexander Stöckl für eine Verkürzung um gleich zwei Stufen, die Granerud mit Bravour meisterte: Ein bei der Länge enorm starker 234,5-Meter-Sprung setzte Geiger unter Druck, dem er nicht standhielt.

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Granerud diesmal im Duell mit Geiger Sieger

Horngacher sah keine andere Wahl, als für Geiger ebenfalls um zwei Stufen zu verkürzen, Geiger aber schaffte nur 224,5 Meter, eine zu kurze Länge, um die Bonuspunkte einzusammeln.

"Alex hat extrem taktiert, ist zwei Luken nach unten gegangen. Karl hat leider den Sprung nicht so getroffen", sagte Horngacher im ZDF: "Ich hab mitmachen müssen, sonst wären wir noch chancenloser gewesen. Am Ende des Tages sind wir aber extrem zufrieden."

Eisenbichler machte kurz nach dem Wettkampf keinen Hehl daraus, dass er es noch nicht von dieser Seite aus betrachten konnte: "Ich bin deprimiert und enttäuscht. Ich wäre mit dem Team gerne Weltmeister geworden und wir hätten uns das verdient."

Geiger wiederum tröstete seine frustrierten Kollegen: "Auch wenn es nicht ganz gereicht hat, war es ein cooler Wettkampf, wir dürfen uns freuen. Wir dürfen stolz auf uns sein."

Deutschland verpasst Titelpremiere im Teamspringen

Norwegen - zum dritten Mal in Serie Team-Champion - lag am Ende mit 1727,7 Punkten umgerechnet 16 Meter vor den DSV-Adlern, die damit ihren ersten Skiflug-Titel als Mannschaft verpassten.

Der deutsche Rekordhalter Markus Eisenbichler (230,0+236,5 m) sowie WM-Debütant Pius Paschke (220,0+223,5 m) zeigten bei schwierigeren Flugbedingungen mit konstantem Rückenwind eine starke Vorstellung. Der 21 Jahre alte Youngster Constantin Schmid (220,5+207,5 m) - der den Vorzug vor den nach seinen Verletzungsproblemen der vergangenen Jahre um Anschluss kämpfenden Ex-Weltmeister Severin Freund erhielt - ließ hingegen im zweiten Durchgang Punkte liegen.

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Via Instagram betonte Geiger später allerdings: "Egal wie man das hier drehen und wenden möchte, das war stark! Von uns allen. Als Team gewinnt man und verliert man GEMEINSAM! Und heute haben wir definitiv den zweiten Platz gewonnen!"

Auch Schmid schien die Enttäuschung verarbeitet zu haben: "Zweitbestes Ski-Team der Welt. Das klingt doch wirklich gut."

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Mit Sportinformationsdienst (SID)

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