Nach England-Gala: Bellingham wird mit Lob überhäuft
Tuchel: City-Skandal „großes Thema“
Jude Bellingham entfacht mit seiner Gala-Vorstellung gegen Kroatien in England eine Welle der Begeisterung. Ex-Profi Roy Keane sieht im Real-Star das Potenzial, zu einem der größten Spieler der Geschichte aufzusteigen.
Mit 7:0 ließ die englische Nationalmannschaft am Samstagabend Kroatien keine Chance und bescherte dem Gegner die höchste Niederlage der Verbandsgeschichte. Auch wenn die Three Lions von Trainer Thomas Tuchel auf ganzer Linie überzeugten, stach einer ganz besonders heraus: Jude Bellingham.
Der Mittelfeldspieler von Real Madrid erzielte gegen Kroatien nicht nur selbst einen Treffer, sondern bereitete auch drei weitere Tore vor. Damit wurde Bellingham zum ersten englischen Nationalspieler seit David Platt im Februar 1993, der in einem Länderspiel an vier Toren direkt beteiligt war.
Entsprechend laut waren die Lobeshymnen auf der Insel. „Jude Bellingham beweist, warum er Weltklasse ist“, titelte The Sun und urteilte weiter: „Eine Leistung, die nicht von dieser Welt ist. Wo soll man da anfangen? Durchweg brillant.“
Keane schwärmt von Bellingham: „Ein großer Anführer“
Deutlich wurde auch Ex-Manchester-United-Star Roy Keane. „Bellingham sah aus wie ein erwachsener Mann, der gegen kleine Kinder spielt“, sagte er bei ITV: „Ich glaube, Bellingham kann sich zu einem der größten Spieler der Geschichte entwickeln. Vorausgesetzt, er bleibt verletzungsfrei und behält einen kühlen Kopf.“
Auch was Bellingham ohne den Ball leistet, imponiert Keane: „Das beflügelt all die anderen Spieler.“ Der 23-Jährige sei „ein großer Anführer für sie“.
Bukayo Saka, der gegen die Kroaten zwei Tore erzielte und dessen erstes Tor von Bellingham vorbereitet wurde, lobte die Leistung seines Teamkollegen ebenfalls. „Er war heute Abend, um ehrlich zu sein, einfach unglaublich“, sagte der Arsenal-Profi: „Er hat die Auszeichnung als Englands Spieler des Jahres verdient, und wahrscheinlich verdient er heute Abend auch die Auszeichnung als Mann des Spiels.“
Tuchel im Fokus: „England zeigt deutlich mehr Offensivdrang“
Lob gab es aber nicht nur für Bellingham: Die Arbeit von Nationaltrainer Thomas Tuchel wurde nach dem 7:0 ebenso hervorgehoben.
„Seitdem Tuchel wegen seiner zurückhaltenden Taktik, die zur Niederlage im WM-Halbfinale gegen Argentinien geführt hatte, heftige Kritik einstecken musste, zeigt England deutlich mehr Offensivdrang“, analysierte die BBC.
Telegraph-Reporter Jason Burt zeigte sich begeistert: „Wenn das Tuchel-Fußball ist, wenn Thomas Tuchel will, dass England so spielt, dann ja, bitte. Mehr davon – nur zu. Der Maßstab ist gesetzt.“
Tuchel selbst erklärte nach dem Spiel, er habe nach der WM „einige Dinge angepasst“ und den Spielern, darunter auch Bellingham, „viel Verantwortung“ übertragen.
Auf die Frage, ob der Real-Profi ein neues Leistungsniveau erreicht habe, antwortete der Deutsche: „Ja, im Moment sieht es so aus – und das muss man auch immer.“