BVB: Auch seinetwegen ging Kovacs überraschender Plan auf
Sonderlob für’s Geburtstagskind: “Er hat das richtig gut gemacht“
Nach drei sieglosen Spielen in Folge gelingt Borussia Dortmund der Befreiungsschlag. Beim Auswärtsspiel gegen Sabah FK geht der Plan von Trainer Niko Kovac auf. Einen entscheidenden Anteil daran hat ein Spieler, der sich an seinem Geburtstag selbst beschenkt.
Die Erleichterung beim BVB ist groß. Noch bevor die Krisendebatte richtig Fahrt aufnehmen konnte, beendete Dortmund seine Sieglosserie. Dabei war der Erfolg in Aserbaidschan mehr als nur ein dringend benötigtes Ergebnis. Vor allem offensiv zeigte die Mannschaft einen Aufwärtstrend und erspielte sich mehrere hochkarätige Chancen.
„Wir haben offensiv ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte Kovac seine Mannschaft. Nach zuletzt ideenlosen Auftritten fehlte es dem BVB vor allem an Kreativität und Durchschlagskraft. Diesmal bewies der Trainer bei der Aufstellung ein glückliches Händchen. Ein wichtiger Baustein: Carney Chukwuemeka, der am Dienstag seinen 23. Geburtstag feierte.
Kovacs Plan mit Chukwuemeka geht auf
Kovac reagierte auf die jüngste Leistungsschwäche mit einer Umstellung. Hinter der Doppelspitze aus Fabio Silva und Serhou Guirassy setzte er unter anderem auf Joey Veerman, Felix Nmecha und eben Geburtstagskind Chukwuemeka.
„Wir brauchen spielstarke Spieler“, erklärte Kovac vor der Partie. Nach dem Ausfall von Konstantinos Karetsas habe ein Akteur gefehlt, der im Eins-gegen-Eins Situationen auflösen und mit Dribblings Überzahl schaffen könne. Chukwuemeka sollte genau diese Lücke schließen.
Dass der englisch-österreichische Wirbelwind überhaupt in der Startelf stand, war durchaus überraschend. Nur durch den Ausfall von Konstantinos Karetsas (Bänderverletzung) im Spiel gegen Union Berlin wurde er zur ernsthaften Alternative. Für Chukwuemeka war es nach dem Pokalauftakt gegen den Hamburg Eimsbütteler BC (5:0) erst der zweite Startelfeinsatz in dieser Saison.
Der nun 23-Jährige war häufig anspielbar, suchte die Tiefe und ging ins Eins-gegen-Eins. Meist agierte er auf der Achterposition, rückte aber auch in die Spitze vor, wenn Guirassy sich fallen ließ. Nicht jede Aktion gelang, doch mit seinen Dribblings band er Gegenspieler und öffnete Räume. „Er hat das richtig gut gemacht“, befand auch Kovac nach dem Sieg. Gerade gegen tief stehende Gegner hatten Dortmund zuletzt solche Ideen gefehlt.
Chukwuemeka sorgt für Gefahr
Auch bei den gefährlichsten Dortmunder Aktionen war der Mittelfeldspieler beteiligt. Vor dem Führungstreffer kombinierte er sich mit Fabio Silva durch und drang gefährlich in den gegnerischen Strafraum. Sein Versuch wurde zwar geblockt, doch die Aktion mündete nach einem Schuss von Felix Nmecha schließlich in Guirassys Tor.
In der 70. Minute setzte Chukwuemeka den Stürmer erneut stark in Szene. Nach einem dynamischen Vorstoß bediente er Guirassy mustergültig, doch der Doppelpacker ließ die Großchance ungenutzt.
Chukwuemeka zeigte damit, welche Qualitäten er in Dortmund einbringen kann: Zug zum Tor, Kreativität und den Mut, auch in engen Situationen Lösungen zu suchen. Gegen Sabah lieferte er Argumente, die zuletzt gefehlt hatten.
Aber auch von seiner Arbeit gegen den Ball war Kovac angetan: „Ich fand auch, dass er es defensiv gut gemacht hat. Er hat sich bemüht, er hat die Zweikämpfe gesucht.“
Vom Pechvogel zum Hoffnungsträger
Chukwuemekas Zeit beim BVB verlief bislang wechselhaft. Während seiner ersten Leihe vom FC Chelsea überzeugte er vor allem als Einwechselspieler. Im Sommer 2025 verpflichtete Dortmund ihn schließlich für 20 Millionen Euro fest – ein Glückgriff. Da waren sich alle einig.
Doch der erhoffte Entwicklungsschritt blieb aus. Kniebeschwerden und muskuläre Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück, sodass er nie wirklich in einen Rhythmus fand. Auch in der österreichischen Nationalmannschaft, für die er sich im März – obwohl er die englischen U-Nationalmannschaften durchlaufen hatte – entschied, ist er bislang keine feste Größe. Die anfängliche Euphorie im ÖFB-Team flachte schnell ab.
Inzwischen ist Chukwuemeka seit über eineinhalb Jahren in Dortmund. Zuletzt spielte er kaum noch eine Rolle. Gegen Sabah rückte der Mittelfeldspieler plötzlich wieder in den Fokus.
Weitere News
Ein Durchbruch war der Auftritt noch nicht. Doch wenn Chukwuemeka fit bleibt und an diese Leistung anknüpft, könnte er Kovac eine zusätzliche Option für die Offensive bieten. Für den BVB wäre es, als hätte er einen Neuzugang gewonnen.