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Zwischen Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus herrscht eine tiefe Feindschaft
Zwischen Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus herrscht eine tiefe Feindschaft © Getty Images
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Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen sind erbitterte Feinde. Der Streit der beiden Erzrivalen sorgt für einen historischen Skandal in Griechenland.

Es geht um bizarre Intrigen, persönliche Feindschaften und einen roten Damenslip: Die Dauerfehde zwischen den beiden europäischen Spitzenklubs Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus ist endgültig eskaliert, die griechische Basketball-Liga liegt in Trümmern.

Solange der Erzrivale unbescholten "Terrorismus" und "Gesetzlosigkeit" verbreite, gebe es keinen Platz für die "Millionen Fans" des "führenden griechischen Klubs", heißt es in einem offiziellen Klub-Statement von Panathinaikos vom Mittwoch, man werde bis auf weiteres kein Spiel mehr absolvieren. Zugleich solle Premierminister Alexis Tsipras doch bitte Sportministers Giorgos Vasiliadis entlassen.

Die Pressemitteilung verbreitete der Rekordmeister unmittelbar vor dem letzten Hauptrundenspieltag der Basket League. Konsequenterweise trat der Tabellenführer - zumindest bis zu diesem Zeitpunkt - zur durchaus wichtigen Partie gegen den Abstiegskandidaten Kymi B.C. nicht mehr an und brachte das Meisterrennen und den Abstiegskampf durcheinander. Es herrscht vor den eigentlich geplanten Playoffs völliges Chaos. 

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Pokalhalbfinale lässt Streit eskalieren

Panathinaikos und Olympiakos, die sich auch im Fußball spinnefeind sind, befinden sich seit Monaten auf direktem Konfrontationskurs. Zwischen dem mächtigen Panathinaikos-Anteilseigner und Pharmaproduzenten Dimitris Giannakopoulos und der Reeder-Familie Angelopoulos aus Piräus fliegen seit jeher die Fetzen.

Nach dem skandalösen Pokalhalbfinale zwischen den beiden Branchenriesen im Februar verhärteten sich die Fronten noch einmal deutlich.

Olympiakos fühlte sich bei dem Duell von den drei Schiedsrichtern schwer verpfiffen und trat beim Stand von 25:40 nicht mehr zur zweiten Halbzeit an. Giannakopoulos bezeichnete die aufgebrachten Gegner als schlechte Verlierer und provozierte zusätzlich, indem er einen roten Damenslip über die leere Ersatzbank der Kontrahenten hängte. 

Referee von Skandalspiel angesetzt

Der zwölfmalige Meister reagierte prompt - natürlich per Pressemitteilung - und erteilte Giannakopoulos ein Hausverbot für die "Peace and Friendship"-Arena in Piräus. Zudem teilte Olympiakos mit, gegen Panathinaikos nur noch unter der Leitung ausländischer Schiedsrichter anzutreten. Bei Ansetzung der in Athen beteiligten Referees werde man ohnehin in keiner Partie mehr antreten.

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Das Liga-Derby im März fiel folglich ins Wasser, Piräus wurde mit einem Punktabzug belegt. An diesem Mittwoch kam es dann erneut zum Showdown hinter den Kulissen. Die Liga hatte Panagiotis Anastopoulos, einen der drei Schiedsrichter aus dem Skandalspiel im Pokal, für die Partie gegen Promitheas Patras angesetzt.

Olympiakos droht Zwangsabstieg

Und bei einem erneuten Nichtantritt drohte Olympiakos der Zwangsabstieg. Doch es kam anders. Vor dem Haus des Schiedsrichters sollen etliche Anhänger aufgetaucht sein und Drohrufe angestimmt haben. Anastopoulos stand für die Partie plötzlich nicht mehr zur Verfügung.

Dies rief dann die Panathinaikos-Bosse auf den Plan. Durch den Boykott und den wohl folgenden Punktabzug könnte Athen nun in der Tabelle auf den dritten Rang abstürzen. Der Gegner in der ersten Playoff-Runde wäre dann ausgerechnet Olympiakos - doch ein derartiges Szenario scheint aktuell kaum umsetzbar. Für den Donnerstag hat die Liga-Spitze laut Medienberichten eine Krisensitzung anberaumt. 

Derzeit wirkt es kaum so, als könnten all die Feindseligkeiten in kurzer Zeit abgebaut werden. Wahrscheinlicher scheint ein Ende der heißblütigen Duelle durch den Abschied von Piräus. Olympiakos soll ein großes Interesse daran haben, mit seiner ersten Mannschaft künftig in der adriatischen Basketballliga ABA zu spielen.

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