vergrößernverkleinern
Trainer Svetislav Pesic (M.) führte ALBA Berlin 1995 zum Gewinn des Korac Cup
Trainer Svetislav Pesic (M.) führte ALBA Berlin 1995 zum Gewinn des Korac Cup © Imago
Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Nach 24 Jahren winkt ALBA Berlin im Eurocup wieder ein internationaler Sieg. Der Triumph im Korac Cup 1995 veränderte damals die ganze Basketball-Nation.

Marco Baldi weiß, welche Kräfte ein großer Triumph freisetzen kann. Der ewige Macher von ALBA Berlin zog schon damals, beim Europapokal-Sieg 1995, die Fäden bei den Hauptstadt-Basketballern.

"Wir haben damals den deutschen Klub-Basketball auf die internationale Landkarte gesetzt", erinnert der Geschäftsführer sich jetzt - kurz bevor sein Team daran anknüpfen will.

Schafft ALBA es, das dritte Spiel bei Valencia Basket und damit das Finale um den Eurocup zu gewinnen, wäre das der erste deutsche Sieg in einem wichtigen Europapokal-Wettbewerb seit 24 Jahren - als die Albatrosse von damals mit einem Sieg über Stefanel Mailand den Korac Cup gewannen (Eurocup-Finale im Basketball: Spiel 3 Valencia Basket - ALBA Berlin ab 20.30 Uhr im LIVETICKER).

Anzeige

Der damals zweitwichtigste internationale Wettbewerb ist längst abgeschafft, als Gründungsmythos einer Basketball-Macht lebt er aber bis heute weiter. Der große ALBA-Triumph - zwei Jahre nach dem ebenso sensationellen deutschen EM-Sieg 1993 - veränderte den deutschen Basketball nachhaltig.

ALBA Berlin gelang 1995 ein Meilenstein

ALBA war damals ein junger Klub, im Nachwendejahr 1991 hervorgegangen aus der BG und den Resten der in Konkurs gegangenen DTV Charlottenburg. Der junge Baldi hatte die Vision, aus Berlin das Zentrum der Basketball-Nation zu machen. Und der Korac Cup half entscheidend dabei, sie zu verwirklichen.

ALBA spielte damals noch in der kleinen Sömmeringhalle, die nur etwa 2400 Zuschauer fasste. Für das Finale zog der Klub in die viermal so große Deutschlandhalle um - und verkaufte sie in kurzer Zeit aus.

Jetzt aktuelle Basketball-Fanartikel kaufen - hier geht's zum Shop | ANZEIGE

10.000 Fans bejubelten das aufstrebende Team mit Sasa Obradovic, Henrik Rödl, Stephan Baeck, Sebastian Machowski, Ingo Freyer und dem blutjungen Ademola Okulaja, betreut von Trainerfuchs Svetislav Pesic, der zwei Jahre zuvor auch das deutsche Team zum EM-Coup gecoacht hatte. Mit 85:79 rang ALBA Mailand im Rückspiel nieder, nachdem es sich in Mailand ein 87:87-Remis erkämpft hatte - eine Sensation!

Überragender Mann im Hinspiel war Obradovic mit 34 Punkten, Matchwinner in Berlin Forward Teoman Alibegovic, der in Berlin auf denselben Wert kam.

Meistgelesene Artikel

Henrik Rödl macht ALBA Mut

Für die Albatrosse war es der erste Titel überhaupt und der Grundstein für die sieben Meisterschaften in Serie, mit denen sie ab 1997 Bayer Leverkusen als deutsche Nummer 1 ablösten.

Der Erfolg im Korac Cup offenbarte der Mannschaft, den Fans und dem Umfeld, in welchen Dimensionen sich ALBA bewegen konnte, er war auch Katalysator für den Umzug in die Max-Schmeling-Halle, das wirtschaftliche Wachstum des Klubs und viele prägende Karrieren - die Obradovic und Co. auch als Trainer und in anderen Funktionen neben dem Court fortsetzten.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Für Rödl, inzwischen Bundestrainer, kann die Bedeutung des Korac-Cup-Triumphs kaum hoch genug eingeschätzt werden: "Mit dem Sieg damals ist ALBA ins europäische Rampenlicht getreten und hat als erster deutscher Klub, der in Europa einen Titel holte, eine Duftmarke gesetzt, die es noch nie gegeben hatte", sagte er kürzlich der Berliner Morgenpost.

Der Klub sei jetzt "eine in Europa anerkannte Basketballmarke, weil der Klub seinen Weg weitergegangen ist. Dafür wäre der Titel natürlich eine riesige Belohnung."

Nächste Artikel
previous article imagenext article image