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München - Sieben Jahre lang war Michael van Gerwen die Nummer eins der Darts-Welt. Nun hat Gerwyn Price ihn abgelöst. Doch wann kann MvG überhaupt zurückschlagen?

Lange sah es danach aus, als würde es die WM von Michael van Gerwen werden.

Der Darts-Superstar marschierte mit großartigen Leistungen durch das Event im Ally Pally, ließ sich nicht einmal von einem unfassbar gut spielenden Joe Cullen stoppen.

Doch im Nachhinein betrachtet war das Turnier wie das ganze Jahr 2020 eine Enttäuschung. Für den Top-Favoriten kam gegen Dave Chisnall das Aus. Er ging mit 0:5 unter. (Alle Ergebnisse der Darts-WM 2021)

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Durch den späteren Titelgewinn von Gerwyn Price hat sich die Lage von MvG sogar noch verschlechtert. Denn der Dominator des Dartssports steht erstmals seit 2014 nicht mehr an der Spitze der Weltrangliste.

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Order of Merit: Gerwyn Price vor Michael van Gerwen

In der Vergangenheit lag van Gerwen zeitweise uneinholbar weit vorne. Doch das Krisenjahr 2020 hat seinen Vorsprung schmelzen lassen und der WM-Sieg des Walisers war der Todesstoß für die Dominanz des Niederländers.

Nun stellt sich die Frage: Wie schnell kann "Mighty Mike" sich den heiß ersehnten ersten Platz, der als Setzlistenplatz Nummer eins für die meisten Major-Turniere herangezogen wird, zurückerobern?

Um diese Frage zu beantworten, müssen die Preisgelder bestimmter PDC-Turniere genauer unter die Lupe genommen werden. Die Gewinne der vergangenen zwei Jahre in diesen Turnieren sind ausschlaggebend für die Reihenfolge der Weltrangliste.

Michael van Gerwen gewann vor zwei Jahren mehr als Gerwyn Price

Gewertet werden unter anderem die Turniere der Players Championship und der European Tour. Wie viele es davon im Jahr 2020 geben wird, steht allerdings noch nicht fest. Wegen der Corona-Situation hat die PDC bislang kaum Ansetzungen bekannt gegeben.

Im vergangenen Jahr erspielte Price bei diesen Turnieren mit 96.750 Pfund mehr Preisgeld als MvG mit 85.250. Mit einer Formsteigerung könnte "The Green Machine" seinen Kontrahenten in dieser Kategorie zwar überflügeln, angesichts des Rückstands von 272.750 Pfund ist über diese Turniere kaum etwas gutzumachen.

Wesentlich entscheidender für die Order of Merit sind die Majors. Von diesen fließen UK Open, World Matchplay, World Grand Prix, European Championship, Grand Slam und die WM in die Rangliste ein. Andere Majors wie zum Beispiel die prestigeträchtige Premier League sind nicht relevant, da es sich um Einladungsturniere handelt.

Das Problem für van Gerwen bei seiner Mission "Rückeroberung der Spitzenposition" ist, dass er zwar viel Preisgeld einspielen kann, ihm aber auch gleichzeitig wieder vieles gestrichen wird. Da die Liste immer nur die Preisgelder der vergangenen zwei Jahre abbildet, fallen die Gewinne des Jahres 2019 peu à peu aus der Liste raus.

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Darts-WM 2022: Die große Chance

Im Jahr 2019 hat der Niederländer bei den entscheidenden Majors ca. 50.000 Pfund mehr Preisgeld eingespielt als Gerwyn Price. Was auch bedeutet, dass er mehr zu verlieren hat. Der Vorsprung des Iceman beträgt aktuell 272.750 Pfund. Wenn Price also seine herausragende Form des Vorjahres auch nur annährend halten kann, scheint eine Übernahme der Führung durch Michael van Gerwen vor der WM 2022 höchstunwahrscheinlich. (Die Preisgelder der Darts-WM 2021)

Doch spätestens die nächste Weltmeisterschaft bietet die große Möglichkeit für MvG, wieder oben anzugreifen. Bei einem Preisgeld von 500.000 Pfund für den Gewinner übernimmt dieser nämlich fast zwangsläufig den ersten Platz in der Order of Merit. Zumindest, wenn sein Name Peter Wright oder Michael van Gerwen lautet.

Allerdings hat van Gerwen mit einem Finaleinzug (200.000 Pfund) auch dort mehr zu verteidigen als Price (Halbfinale, 100.000 Pfund), weshalb er auf ein frühes Ausscheiden des Walisers hoffen muss.

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