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München - Max Hopp lässt seiner "Weltmeister"-Ansage bisher nur selten Taten anfolgen. Beim World Grand Prix bietet sich ihm aber nun die Chance, die Wende zu schaffen.

"Max ist ein phänomenaler Spieler, aber die Leute sollten nicht vergessen, dass das bereits seine sechste Weltmeisterschaft ist. Mit dem Talent, das er hat, hätte er schon weiter sein sollen." (World Grand Prix täglich ab 20 Uhr im LIVETICKER)

So rechnete Michael van Gerwen mit Deutschlands bestem Darts-Spieler Max Hopp ab, nachdem er diesen zuvor in der dritten Runde der Darts-WM 2019 eine weitere Lehrstunde erteilt hatte.

Van Gerwen führte weiter aus, dass Hopp nicht ständig die Hersteller seiner Pfeile wechseln solle und sein Umzug an die tschechische Grenze ein Fehler war. "Er ist fraglos ein großes Talent. Aber er muss einfach viel mehr daraus machen", lautete das Fazit von van Gerwen.

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Hopp wartet auf großen Durchbruch

Gut zehn Monate später bleibt festzuhalten, dass Hopp der große Durchbruch immer noch nicht gelungen ist, wenngleich er seine Leistungen etwas stabilisiert hat.

So steht er immerhin auf Rang 25 der Order of Merit (Darts-Weltrangliste), was es ihm ermöglicht, auch an großen Major-Events wie dem laufenden PDC World Grand Prix teilzunehmen.

Auf Einladung der PDC durfte der im Januar als bester Jungprofi des Jahres 2018 ausgezeichnete Hopp sogar an einem Spieltag der Premier League teilnehmen. Ausgerechnet beim Heimspiel in Berlin legte Hopp jedoch einen mäßigen Auftritt hin und schenkte Raymond van Barneveld dessen einzigen Sieg.

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Licht und Schatten wechseln bei Hopp ab

Auch bei den Players Championship Turnieren wechseln sich Licht und Schatten insgesamt noch zu oft ab. Hin und wieder nutzt er einmal die Chance eines günstigen Draws wie beim German Darts Grand Prix im April - doch deutlich häufiger ist für den 23-Jährigen nach den ersten beiden Runden Feierabend.

In Barnsley konnte sich Hopp vor zwei Wochen wieder einmal in ein Viertelfinale vorkämpfen. Diesem Erfolgserlebnis ließ er bei den folgenden beiden Turnieren allerdings Niederlagen gegen zwei Spieler folgen, die sich nicht einmal unter den Top 140 der Order of Merit befinden. (SERVICE: Das Darts-Vokabular)

Seine im Juni überraschend forsch getätigte Ansage in der Bild "Ich werde Darts-Weltmeister" in die Tat umzusetzen, scheint zumindest in näherer Zukunft immer noch Utopie zu sein.

Hopp kann beim World Grand Prix überraschen

Mit dem World Grand Prix in Dublin steht nun aber ein Darts-Highlight bevor, mit dem Hopp seine Saison noch einmal in Schwung bringen und sich in Hinblick auf die langsam näher rückende Darts-WM Selbstbewusstsein holen kann.

Da ist es Fluch und Segen zugleich, dass Hopp für seine erste Runde den Schotten Peter Wright als Gegner zugelost bekam. Gegen den Weltranglistensiebten geht er als klarer Außenseiter in die Partie und steht somit kaum unter Druck.

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Zudem hatte auch Wright in den vergangenen Monaten hin und wieder Erstrundenniederlagen zu verkraften. Und auch wenn Wright die meisten Duelle gegen den Deutschen für sich entscheiden konnte - 2018 gelang es Hopp bei den German Open bereits einmal, "Snakebite" zu bezwingen.

Die größte Chance für Hopp könnte dabei der spezielle Spielmodus Double In/Double Out sein. Dieser Modus führt gerade in den ersten Runden dazu, dass es reihenweise Überraschungen gibt. Ein Sieg von Hopp wäre daher alles andere als verwunderlich.

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