Für diesen Horror-Check wird DEL-Rüpel Pinizzotto bestraft
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München - Bad Boy Steve Pinizzotto vom EHC Red Bull München knockt im ersten DEL-Halbfinale Olympiaheld Matthias Plachta brutal aus. Ein Trainer kritisiert die Schiris.

Der EHC Red Bull München hat das erste Playoff-Halbfinale der DEL  gegen die Adler Mannheim mit 4:2 gewonnen - überschattet wurde die Partie aber von einem Brutalo-Check des Münchners Steve Pinizzotto gegen Olympiaheld Matthias Plachta.

Im letzten Drittel streckte Bad Boy Pinizzotto Plachta an der Bande mit einem bösen Ellenbogen-Check gegen den Kopf zu Boden. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Der Olympia-Silbermedaillengewinner blieb minutenlang regungslos liegen und konnte das Eis und nur gestützt von einigen Betreuern verlassen. Für ihn war die Partie damit beendet. Auch ein Einsatz im weiteren Verlauf der Serie sei "mehr als fraglich", wie Mannheims Pressesprecher Adrian Parejo bei SPORT1 erklärte.

Doch für Pinizotto ist die Serie ebenfalls so gut wie beendet. Der 33-Jährige wurde von der DEL für fünf Spiele gesperrt, zudem bekam er eine Geldstrafe aufgebrummt. Nur in einem möglichen Spiel sieben dürfte Pinizzotto wieder aufs Eis.

Adler-Coach pestet gegen Schiris

Dabei hatten Schiedsrichter für Pinizzotto lediglich eine Zwei-Minuten-Strafe für das anschließende Gerangel mit David Wolf ausgesprochen - was Adler-Coach Bill Stewart so richtig in Rage brachte. (SERVICE: Spielplan und Playoff-Stand der DEL-Playoffs)

"Die Aufgabe eines Trainers ist es, seine Spieler zu schützen. Auch die Schiedsrichter haben diese Aufgabe. Sie sollen das Spiel sauber halten", ereiferte sich der Kanadier nach der Partie, und fuhr fort: "Dass in einer Begegnung zweier Mannschaften Emotionen mitschwingen, ist normal und das soll auch so sein. Aber bei den Schiedsrichtern heute herrschte das totale Chaos, von der ersten bis zur letzten Minute. Die Schiedsrichterleistung war inakzeptabel und und für eine Profiliga unangemessen."

Im Rhein-Neckar-Fernsehen fand Stewart noch drastischere Worte. "Diese Liga war stolz, dass ihre Spieler bei Olympia Silber gewonnen haben, aber wenn man Dinge wie heute sieht, dann ist das ein Witz!", sagte der Stewart: "Die zwei Hauptschiedsrichter haben daraus, dass zwei Teams ziemlich hart gespielt haben, einen Zirkus gemacht." Es kümmere ihn nicht, ob er für die Aussagen bestraft werde.

Die DEL leitete auf Antrag der Adler ein Verfahren gegen Pinizzotto ein. Daraus folgte nun die Sperre für den Münchner.

Sauberer Check? Jackson irritiert

Münchens Meistertrainer Don Jackson hatte die Eishockey-Szene irritiert, als er das Foul in seiner ersten Reaktion als "clean hit", also sauberen Check, bezeichnete.

Diese Aussage machte der US-Amerikaner allerdings ohne Kenntnis von Nahaufnahmen der Szene. In Echtzeit sei er der Meinung gewesen, dass Pinizzotto seine Arme beim Check am Körper gehabt habe.

Münchens Konrad Abeltshauser, der Plachta vom Eis begleitet hatte, schilderte nach dem Spiel, wie er die Szene erlebt hatte: "Ich habe den Ellenbogen nicht gesehen, ich war selber am Matthias dran. Von dem her habe ich nicht gesehen, wie er gekommen ist. Hoffentlich fehlt ihm nichts Schlimmeres."

Pinizzotto teilt nach Brutalo-Check weiter aus

Mannheims David Wolf bekam nach der folgenden Rangelei für übertriebene Härte ebenfalls zwei Minuten. Der Mannheimer krallte sich den Deutsch-Kanadier nach dessen Foul und stellte den Münchener erstmal mit den Händen zur Rede.

Steven Pinizzotto traf Matthias Plachta mit dem Ellenbogen am Kopf und checkte ihn in die Bande
Steve Pinizzotto traf Matthias Plachta mit dem Ellenbogen am Kopf und checkte ihn in die Bande © SPORT1

Auf der Strafbank lieferten sich die beiden ein verbales Duell, welches Pinizzotto nach Ablauf der Sperren mit den Fäusten beenden wollte. Der Red-Bull-Star stand keine zwei Sekunden auf dem Eis, als er Wolf zum Kampf Mann gegen Mann aufforderte.

Wolf zeigte daran jedoch kein Interesse und fuhr von dannen. Der Münchner bekam eine 10-Minuten-Disziplinarstrafe aufgebrummt.

Zuvor hatte Pinizzotto keinerlei Einsicht gezeigt, sondern auf der Bank immer wieder gegrinst und Grimassen gemacht und Plachta mit verhöhnenden Gesten bedacht. Diese sollten offenbar ausdrücken, der Mannheimer habe sich schlafen gelegt.

"So ein Verhalten ist unterste Schublade", sagte Adler-Gesellschafter Daniel Hopp.

Das Spiel drohte danach aus dem Ruder zu laufen, nachdem sich beide Teams gegenseitig mit unschönen Aktionen eindeckten. Nach weiteren Strafen für Keith Aulie (München, Behinderung) und Luke Adam (Mannheim, Beinstellen) ging die harte Partie aber vergleichsweise glimpflich zu Ende.

Spiel zwei München vs. Mannheim LIVE auf SPORT1

Schon am Samstag in Mannheim (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) steht Runde 2 des Hass-Gipfels an - Titelverteidiger München geht dann mit einer 1:0-Führung, aber ohne Pinizzotto ins Spiel. (SERVICE: So läuft das Halbfinale der DEL-Playoffs)

Maximilian Kastner (6.), Olympia-Silbermedaillengewinner Dominik Kahun (20.) und Kapitän Michael Wolf (26./55.) trafen im Auftaktspiel vor 5870 Zuschauern für die Münchner.

Bei den Gästen waren Christoph Ullmann (13.) und Luke Adam (26.) erfolgreich.

DEL-Rekordtorschütze Wolf baute die Führung in der Bestenliste durch seine Treffer Nummer 321 und 322 aus, der Nürnberger Patrick Reimer steht weiter bei 318.

Das Spiel im Stenogramm: 

Red Bull München - Adler Mannheim 4:2 (2:1, 1:1, 1:0)
Tore: 1:0 Kastner (5:50), 1:1 Ullmann (12:26), 2:1 Kahun (19:24), 2:2 Adam (25:05), 3:2 Wolf (25:39), 4:2 Wolf (54:36)
Zuschauer: 5870
Strafminuten: München 8 plus Disziplinar (Pinizzotto) - Mannheim 10
Playoff-Stand: 1:0

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