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München - Das deutsche Team steht im Viertelfinale der Eishockey-WM und kann dabei auf gleich mehrere Erfolgsgaranten in allen Mannschaftsteilen setzen.

Das Eis-Märchen der deutschen Nationalmannschaft geht weiter!

Bei der Eishockey-WM in der Slowakei (LIVE im TV auf SPORT1) hat das DEB-Team das Viertelfinale erreicht und trifft dort am Donnerstag auf Tschechien (Eishockey-WM: Viertelfinale Deutschland - Tschechien ab 20 Uhr LIVE im TV und STREAM). 

Durch den 4:2-Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Finnland sicherte sich die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm noch Rang drei und umgeht somit das Viertelfinal-Duell mit Topfavorit Russland. Zuvor legte das deutsche Team mit vier Siegen in vier Spielen bereits den besten WM-Start seit 1930 aufs Eis.

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Auch wenn Superstar Leon Draisaitl natürlich heraussticht - der Erfolg des deutschen Teams hat viele Gesichter. SPORT1 stellt die Erfolgsgaranten der Nationalmannschaft bei der WM vor.

- Leon Draisaitl

Der NHL-Superstar von den Edmonton Oilers sollte das deutsche Team nach seiner Rekordsaison in Übersee offensiv anführen. Mit acht Scorerpunkten (fünf Tore, drei Vorlagen) ist der gebürtige Kölner der Topscorer im DEB-Team. Im wichtigen Spiel gegen Finnland traf "Drat" gleich zwei Mal. Außerdem sicherte er mit seinem Tor gegen die Slowakei in der Schlussminute den Einzug ins Viertelfinale. (Tabellen der Eishockey-WM)

Seine offensive Bilanz stimmt also, auch wenn die "Kumpelreihe" mit Dominik Kahun und Frederik Tiffels vor dem letzten Gruppenspiel aufgelöst wurde, um der Mannschaft über mehrere Reihen hinweg mehr offensive Gefahr zu verleihen. (Spielplan und Ergebnisse der Eishockey-WM)

Für Aufsehen sorgte die Kritik von Bundestrainer Söderholm an seiner Defensivarbeit vor dem Finnland-Duell. "Er kann auf alle Fälle besser in der Defensive arbeiten. Ich glaube nicht, dass das ein Geheimnis ist", sagte der Finne. Draisaitl antwortete auf dem Eis und erkämpfte sich vor seinem zweiten Tor die Scheibe in der eigenen Hälfte, bevor er nach einem Solo ins finnische Tor einschob. Der deutsche Superstar wird bisher seiner Rolle absolut gerecht.

- Dominik Kahun

Der zweite Offensivstar aus der NHL im deutschen Team steht etwas im Schatten von Draisaitl, hat aber bereits vier Vorlagen auf seinem Konto.

Gegen Finnland platzte dann auch endlich der Knoten vor dem Tor. Mit einem Rückhandschuss erzielte er den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich und steht nach sieben Spielen bei fünf Scorerpunkten.

Nun, wieder ohne Draisaitl in seiner Reihe, liegt der offensive Fokus natürlich wieder etwas mehr auf den Schultern von Kahun. Das Viertelfinale wird für ihn ein ganz besonderes, schließlich ist der Profi der Chicago Blackhawks in Tschechien geboren. 

- Markus Eisenschmid

Mit DEL-Meisterehren geschmückt, spielt der Stürmer der Adler Mannheim auch eine starke Weltmeisterschaft. In sieben Spielen gelangen ihm bereits sechs Vorlagen und ein Treffer. Eisenschmid stammt aus einer eishockeyverrückten Familie. So jagen auch seine beiden Schwestern dem Puck auf dem Eis hinterher.

Mit einem Wert von +2 in der Plus/Minus-Statistik ist er hinter Draisaitl, Kahun und Tiffels der beste Offensivspieler im deutschen Team.

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- Moritz Seider 

Jung, unbekümmert, frech. Mit diesen Attributen spielte sich Seider bei der WM ins Rampenlicht.

Der Verteidiger sorgte aber in den ersten vier Spielen nicht nur in der Defensive für Ordung, sondern setzte auch offensive Akzente mit gleich zwei Treffern bei seiner ersten WM bei den Herren. Der 18-Jährige war zusammen mit Finnlands Kapo Kakko in aller Munde bei der Frage nach den größten WM-Shootingstars.

Doch im Duell mit der Slowakei wurde Seider unsanft ausgebremst. Der Slowake Ladislav Nagy checkte ihn brutal von hinten in die Bande, woraufhin der junge Deutsche benommen liegen blieb.

Mit einer Gehirnerschütterung verpasste er die restlichen Vorrundenspiele, wird aber im Viertelfinale mit großer Wahrscheinlichkeit wieder zur Verfügung stehen.

- Yannic Seidenberg

Der Routinier ist mit seinen 36 Jahren eine echte Führungsfigur auf dem Eis und zeigt dies auch bei der aktuellen WM. Bereits drei Vorlagen hat der Verteidiger auf seinem Konto und ist damit bester Assistgeber der deutschen Defensivspieler. 

Aufgrund seiner Erfahrung wird er auch im Viertelfinale wieder viel Eiszeit bekommen und versuchen, nach Olympia-Silber 2018 den nächsten Coup einzufahren.

- Moritz Müller

Der Kapitän spielt eine starke Weltmeisterschaft und hält in der Defensive den Stars um Draisaitl und Kahun den Rücken frei. Mit einem Plus/Minus-Wert von +6 weist er unter allen deutschen Defensivspielern die beste Statistik auf. Gegen Finnland bestritt er bereits sein 150. Länderspiel für das DEB-Team.

Offensiv konnte der Profi der Kölner Haie sich bislang noch nicht aufs Scoreboard bringen, sollte Deutschland trotzdem ins Halbfinale kommen, wird ihm das sicherlich reichlich egal sein. 

- Matthias Niederberger

Die Torhüterfrage wurde vor der WM heiß diskutiert, denn der Bundestrainer ließ Danny aus den Birken und Dennis Endras in Deutschland. Stattdessen ging Niederberger - da ohne NHL-Goalie im Kader - als Nummer 1 ins Turnier. Und lieferte ab! Mit einer Save-Quote von 94,17 Prozent liegt er auf Rang vier unter allen Goalies bei der WM. 

Auch sein Gegentorschnitt von nur 1,77 pro Spiel ist stark und der fünftbeste Wert des Turniers. Auch nach der Verletzung von NHL-Goalie Grubauer zeigte Niederberger gegen die Topteams der Gruppe starke Leistungen.

- Philipp Grubauer

Heiß ersehnt war sein Debüt gegen Frankreich, doch der Goalie der Colorado Avalanche musste im zweiten Drittel bereits mit muskulären Problemen vom Eis und verpasste weite Teile der Vorrunde.

Zum Abschluss gegen Finnland war Grubauer aber wieder fit und zeigte eine bärenstarke Leistung. 39 von 41 Schüssen konnte er parieren, was einer Save-Quote von über 94,44 Prozent entspricht. 

Mit seiner Aura verleiht der NHL-Goalie nicht nur seinen Mitspielern mehr Sicherheit in der Defensive, sondern kann auch die Gegner beeindrucken. Im Viertelfinale muss er an die Leistung gegen Finnland anknüpfen, um dem deutschen Team eine Chance auf den Sieg zu sichern.

Fazit:

Das deutsche Team zeichnet bei dieser Weltmeisterschaft eine starke Teamleistung aus. Anders als bei vergangenen Turnieren, wo viel von den NHL-Stars abhing, glänzen in der Slowakei gleich mehrere Spieler.

So ist das Team von Bundestrainer Söderholm schwerer auszurechnen und kann gegen Tschechien möglicherweise für die sensationelle Fortsetzung des Eis-Märchens sorgen.

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