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FIFA-Profi Sakul gewinnt den Formel 1 Streamer Cup
FIFA-Profi Sakul gewinnt den Formel 1 Streamer Cup © Lukas "Sakul" Vonderheide
Lesedauer: 5 Minuten
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Am Freitag traten einige FIFA-Profis und Content Creator in Formel 1 2020 gegeneinander an. Am Ende hatte ein Spieler des FOKUS Clans die Nase vorn.

Die FIFA-Saison neigt sich ihrem Ende zu, in Europa ruht der digitale Ball inzwischen. Das letzte große Turnier war die FIFA Summer Cup Series: Europa, an deren Ende Ollelito jubeln durfte. Für die eSportler der Szene bedeutet dies Sommerpause, entspannen von FIFA 20 und Vorfreude auf FIFA 21. In der Zwischenzeit muss der Content aber weitergehen. 

Vom Rasen ins Cockpit

Viele FIFA-Profis und Streamer sind auf der Suche nach einer Alternative auf einen gemeinsamen Nenner gekommen und haben sich hinter das Gaming-Lenkrad gesetzt. Das erst kürzlich erschienene Formel 1 2020 erweitert nicht nur die Bandbreite an aktuellen Sim Racing Titeln, sondern scheint auch bei den Communities der eSportler gut anzukommen. Am Freitag traten also diese sieben FIFA-Streamer, -Profis und -Content Creator im F1 Streamer Cup an.

  • Benedikt "SaLz0r" Saltzer
  • Matthias "STYLO" Hietsch
  • Lukas "Sakul" Vonderheide
  • Lukas "Obafemimoebus" Möbus
  • Manuel "Kubinho" Kubli (FC Rapperswil-Jona)
  • Tobias "HoodyMT" Meinhard
  • "GameForceFIFA"

Jeder prominente Teilnehmer hat im Vorlauf ein eigenes Qualifying ausgerichtet und ein fähiges wie williges Community-Mitglied rekrutiert. So ging es mit 14 Fahrern auf die Strecken. Gefahren wurden fünf große Preise.

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Schnell kristallisierte sich heraus, dass das Team um Lukas "Sakul" Vonderheide große Ambitionen aufs Podium hat. Sowohl Sakul, als auch sein Mitfahrer rangierten in den ersten vier Rennen auf den vorderen Plätzen und mauserten sich so nach und nach eine Menge Punkte zusammen. Schlussendlich siegte dann tatsächlich das Team Haas mit Sakul und "andisvfcb" mit satten 140 Zählern. Damit ergab sich folgende Abschlusstabelle:

  1. TEAM "Sakul" (140 Punkte)
  2. TEAM "STYLO" (87 Punkte)
  3. TEAM "Kubinho" (86 Punkte)
  4. TEAM "GameForceFIFA" (62 Punkte)
  5. TEAM "HoodyMT"
  6. TEAM "SaLz0r" (53 Punkte)
  7. TEAM "Obafemimoebus" (33 Punkte)

Im Laufe des Turniers kam es zu kleineren Problemen. So war im Gegensatz zu den anderen Rennen in Monaco Ghosting aktiviert. Durch das Ghosting werden nach Crashes die Autos "durchlässig", damit keine unnötigen Staus und Massenkarambolagen entstehen, was gerade auf engen Strecken wie in Monaco zum Problem werden kann. Zweikämpfe um Positionen werden hingegen normal geführt und können so weiterhin zu Kontakt oder gar Unfällen führen. Die Jury entschied sich spät, das Rennen wegen der Ghosting-Einstellung abzubrechen.

Ursprünglich stand wohl sogar im Raum, für das gesamte Turnier Ghosting zu aktivieren, um Crashes und Rückstau zugunsten eines flüssigen Ablaufs zu verhindern. Ob vor dem Grand Prix in Monaco alle Teilnehmer über die kurzfristige Regelaussetzung überhaupt informiert worden waren, ist nicht wirklich klar.

Obafemimoebus fiel indes mit interessanten Fahrmanövern auf und verursachte den einen oder anderen Unfall. Die Rennleitung um Organisator Thommy "parkbankpunk" Bayer schritt aber jeweils ein und traf entsprechende Entscheidungen.

Letzter in der Einzelwertung wurde Benedikt "SaLz0r" Saltzer, der nur das letzte Rennen zu Ende fuhr und so mit Null Punkten aus dem Cockpit stieg. Neben dem gemeinsam sehr starken Team Sakul wusste allerdings ein Einzelner besonders zu überzeugen. Team STYLO-Mitfahrer "Giova" wurde mit 81 Punkten Erster in der Fahrerabschlusstabelle und darf sich damit quasi F1 Streamer Cup "Weltmeister" nennen.

"Ich freue mich natürlich, mit meinem Teamkollegen den Streamer Cup gewonnen zu haben. Grundsätzlich hat es Spaß gemacht und es gab einige coole Duelle auf der Strecke.", sagte Lukas "Sakul" Vonderheide im Gespräch mit SPORT1. "Allerdings hat man auch gemerkt, dass es das erste F1 Turnier war." Problematisch sehe er die Regelauslegung und das Timing der angefallenen Entscheidungen.

"Zum Beispiel haben sich die Fahrer dazu entschieden in Monaco Ghosting zu aktivieren, damit es auf der engen Strecke nicht zu kompletten Staus nach einem Crash kommt oder überrundetete Autos nicht die Führenden blockieren. Nach 15 von 20 Runden wurde das Rennen dann allerdings aufgrund der Ghosting Einstellung abgebrochen, obwohl dies bereits in Runde 5 bemerkt wurde."

Luft nach oben

"Dazu hatte ich und auch weitere Leute aus der Community das Gefühl, dass die Jury gar nicht wusste was Ghosting überhaupt bezweckt in einem Online-Rennen. Von den Fahrern und dem Großteil der Community hat sich keiner über das Ghosting beschwert.", untermauert Sakul. "Insofern gibt es also noch genug Luft nach oben für zukünftige Turniere. Nichtsdestotrotz hatte ich auch viel Spaß beim Turnier."

Der Umgang unter den Teilnehmern war trotz dieser kleineren Unwägbarkeiten sehr sportlich und freundschaftlich. Eigentlich alle sprachen sich für eine Neuauflage aus. Den gesamten Verlauf mit allen Rennen und Entscheidungen findet ihr hier.

"Es ist toll, dass alle Beteiligten eine solch schöne Möglichkeit bekommen haben, sich im Rahmen des Cups in F1 mit Kollegen aus dem FIFA Bereich zu messen.", findet Kommentator und Cup-Regisseur TimKalation. "Alle waren sehr motiviert und haben im Vorfeld trainiert. Die Rennen waren spannend und die Leistungen teilweise erstaunlich gut."

Er betont auch, dass die Kontrahenten stets fair miteinander umgegangen sind. "Auch in kritischen Situationen - nach Fahrfehlern oder ähnlichem, wurde zwar leidenschaftlich, aber immer ordentlich diskutiert."

Und beim nächsten Mal dann aus der Regie hinters Steuer? "Ich persönlich würde gerne mitfahren, mache es aber weiterhin davon abhängig, als wie gut ich meine Fahrkünste einschätze. Als Regie und Kommentator hat es mir aber mindestens soviel Freude gemacht!" 

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