Vom Prinz zum Businessman: Das Imperium Lukas Podolski
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München - So richtig ernst wurde Lukas Podolski zeit seiner Karriere nur selten genommen. Dabei ist kaum ein anderer aktiver Fußballer derart geschäftstüchtig.

"Er ist ein lieber, gemütlicher Typ, der Harmonie und Ruhe mag. Er wird kein dicker Brummer, aber vielleicht so ein kleiner, gemütlicher Dicker".

2011 blickte Reiner Calmund in seinem Buch "Eine Kalorie kommt selten allein" in die Glaskugel - und offenbarte, dass der Ex-Manager von Bayer Leverkusen als Wahrsager wohl kein Schwergewicht der Branche geworden wäre.

Denn Calmund hatte oben genannte Passage Lukas Podolski und dessen Leben als Fußball-Rentner gewidmet.

Podolski wird zum Businessman

Mit 33 Jahren ist der sportliche Ruhestand nicht mehr weit, an Gemütlichkeit ist aber weder jetzt noch in naher Zukunft zu denken.

Aus dem Kölsche Jung, dessen unbekümmerte Sprüche schon lange Legendenstatus erreicht haben, und der von der breiten Öffentlichkeit gerne mal als ein wenig einfach beschrieben wurde, ist trotz seiner noch laufender Karriere bereits ein umtriebiger Geschäftsmann geworden.

Gastronomie-Investitionen in Köln

Während Calmund damals die schlesische Küche aus Podolskis Heimat als möglichen Stein des Anstoßes für die von ihm prognostizierte Leibesfülle des 130-maligen Nationalspielers prophezeite, setzt Podolski in Sachen Business geografisch eher auf südlichere Gefilde.

Mit zwei Döner- beziehungsweise Kebap-Lokalen in der Kölner Südstadt und in Bergisch-Gladbach hat er sich ein Standbein in der Gastronomie aufgebaut.

Dazu kommen zwei Eissalons unter dem Namen Ice Cream United und das Brauhaus "Zum Prinzen", das zwar nicht von Podolski betrieben wird, wofür er aber als Namensgeber fungiert.

"Wenn du mir vor einigen Jahren gesagt hättest, dass er einen Döner-Laden betreibt, hätte ich das nie geglaubt. Umso schöner ist es, dass er weiß, was er will und das durchzieht", sagt Gerald Asamoah, sein ehemaliger Teamkollege bei der Nationalmannschaft bei SPORT1. "Ich freue mich total für ihn."

Standort all seiner Genuss-Tempel: natürlich Köln.

Lukas Podolski besitzt zwei Kebap-Läden in Köln
Lukas Podolski besitzt zwei Kebap-Läden in Köln © Imago

Image fördert Karriere nach der Karriere

Von dort aus schickte sich Podolski an, Deutschland zu erobern. Als D-Jugendlicher wechselte er 1995 zum 1. FC Köln, wurde zum Nationalspieler und zu dem "Prinz Poldi", der bis heute höchste Sympathiewerte genießt.

Noch mit 33 Jahren hat er das Image des sympathischen Spaßvogels inne, der nie die Bodenhaftung verliert. Der Zeit seines Lebens eine besondere Beziehung zu seiner Heimatstadt pflegt.

2016 veröffentlichte er zusammen mit Rapper Mo-Torres und der Band Cat Ballou die Köln-Hymne "Liebe deine Stadt" - und kletterte auf Platz 1 der Download-Charts.

Das macht ihn authentisch, das macht ihn begehrt. Als Werbegesicht und Testimonial. Podolski nimmt man ab, was er sagt und tut.

Podolski in der Werbung gefragt

Ob er in einem Werbespot im Namen von Kumpel Bastian Schweinsteiger eine Chipsrunde für das gesamte Stadion schmeißt, oder als Werbefigur eines Wettanbieters auf einem Elefanten reitet: Es fällt einem leicht zu glauben, dass Podolski genau diese Dinge auch im realen Leben Spaß machen würden.

"Ich mache nur Sachen, hinter denen ich auch hundertprozentig stehen kann", sagte er, als im Mai dieses Jahres gemeinsam mit dem Drogeriemarkt dm seine neue Pflegelinie Strassenkicker vorstellte.

Podolski mit Modelabel und Pflegelinie

Zwar ist der Name Podolski auf den Produkten nicht zu sehen, es ist aber kein Geheimnis dass die Marke Strassenkicker dem Fußball-Star gehört. Er verkauft Mode, beispielweise Hoodies, T-Shirts und Basecaps, die den Schriftzug tragen

Nun also auch Duschgels und Deos für Männer, entwickelt vom Weltmeister von 2014, der vom Design bis hin zum Duft an der Entstehung beteiligt war.   

"Wir haben uns bewusst für eine Zusammenarbeit entschieden. Seine Authentizität sowie die Beliebtheit bei Männern und jungen Kickern sind wichtige Anknüpfungspunkte. Seine authentische Ausstrahlung wird sicherlich auch durch seine Bodenständigkeit und seine Begeisterungsfähigkeit geprägt&quat;, begründete das Unternehmen seine Entscheidung bei SPORT1.

Podolski denkt an Mitmenschen

Ein Teil des Erlöses jedes Produkts geht übrigens an die Stiftung des einstigen Bayern-Spielers, die sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Perspektive bieten will.

Auch das ist Lukas Podolski. Auch das macht seinen Erfolg aus. Gemütlichkeit sieht anders aus, das Imperium Podolski hat noch lange nicht genug.

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