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FIFA-Kongress, Gianni Infantino
FIFA-Kongress, Gianni Infantino © Getty Images
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Beim FIFA-Kongress am Mittwoch wird Gianni Infantino als Präsident bestätigt werden. Doch welche Folgen hat diese Entscheidung auf den internationalen Fußball?

Am Mittwoch (ab 9.00 Uhr) tagt der 69. Kongress des Fußball-Weltverbands FIFA in Paris.

Wichtigster Tagesordnungspunkt ist die Präsidentschaftswahl, die allerdings längst entschieden ist: Amtsinhaber Gianni Infantino stellt sich ohne Gegenkandidaten für vier Jahre zur Wahl. Der 49-Jährige war Ende Februar 2016 zum Nachfolger des gestürzten Joseph S. Blatter gewählt worden.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum FIFA-Kongress: 

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Warum ist Infantinos Wiederwahl beschlossene Sache? 

Der Schweizer wird in weiten Teilen der FIFA (211 Verbände) erheblich weniger kritisch gesehen als beispielsweise in Deutschland.

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In Afrika, Südamerika und Asien kann Infantino, der die WM 2026 auf 48 Mannschaften aufgestockt hat, auf große Unterstützung bauen. "Gianni ist ein Geschenk für den Fußball", sagte der nigerianische Verbandspräsident Amaju Pinnick in der ARD-Sportschau. Deshalb hat sich auch kein Herausforderer getraut, gegen den Amtsinhaber anzutreten - für die Kritiker aus der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ist das ein Armutszeugnis.

Wie steht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zu Infantino? 

Der DFB wird für Infantino stimmen, auch des Friedens mit der FIFA wegen. Dieser hatte während der Amtszeit des zurückgetretenen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel ziemlich gelitten. "Wir sind hier nicht angetreten, um den DFB noch weiter ins Abseits zu stellen, als er ohnehin schon ist", sagte Interims-Präsident Reinhard Rauball am Dienstag in Paris.

Zuletzt sei Infantino zu einem "langen, intensiven und ehrlichen Gespräch" im Rahmen des DFB-Pokalfinales in Berlin zu Gast gewesen. "Wir wollen, dass die deutsche Stimme gehört wird. Das geht nur, wenn man miteinander und nicht übereinander spricht", sagte Rainer Koch, der zweite Interims-Chef.

Wofür wird Infantino in Europa kritisiert?

Der 49-Jährige hat die FIFA zur "One-Man-Show" gemacht, mehr noch als Blatter. Intern wurde massiv aufgeräumt, etliche Mitarbeiter in der FIFA-Zentrale wurden ausgetauscht. Die "Aufpasser" aus der Ethikkommission, die einst Blatter und den damaligen UEFA-Chef Michel Platini gesperrt hatten, durften auch nicht weitermachen.

Infantino scheint nur noch daran gelegen zu sein, möglichst viele Milliarden mit dem Fußball zu verdienen. Sein jüngster Streich, die Reform der Klub-WM ab 2021, drückte er gegen den Widerstand aus Europa durch.

Welche seiner Pläne konnten bislang verhindert werden?

Das dubiose Angebot für den Verkauf zweier Wettbewerbe (Klub-WM und globale Nations League) sowie offenbar etlicher Rechte für rund 25 Milliarden Dollar wurde vom FIFA-Council zweimal abgeschmettert - vor allem wegen Infantinos Geheimnistuerei um die Identität der Investoren.

Die Einführung der weltweiten Nations League musste der Schweizer ebenfalls verschieben. Sein großer Traum, schon die WM 2022 in Katar mit 48 Teams zu spielen, scheiterte zudem an der politischen Krise am Persischen Golf. Keiner der direkten Nachbarn des Emirats war zu eine Kooperation bereit.  

Bleibt Infantinos FIFA das Feindbild für die deutschen Fans? 

Mit Sicherheit dann, wenn der aktuelle Kurs, den Sport vermeintlich auszupressen, beibehalten wird. Allerdings ist es nicht nur die FIFA. Kurz vor der Reform der Klub-WM beispielsweise protestierte die europäische Klub-Vereinigung ECA lautstark und spielte sich als Bewahrer des Fußballs auf - inzwischen ist die mächtige Organisation dafür verantwortlich, dass in Europa über den Untergang der Champions League diskutiert wird.

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Das "Geschäft" mit dem Fußball, in dem die Interessen der Fans nur eine Nebenrolle spielen, wird auch in den kommenden vier Infantino-Jahren dasselbe bleiben. (SID)

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