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München - Das aktuelle Fenster ist noch offen, schon jetzt bahnt sich beim FC Bayern für 2020 aber die große Transfer-Offensive bei vier deutschen Top-Stars an.

Der Transfersommer 2019 neigt sich dem Ende zu, der nächste aber wirft schon seine Schatten voraus. Beim FC Bayern München ist das deutlich spürbar - und beeinflusst auch die aktuelle Personalpolitik.

Mit den Neuzugängen Lucas Hernández und Benjamin Pavard verpflichtete man zwei Defensiv-Allrounder, die Bayern-Säulen der Zukunft werden sollen. Mit den Talenten Fiete Arp, Michael Cuisance und Sarpreet Singh holte man drei Perspektivspieler. Ivan Perisic und Philippe Coutinho sind nur ausgeliehen. Gut möglich, dass nur einer der beiden Offensiv-Allrounder kommenden Sommer fest verpflichtet wird - vor allem, weil die Münchner in spätestens einem Jahr bei vier deutschen Top-Spielern zuschlagen könnten.

Alexander Nübel (Schalke 04/Vertrag bis 2020), Timo Werner (RB Leipzig/2020), Kai Havertz (Bayer 04 Leverkusen/2022) und Leroy Sané (Manchester City/2021) sind die begehrten Ziele. Es wären Transfers, die ganz im Sinne des Noch-Präsidenten Uli Hoeneß sein dürften, der seit jeher bestrebt ist, die besten und talentiertesten deutschen Spieler zum Rekordmeister zu lotsen. 

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- Alexander Nübel:

Im Falle von Nübel bahnt sich kommenden Sommer ein Wechsel an. Zwar ist der U21-Nationaltorwart von Neu-Trainer David Wagner diese Saison überraschend zum Kapitän der Schalker benannt worden. Das jedoch wird wohl nichts daran ändern, dass der 22-Jährige seinen Vertrag bei Königsblau nicht verlängern wird.

Wie SPORT1 exklusiv berichtet hat, haben ihn die Bayern seit Monaten auf dem Zettel und wollen ihn in München langfristig als Nachfolger von Manuel Neuer aufbauen. Wann Nübel über seine Zukunft entscheiden wird, ist nicht klar. Fakt ist allerdings, dass er von mehreren europäischen Top-Vereinen umworben wird. Schalke indes will ihn unbedingt halten und vermeiden, dass er in einem Jahr ablösefrei wechselt.

- Timo Werner:

Nebulös ist die Zukunft von Werner. Der 23-Jährige Stürmer und sein Berater sollen sich schon seit Monaten mit den Bayern über einen Wechsel verständigt haben, Vollzug wurde aber nie gemeldet. Ebenso gab es zwischen der Werner-Seite und den Bayern zuletzt keinen zielführenden Kontakt.

Werner hätte sich den Münchnern schon gern jetzt angeschlossen, er registrierte aber auch, dass Sané zur 1A-Variante auserkoren wurde und das FCB-Interesse an ihm scheinbar abflaute. Nach SPORT1-Informationen gab es im Laufe der vergangenen Rückrunde vereinsintern zunehmend Zweifel darüber, ob er trotz seiner Schnelligkeit und nachgewiesenen Torgefährlichkeit die Bayern tatsächlich verstärken würde. Auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic ist vom Nationalstürmer nicht hundertprozentig überzeugt. In der Nationalmannschaft verlor der gebürtige Stuttgarter zuletzt auch seinen Stammplatz. In München ist das natürlich nicht verborgen geblieben.

Timo Werner (l.) bleibt vorerst bei RB Leipzig
Timo Werner (l.) bleibt vorerst bei RB Leipzig © Getty Images

SPORT1 weiß: Werner würde auch ein Wechsel in die Premier League (England) und in La Liga (Spanien) reizen. Die Serie A (Italien) und die Ligue 1 (Frankreich) sind für ihn weniger interessant.

Auch die Leipziger wollen verhindern, dass Werner nächstes Jahr ablösefrei geht. Auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung verzichtete er jedoch bislang - wie Nübel. In München sähe man ihn übrigens eher in zentraler Rolle, weil der Rechtsfuß kein typischer Außenbahn-Spieler ist. Dort allerdings ist Robert Lewandowski gesetzt, der vor einer Vertragsverlängerung bis 2023 steht. 

Gut möglich, dass Bayern bei Werner erst nächstes Jahr zuschlagen will.

- Kai Havertz:

Supertalent Havertz plant, im kommenden Sommer den nächsten Karriereschritt zu gehen. Kostenpunkt: Um die 100 Millionen Euro. Nach SPORT1-Information steht allerdings noch längst nicht fest, welchem Verein sich Havertz im kommenden Sommer anschließen wird, wenn er denn wechseln sollte.

Weder mit dem FC Bayern noch mit irgendeinem anderen europäischen Top-Klub hat die Havertz-Seite einen Vorvertrag oder eine Vorab-Vereinbarung abgeschlossen. Klar ist aber auch, dass vor allem die Münchner alles dafür tun werden, den deutschen Nationalspieler (drei Länderspiele) zu verpflichten. Bereits in diesem Sommer hätten sie das gerne getan, von Bayer-Boss Rudi Völler gab es jedoch ein Wechsel-Verbot. 

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Allerdings werden die Bayern nicht nur viel Geld investieren, sondern auch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um Havertz für sich zu gewinnen, denn die Liste potenzieller Abnehmer ist prominent: Aus Spanien sind dies nach SPORT1-Informationen Barcelona und Real Madrid. Aus England gehören Manchester City, Chelsea, Manchester United, Liverpool und der FC Arsenal zu den Haupt-Interessenten. 

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Einen Wechsel nach Italien (etwa zu Juventus Turin) oder Frankreich (etwa zu Paris Saint-Germain) schließt Havertz nach SPORT1-Informationen derzeit aus. Die Chancen der Bayern jedoch stehen gut. Die Havertz-Seite pflegt seit langem beste Beziehungen zum Rekordmeister und berät auch FCB-Star Serge Gnabry. 

Im Mittelfeldzentrum könnte Havertz langfristig Thomas Müller ersetzen. Dass Bayern jedoch Havertz und Coutinho für jeweils um die 100 Millionen Euro Ablöse verpflichtet, ist unwahrscheinlich.

- Leroy Sané:

Die Geschichte von Leroy Sané ist bekannt: Der 23-Jährige galt in diesem Transferfenster als der Wunschtransfer aller Bayern-Verantwortlichen. Spieler und Verein sollen sich sogar schon geeinigt haben und auch der Medizincheck schien laut Sport Bild terminiert. Dann jedoch zog sich Sané einen Kreuzbandanriss zu, wurde operiert und fällt nun rund sechs Monate aus. Da sich Sané verletzte, reagierten die Bayern mit der einjährigen Perisic-Leihe.

Wie SPORT1 zuvor berichtet hat, haben sich die Bayern deswegen vorerst von einem Sané-Transfer distanziert. Als wahrscheinlich gilt aber, dass sie im kommenden Winter oder spätestens in einem Jahr erneut versuchen werden, ihren 1A-Wunsch für die Flügel zu verpflichten. 

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Unvergessen, wie Hoeneß im Februar im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 tönte: "Wenn Sie wüssten, was wir schon alles sicher haben für die neue Saison ..."

Vielleicht bewahrheitet sich die vollmundige Ansage mit einem Jahr Verspätung.

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