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München - Die Büffelherde hat in Frankfurt vor zwei Jahren Legendenstatus erreicht. Doch die neue Offensivwucht ist noch stärker. Borussia Dortmund sollte gewarnt sein.

Sébastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic haben ihre Gegner in der Saison 2018/19 förmlich überrollt und Woche für Woche die Spiele für Eintracht Frankfurt entschieden.

Am Ende standen bei Haller (15 Tore + 9 Vorlagen), Jovic (17 + 5) und Rebic (6 + 7) 59 Scorerpunkte. Die Eintracht hatte eine Offensivwucht entwickelt, die in der Vereinsgeschichte mit dem "Fußball 2000" aus den 90er Jahren in einem Atemzug genannt wurde und Legendenstatus erlangt hatte. Auf eine schnelle Wiederholung nach den Abgängen der drei Superstars hätten wohl nur die wenigsten gewettet.

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Eintracht-Offensive stärker als zu Zeiten der Büffelherde

Knapp zwei Jahre später lässt sich nach 26 Spieltagen festhalten: Die Eintracht hat zum jetzigen Zeitpunkt zwei Treffer mehr erzielt als damals mit der Büffelherde. 53-mal jubelten die Hessen nach dem 5:2 gegen Union Berlin über eigene Tore, 51 waren es im März 2019.

Trainer Adi Hütter hat wieder Lösungen gefunden, seine Philosophie mit Leben gefüllt. Die Frankfurter spielen wieder begeisternden Fußball, sie kreieren viele Chancen und erzielen die drittmeisten Treffer hinter dem FC Bayern München (78 Tore) - und dem kommenden Gegner Borussia Dortmund (54).

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Kostic, Kamada und Silva glänzen

Der BVB muss sich somit auf eine neue Büffelherde einstellen. Während Haller, Jovic und Rebic in ihrer Zusammensetzung vor allem über die Eigenschaften Wucht und Tempo kamen, steht bei Daichi Kamada, Filip Kostic und André Silva die feine Klinge im Vordergrund.

Kostic, der schon 2019 oftmals Lieferant war, hat sich unter Hütter technisch enorm weiterentwickelt und gegen Union seine Scorerpunkte 13 und 14 beigesteuert. Kamada steht nach seiner Traumvorlage bei 13 Beteiligungen, und Silva knackt derzeit alle vereinsinternen Rekorde mit 21 Toren und drei Assists. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker) 

51 Scorerpunkte sind herausragend, zudem war auch der im Winter zurückgekehrte Jovic in die Spielzüge eingebunden und mit einem tollen vorletzten Pass präsent. 

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Silva jagt den Hölzenbein-Rekord

Hütter hob seine Angriffsreihe hervor: "Wir haben hohe individuelle Qualität. Wenn wir dominant sind und umschalten können, dann tut uns das mit der Qualität und dem Wohlfühlmoment gut."

Ein Sonderlob hatte der Österreicher auf Nachfrage von SPORT1 für Silva parat: "André hat Alex Meier überholt, der damals 19 Tore erzielt hat. Er ist jetzt mit 21 Toren schon der zweitbeste Stürmer hinter Bernd Hölzenbein." Die Eintracht-Legende Hölzenbein erzielte 1977 26 Saisontreffer – eine Marke, die immer stärker wackelt. "Wenn André Tore erzielt, dann werden wir weiterhin punkten", kündigte Hütter an. 

Nach der Länderspielpause wartet vor allem aus Sicht der Borussia eine Art Endspiel um die Champions League gegen die Eintracht. Bei einem Sieg könnten die Hessen den BVB auf sieben Zähler distanzieren – ein Brett bei dann noch 21 zu holenden Punkten.

Erling Haaland und André Silva, die mit jeweils 21 Saisontoren den zweiten Platz hinter dem uneinholbaren Bayern-Rekordjäger Robert Lewandowski (35) belegen, stehen sich somit im direkten Duell gegenüber. 

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Eintracht-Offensive reif für Dortmund - und die Champions League

Doch die Borussia sollte gewarnt sein, auf Dortmund rollt mehr als eine Büffelherde zu. Zu den drei Topscorern gesellt sich der von einer Gelbsperre zurückkehrende Amin Younes.

Und dann ist da weiterhin Hoffnungsträger und Superstar Jovic. "Luka war im ersten Durchgang gegen Union sehr gut integriert", stellte Hütter zufrieden fest. Bei seinen Abschlüssen hatte der Serbe zwar Pech. Doch die Gegner haben großen Respekt und er schafft somit wertvolle Räume für die Mitspieler.

Die Eintracht-Offensive jedenfalls ist reif für die Champions League. 

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