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München - Die 3. Liga kriegt die Kurve zum Neustart - und vermeidet damit noch mehr Image-Verlust. Die Wende zum Guten ist vor allem Rainer Kochs Verdienst. SPORT1-Kommentar.

Wochenlang hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Sachen 3. Liga sehr führungs- und kommunikationslos gewirkt.

Kommunikation, so sagen Top-Manager, ist gerade in der Krise gefragt durch Präsenz und deutlichen Ansagen. In schwersten Zeiten aber fehlte es beim DFB an klaren Bekenntnissen zu Zusammenhalt, Geschlossenheit und Aufmunterung.

Diese Passivität förderte den Egoismus und hat die Liga immer mehr gespalten. Mehr noch: Das Gesamtbild der 3. Liga bezeichnete Unterhachings Präsident Manfred Schwabl als Katastrophe.

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Statt die in der Tat vorhandenen Probleme als Gemeinschaft anzugehen und zu lösen, gingen besonders Carl Zeiss Jena, der Hallesche FC, der 1. FC Magdeburg und Waldhof Mannheim immer aggressiver ihre eigenen Wege.

Die individuellen Interessen mögen dabei durchaus nachvollziehbar gewesen sein - aber mit einer Solidarität hatte das nicht länger zu tun. Die Folge: Die so attraktiv gereifte Marke 3. Liga nahm in ihrer Außendarstellung einen immer größeren Schaden.

Rainer Koch hat die Liga nun sozusagen vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im Moment des allerhöchsten Drucks gab es in Person des DFB-Vizepräsidenten plötzlich doch einen Kommunikator.

Es sei ein "unwürdiges Schauspiel, unerträglich und nicht länger hinzunehmen", sagte Koch vor den Mitgliedern des DFB-Bundestages. Mit seiner flammenden Rede und seinem inhaltsstarken, emotionalen Appell an eine Geschlossenheit hat er die Delegierten mitgenommen und in der Abstimmung zur Fortführung der 3. Liga das überwältigende Ergebnis von 94,87 Prozent Zustimmungen erzielt.

Dieses starke Statement sollte nun als Druck auf diejenigen ausstrahlen, die ausscheren wollten - und die sich nun endgültig fügen sollten.

Die Liga geht weiter! Zum ersten Mal seit Wochen schaue ich mal wieder richtig interessiert auf die Tabelle und freue mich plötzlich wieder richtig auf Fußball.

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