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München - Valerien Ismael streicht Julian Draxler aus Wolfsburgs Kader gegen Bayern. Alles deutet auf eine Trennung im Winter hin - und damit auf ein Ende des Theaters.

Die Worte von Klaus Allofs sind ein deutliches Zeichen.

"Insgesamt gibt es die Situation im Moment nicht her, dass er uns in einem so schwierigen Auswärtsspiel helfen kann", sagte der Geschäftsführer bei Sky.

Die Rede ist von Julian Draxler, einem Weltmeister. Der dem VfL Wolfsburg, dem Tabellen-15. der Bundesliga, keine Hilfe ist und im Spiel beim FC Bayern München im Kader fehlt.

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Interesse von Juve - und Ancelotti

Bei den Wölfen konnte Draxler bisher zu selten seine Qualitäten auf den Platz bringen. Dazu kommt das Theater um seinen in Sommer geäußerten und zuletzt bekräftigten Wechselwunsch. Die Entscheidung von Valerien Ismael, auf seinen Star zu verzichten, ist nachvollziehbar. 

Wolfsburg braucht in der aktuellen Phase Spieler, die alles für den Klub geben. Draxler ist in Gedanken vermutlich schon in London, Turin oder Paris, deren Top-Vereine allesamt interessiert sein sollen - oder in München. Denn Carlo Ancelotti bezeichnete Draxler als "sehr interessanten Spieler". Allerdings schloss der Bayern-Trainer einen Transfer im Winter aus.

Ob Draxler weitere Rückschläge in der Autostadt bis zur Winterpause groß tangieren, ist zu bezweifeln. Gut möglich, dass Draxler nie mehr für Wolfsburg aufläuft und sich mit nur 23 Jahren zum dritten Mal einen neuen Klub sucht.

Transferflop statt Titelträger

Bei seinem Wechsel von Schalke 04 zum VfL, den er ebenfalls mit einem ausdrücklichen Wechselwunsch in die Wege geleitet hatte, ließ Draxler verlauten, er wolle mit dem Klub in den kommenden Jahren um Titel mitspielen.

Damit war die Meisterschaft gemeint, der Pokal oder sogar die Champions League. Doch die einzigen Titel, um die Draxler aktuell kämpft, sind die des größten Wolfsburger Transferflops oder der größten Diva der Liga.

Null Tore, null Vorlagen – so lautet die erschreckende Bilanz des 35-Millionen-Mannes, den Allofs im September 2015 als Wunschspieler bezeichnet hatte, in dieser Saison. "Das ist eine Entwicklung, die wir so nicht erwartet haben", so Allofs: "Leider hat sich Julian persönlich nicht so entwickelt und leider hatten wir auch Julians klare Aussage im Sommer."

Allofs bereut Wechselverbot

Damals hatte Draxler in einem Interview einen Wechsel gefordert und sich dabei auf ein angebliches Versprechen des damaligen Trainers Dieter Hecking und Allofs bezogen. Die Wolfsburger stritten dies ab und zwangen Draxler per Machtwort zu bleiben. Das (traurige) Ergebnis ist bekannt.

"Wir würden es anders bewerten und es kann sein, dass wir es beim nächsten Mal anders machen und die Freigabe geben würden. Eventuell. Die Geschichte hat ihm nicht geholfen und dem VfL nicht geholfen", sagte Allofs im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

Alles deutet auf einen Abschied im Winter hin. "Dazu habe ich im Sommer ja schon alles Wesentliche gesagt", untermauerte Draxler zuletzt seinen Wechselwunsch.

Bei den Fans ist er sowieso schon unten durch. Als Draxler bei der 2:3-Niederlage gegen Berlin am vergangenen Samstag in der 78. Minute eingewechselt wurde, bekundeten die Fans ihre Meinung mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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