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Ivo Hrstic (l.) traut Heribert Bruchhagen beim HSV eine Menge zu © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann / Imago
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Für SPORT1 Director Digital Ivo Hrstic ist der Machtwechsel beim HSV der einzig richtige Schritt. Bruchhagen könne im Gegensatz zu Beiersdorfer eine Ära prägen.

Jetzt also doch. Die Zeit von Dietmar Beiersdorfer als Sportvorstand des HSV ist zu Ende. Heribert Bruchhagen wird der neue starke Mann in Hamburg. Die absolut richtige Entscheidung, wenngleich sie meiner Ansicht nach viel zu spät getroffen wurde.

Selbst acht Punkte aus den vergangenen vier Bundesliga-Spielen konnten das Aus von Beiersdorfer nicht mehr verhindern. Der zarte sportliche Aufschwung war am Ende nicht mehr wichtig für die HSV-Bosse.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Gernandt und Investor Klaus-Michael Kühne ließen sich von den Ergebnissen zu Recht nicht blenden. Bei dieser Entscheidung ging es ausschließlich um die Zukunft des Hamburger SV - eine Zukunft ohne den plan- und erfolglosen Dietmar Beiersdorfer.

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Die sportlichen Verfehlungen Beiersdorfers sind schwerwiegend: von einer fehlenden strategischen Ausrichtung des Klubs über eine schlechte Personalpolitik bis hin zu einer katastrophalen Außendarstellung. Beiersdorfer genügte in meinen Augen nie den Ansprüchen eines ambitionierten Bundesliga-Traditionsklubs.

Ich halte Beiersdorfer lediglich die angespannte finanzielle Situation rund um den HSV zugute, die sich allerdings während seiner Amtszeit durch eine verfehlte Transferpolitik auch noch verschärfte.

Heribert Bruchhagen traue ich mit seiner Erfahrung diese große Aufgabe absolut zu, er ist der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt für den HSV. Bruchhagen wird aller Voraussicht nach gemeinsam mit einem neuen Sportdirektor die Winterpause nutzen, um erste Weichen für den Klassenerhalt und die anschließende neue Bundesliga-Saison zu stellen.

Interessant wird zu beobachten sein, ob Ex-HSV-Manager Bruchhagen (1992 bis 1995) das komplizierte Verhältnis zu Investor Klaus-Michael Kühne in den Griff bekommt. Bruchhagen ist nicht dafür bekannt, sich verbiegen zu lassen - eine interessante Konstellation, die über Erfolg und Misserfolg in Hamburg mit entscheiden wird.

Heribert Bruchhagen bringt das Format mit, das Dietmar Beiersdorfer eindeutig fehlte. Die Voraussetzungen sind also wieder gegeben, um eine neue sportliche Ära beim Hamburger SV zu prägen.

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