HSV-Sponsor droht: Gisdol oder ich!
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Hamburg und München - Vor dem Kellerduell gegen Köln liegen beim HSV die Nerven blank. Ein langjähriger Sponsor fordert den Rauswurf von Trainer Markus Gisdol. Er droht mit Konsequenzen.

Vor dem Abstiegsschlager gegen den 1. FC Köln geht beim Hamburger SV die Angst um. 

Für Trainer Markus Gisdol ist die Partie am Samstag (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) ein Schicksalsspiel. Eine erneute Pleite für den HSV und dem Coach droht der Rauswurf. 

In den eigenen Reihen wird er bereits angezählt. Der potente Klubsponsor Heinrich Höper sprach Gisdol jetzt die sportliche Kompetenz ab.

"Gisdol hat keine Ahnung vom Fußball"

"Er hat keine Ahnung von Fußball. Wenn dieser Trainer gegen Hannover noch bei uns auf der Bank sitzt, werde ich aus dem Verein austreten und das Stadion nie wieder betreten", wetterte Höper in einer Talkrunde beim Lokalsender Hamburg 1

Ein Affront gegen Gisdol - und zwar nicht von irgendjemandem. 

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Höper ist millionenschwerer Unternehmer, er hat den Fleischgroßhandel Delta Fleisch gegründet. Seit Jahren pumpt Höper Geld in den finanziell angeschlagenen Klub, besitzt unter anderem eine Loge im VIP-Bereich.

Erinnerungen an Schwans Ultimatum an Röber

Doch die sportliche Misere der Hamburger in den vergangenen Jahre haben dem Gönner offenbar die Laune vermiest. Seinen Unmut hat jetzt Gisdol zu spüren bekommen.

"In allen Jugendmannschaften, überall ist der HSV top, nur nicht bei der Mannschaft, um die es eigentlich geht", sagte Höper. "Irgendwann ist Schluss." 

Die Trainerschelte erinnert an den legendären Wutausbruch des früheren Hertha-Aufsichtsratschefs Robert Schwan. Der zählte 1998 vor laufender Kamera seinen Coach Jürgen Röber an: "Wenn Röber nicht entlassen wird, trete ich zurück", sagte Schwan. Franz Beckenbauers legendärer Weggefährte löste damit Verwirrung aus, weil er so auftrat, als ob er Röber hätte entlassen können.

HSV-Ikone zählt Gisdol an

Röber blieb seinerzeit im Amt, ging sogar gestärkt aus der vereinsinternen Revolte gegen ihn hervor. 

Das scheint bei Markus Gisdol und dem HSV nach Stand der Dinge keinesfalls sicher - unabhängig von dem Ausgang seines Schicksalsspiels. 

Im Laufe dieser Woche hatte bereits die frühere HSV-Ikone Stefan Schnoor Gisdol angezählt: "Die Diskussion um den Trainer wird zu Recht geführt", sagte Schnoor bei SPORT1. "Gisdol ist verantwortlich für das, was auf dem Rasen passiert."

Auch Vorstandsboss Heribert Bruchhagen hatte Gisdol zu einer sportlichen Wende aufgefordert: "Wir müssen eine Wende schaffen, darüber sind wir uns alle im Klaren, die Spieler, der Vorstand und das Trainerteam", sagte Bruchhagen bei SPORT1.

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