Trotz Krise: Hier feiern die Bayern auf der Wiesn
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München - Wundenlecken beim FC Bayern in der sich ausweitenden Krise: Coach Niko Kovac und Sportdirektor Hasan Salihamidzic haben Redebedarf - Hoeneß stärkt den Coach.

Krisenbewältigung beim FC Bayern: Nach dem 0:3-Fiasko gegen Borussia Mönchengladbach und der gravierendsten Negativbilanz seit acht Jahren sitzt beim Rekordmeister der Stachel der Enttäuschung tief.

Vier Pflichtspiele ohne Sieg, dazu zwei Liga-Niederlagen nacheinander ohne eigenes Tor bringen die Bayern massiv in Bedrängnis. Trainer Niko Kovac ist angezählt, erhält aber Rückendeckung von Präsident Uli Hoeneß.

Am Tag 1 nach dem Schock versuchten die Bayern aber zunächst einmal, den Kopf freizubekommen. SPORT1 zeigt, wie das Starensemble dabei vorging.

Redebedarf und Wiesn: Bayern lächelt gegen Krise an

Neuer trainiert im Kraftraum

Ca. 9.30 Uhr, Säbener Straße: Die Spieler trudeln auf dem Klubgelände ein. Wenig los, auf dem Trainingsplatz ist nichts aufgebaut, was einer anspruchsvollen Übungseinheit gerecht würde. Offenbar steht bei den Verantwortlichen eher Gesprächsbedarf als Trimmen auf der Agenda.

Ca. 10.45 Uhr: Auf dem Platz treten allein die Ersatzkeeper in Aktion. Sven Ulreich und Christian Früchtl spulen die Übungen eines normalen Torwart-Trainings ab. Nachwuchs-Linksverteidiger Jonathan Meier (18) trainiert parallel mit Co-Trainer Peter Hermann.

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Stammtorhüter Manuel Neuer arbeitet unterdessen im Kraftraum, absolviert unter anderem auf dem Fahrrad wie die meisten Teamkollegen ein Regenerationstraining. Ein weiterer Teil der Mannschaft radelt zudem durch den Perlacher Forst - bemerkenswerterweise ohne eine einzigen Trainer.

Denn: Beim Übungsleiterstab herrscht großer Rede- und Klärungsbedarf. Kovac sitzt mit seinem Bruder bzw. Co-Trainer Robert und Sportdirektor Hasan Salihamidzic zusammen. Die Jalousien werden verschlossen, sind nur einen Spalt breit geöffnet.

Durch die rotgerahmte Doppel-Glastür ist allerdings eine lebhafte Diskussion zu vernehmen, wenn die Protagonisten immer wieder ins Blickfeld geraten, während die SPORT1-Experten im CHECK24 Doppelpass mindestens ebenso angeregt die Gründe der Bayern-Krise diskutieren.

Kovac sitzt während des Gesprächs die ganze Zeit, während Salihamidzic viel gestikuliert und wie Robert Kovac, wie sein Bruder in Trainingsbekleidung, zumeist eine stehende Position einnimmt. Kurz darauf kommt auch noch FCB-Pressesprecher Dieter Nickles in den Raum. 

Ca. 12 Uhr: Die Fans an der Säbener Straße sind inzwischen recht zahlreich, als die Bayern-Stars das Gelände wieder verlassen. Mats Hummels und Co. suchen bereitwillig den Kontakt mit dem eigenen Anhang. Fragen werden beantwortet, Selfies gemacht, auch Joshua Kimmich gibt fleißig Autogramme. Dann brechen die FCB-Akteure per Bus zum obligatorischen Oktoberfest-Besuch in Richtung Theresienwiese auf.

Hoeneß stützt Kovac

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Ca. 13 Uhr: Die Bayern um auch Niklas Süle, Renato Sanches und Franck Ribery erreichen die Wiesn und betreten in traditioneller Tracht und Lederhosen das Festgelände. Es geht ins Käfer-Zelt. Viele Spielerfrauen, wie unter anderem Cathy Hummels, haben sich entsprechend in Schale geworfen und sind ebenso mit von der Partie.

Arjen Robben wird von seinen drei Kindern begleitet, Klub-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge trägt gewohnt Krachlederne, Janker sind als Oberbekleidung angesagt.

Kovac und Salihamidzic, in Begleitung von Lebensgefährtin Esther Copado, wird schnell die erste Maß gereicht - James Rodriguez freut sich ebenfalls über die Hopfen-Kaltschale.

Erwähnenswert: Der aktuell angeschlagene David Alaba erscheint ganz offiziell mit seiner neuen Freundin Shalimar Heppner - Tochter des Nobelkochs Frank Heppner.

Spannende Frage trotzdem, wie sehr bei den Bayern auf der Krisen-Wiesn am Ende Feierstimmung aufkommen mag.

Am späteren Nachmittag: Einige Stunden haben sich die Bayern-Bosse Zeit gelassen. Am Sonntag sagte Präsident Uli Hoeneß seinem angeschlagenen Trainer dann Unterstützung zu.

Er stehe "wie eine Eins" hinter Kovac, sagte er der Süddeutschen Zeitung, "egal was in den nächsten Wochen passieren wird". 

In einem Interview mit dem kicker (Montagsausgabe) sagte der Bayern-Präsident: "Ich werde Niko Kovac verteidigen bis aufs Blut. Bei uns herrscht die totale Ruhe."

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