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Renato Sanches (M.) gewann vor dem Münchner 2:1 in Mainz den entscheidenden Zweikampf gegen Danny Latza
Renato Sanches (M.) gewann vor dem Münchner 2:1 in Mainz den entscheidenden Zweikampf gegen Danny Latza © Getty Images
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Mainz - Mit einem beherzten Joker-Auftritt leitete Renato Sanches in Mainz den dritten Bayern-Sieg in Folge ein. Von Joshua Kimmich gab es ein Extra-Lob.

Er kam, kämpfte und leitete den dritten Bayern-Sieg in Folge ein.

Renato Sanches rechtfertigte beim 2:1 in Mainz das Vertrauen von Trainer Niko Kovac, der den Portugiesen in der 55. Minute für den angeschlagenen Leon Goretzka einwechselte - anstelle von James, der leicht kränklich, aber dennoch einsatzbereit auf der Bank saß.

Wie so oft hatte der 21-Jährige gute und weniger gute Szenen in seinem Spiel. Dann aber entschied er sich für das richtige Tackling zur richtigen Zeit, setzte sich rund 30 Meter vor dem Mainzer Tor entscheidend durch, brachte seinen wuchtigen Körper vor den des Mainzers Danny Latza, steckte den Ball auf Robert Lewandowski durch, der in der Mitte Thiago bediente.

Die Bayern gingen mit 2:1 in Führung und ließen in der Folge nichts mehr anbrennen.

Kimmich: "Er gewinnt uns das Spiel"

Einer der ersten Sanches-Gratulanten war Joshua Kimmich. Der Rechtsverteidiger, der beim Rekordmeister seit Wochen auch verbal vorangeht, herzte den Rasta-Mann, sprang in der Jubeltraube auf Sanches - und adelte ihn nach Spielende.

"Das zweite Tor, das ist sein Ballgewinn. Der Wille, den er da hatte, diesen Ball unbedingt gewinnen zu wollen, dadurch gewinnt er uns im Endeffekt das Spiel. Nicht alleine, das ist auch klar, denn Lewy (Robert Lewandowski, Anm. d.Red.) hat ihn noch reingespielt und Thiago hat ihn gemacht. Aber das sind so Situationen, die extrem wichtig sind", lobte Kimmich. "Es ist nicht immer der Torschütze, der das Spiel entscheidet."

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Zwar hat es Sanches nach seinem zwischenzeitlichen Hoch Mitte September, als er vor allem in seiner Heimat beim 2:0-Sieg in Lissabon glänzte, noch immer nicht zum Stammspieler geschafft, wie es etwa Thiago im zentralen Mittelfeld ist. Aber Kovac hält weiterhin ein, was er dem portugiesischen Nationalspieler (17 Länderspiele/1 Tor) bereits vor Wochen versprach: Ihm Einsatzchancen zu geben und den Mittelfeld-Allrounder nicht fallen zu lassen.

Anerkennender Klaps von Ribery

Sanches registriert das, will natürlich noch mehr als seine bisherigen zwei Startelfeinsätze in der Liga. Aber er zeigt mittlerweile, dass er dem Spiel auch nach Einwechslungen Impulse geben kann.

Galt er früher noch als Risikofaktor, so scheint er mittlerweile begriffen zu haben, dass er dem Bayern-Spiel vorerst und hauptsächlich Stabilität verleihen muss. Hochriskante Wunderdinge erwartet niemand von ihm.

Sanches' Mitspieler bemerken diesen Wandel. Auch in Mainz war immer wieder zu sehen, wie ihn etwa Routinier Franck Ribery in einer Unterbrechung zur Seite nahm, ihm Tipps gab, aber auch einen anerkennenden Klaps auf die Schulter.

Auch Kimmich nimmt Sanches' Entwicklung wahr. "Ich ziehe den Hut davor, wenn du mit 18 Jahren alleine hierherkommst. Er hatte ja auch einen gewissen Rucksack auf", sagte der Rechtsverteidiger. "In seiner ersten Zeit hat er sich nicht so leicht getan, kommt dann aber zurück und sagt ganz klar, dass er sich hier durchsetzen und spielen will. Das ist bemerkenswert, wie er das mental macht. Er hat ja auch viel einstecken müssen."

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