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Schiedsrichter Robert Hartmann entschied in der Schlussphase auf Elfmeter für Mainz - sehr zum Ärger der Hannoveraner
Schiedsrichter Robert Hartmann entschied in der Schlussphase auf Elfmeter für Mainz - sehr zum Ärger der Hannoveraner © Getty Images
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Bei Mainz gegen Hannover steht der Video-Assistent im Blickpunkt. Jochen Drees, Projekt-Leiter Video-Assistent, bestätigt Kommunikationsprobleme beim Mainz-Elfer.

Nach der Partie zwischen dem FSV Mainz und Hannover 96 (1:1) kam es zu heißen Diskussionen wegen dem Videoschiedsrichter und der Elfmeterentscheidung für Mainz in der Schlussphase. Vor allem 96-Manager Horst Heldt war am Mikrofon kaum zu beruhigen.

Nun äußerte sich der DFB zur Szene vor dem Mainzer Ausgleich - und gab in Teilen Heldt und 96-Trainer Andre Breitenreiter Recht.

Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistent, bezeichnete auf der DFB-Homepage den Verzicht auf einen Eingriff durch den Video-Assistenten als Fehler: "Die Entscheidung Strafstoß ist aus meiner Sicht regeltechnisch falsch. Auch wenn es zu einem Kontakt beziehungsweise Rempeln im Hüftbereich kommt, ist dies aus meiner Sicht nicht als strafbar zu werten."

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Drees spricht von Kommunikationsfehlern

Dabei räumte Drees Fehler in der Kommunikation zwischen Schiedsrichter Robert Hartmann und Patrick Ittrich, dem Video-Assistenten in Köln, ein.

"Hätte die Kommunikation in adäquater Form stattgefunden, wäre schnell klar gewesen, dass die Entscheidung auf Strafstoß nur aufgrund der Wahrnehmung des Schiedsrichter-Assistenten Christian Leicher erfolgte und der Schiedsrichter Robert Hartmann keine ausreichende Wahrnehmung zu diesem Vorgang hatte. In diesem Zusammenhang wäre es bei dem vorliegenden Bildmaterial unbedingt notwendig gewesen, dem Schiedsrichter die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Bild von diesem Zweikampf zu machen und somit die Durchführung eines On-Field-Reviews zu empfehlen. Ich bin mir sicher, dass die ursprüngliche Entscheidung dann von Robert Hartmann korrigiert worden wäre", sagte Drees.

Heldt sieht Verbesserungspotenzial

Auch für Heldt ist vor allem das Eingreifen des Videoschiedsrichters verbesserungsfähig. "Es geht mir nicht um den Schiedsrichter, der etwas falsch bewertet. Das passiert. Was nicht funktioniert, ist der Ablauf der Korrektur", sagte Heldt: "Das ist nicht mehr nachvollziehbar. Die auf dem Platz - der Schiri und die Spieler - sind die Ärmsten. Ich mache dem System einen Vorwurf.

Breitenreiter schlug in dieselbe Kerbe. "So können wir den Videobeweis abschaffen. So macht es keinen Sinn, einen Assistenten einzusetzen, der für Gerechtigkeit sorgen soll. Wenn solche Dinge nicht gesehen werden, stellt sich die Qualitätsfrage. Ich erwarte, dass der Video-Assistent das sieht - wir haben doch angeblich die besten Schiedsrichter der Welt." Erst nach Gesprächen mit Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) in dessen Umkleide beruhigten sich die Gemüter etwas.

Der DFB-Kontrollausschuss hat als Folge der heftigen Schelte Ermittlungen allein gegen Heldt eingeleitet. Im ersten Schritt wurde er schriftlich um eine Stellungnahme gebeten.

Hannover fordert Nachbesserungen beim Videoschiedsrichter

Als Reaktion auf die Vorkommnisse im Mainz-Spiel fordern die Verantwortlichen des Bundesligisten Hannover 96 vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) Nachbesserungen beim Streitthema Videobeweis. "Die Verantwortlichen sollten die Saison vollumfänglich analysieren. Es müssen reproduzierbare Entscheidungen kommen. So wie es jetzt läuft, ist es nicht akzeptabel", sagte Klubchef Martin Kind im NDR-Sportclub.

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