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München - Fredi Bobic erklärt im CHECK24 Doppelpass die Transferstrategie der Frankfurter und spricht über das magische Dreieck bei den Hessen.

Eintracht Frankfurt in der Champions League?

Mit einem Dreier im Montagsspiel in Düssseldorf (Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) können die Adler bis auf drei Punkte an RB Leipzig auf Platz drei heranrücken. Das liegt auch an der speziellen Transferpolitik der Hessen.

"Talent haben alle Spieler, aber die für uns interessanten müssen eine gewisse Mentalität haben, deshalb schaue ich immer eine Schublade unter den ganz Großen - bei denen, die sich bei uns entwickeln können", sagte der 47-Jährige im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1. "Deshalb schauen wir auch immer nach Spielern, die woanders es nicht schaffen, aber bei uns eine gute Entwicklung nehmen könnten." 

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Seit 2016 ist der Ex-Stürmer Bobic Sportvorstand beim aktuellen Pokalsieger. In dieser Zeit gaben die Hessen laut transfermarkt.de rund 48 Millionen Euro für neue Spieler aus, nahmen allerdings auch rund 46 Millionen durch Verkäufe ein.

Dabei setzen die Hessen auch immer öfter auf Leihgeschäfte, wie zum Beispiel beim vom Absteiger HSV gekommenen Filip Kostic, der nach schwacher Saison bei den Hanseaten in Frankfurt geradezu explodiert ist.

Auch bei Topklubs schauen die Frankfurter genauer hin. Von Real Madrid wechselten 2016 Jesus Vallejo und Omar Mascarell zur Eintracht. Vallejo kam auf Leihbasis, Mascarell für die vergleichsweise geringe Ablöse von einer Millionen Euro. Beide schlugen voll ein. Nachteil für Frankfurt: Bei Vallejo hatten die Hessen keine Kaufoption, bei Mascarell hatten sich die Königlichen eine Rückkaufklausel in den Vertrag schreiben lassen. So konnte Eintracht keinen der beiden Spieler halten, machte aber bei Mascarell ein Transferplus von drei Millionen.

Frankfurt fängt Abgänge auf

Besser machten es die Hessen bei Topstürmer Luka Jovic: Zur Saison 2017/18 wechselte der damals 20 Jahre alte Serbe auf Leihbasis von Benfica Lissabon zur Eintracht. Der Leihvertrag läuft zwar im Sommer aus, die Eintracht hat jedoch eine Kaufoption, die laut Bobic bei weniger als sieben Millionen Euro liegt und die die Eintracht auch ziehen wird. Ein Jovic-Verbleib über den Sommer hinaus ist zwar offen, jedoch kann sich Frankfurt im Falle eines Weiterverkaufs auf ein sattes Transferplus einstellen.

Nach dem Pokalsieg musste Frankfurt einige schmerzhafte Abgänge verkraften. So verließen tragende Säulen wie Kevin-Prince Boateng oder Lukas Hradecky die Mannschaft - und das ablösefrei. Dennoch schafften Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner es, die Mannschaft qualitativ sogar noch besser zu machen. 

Bobic erklärt: "Wir haben ein gutes Scoutingteam und merken recht schnell, ob ein Spieler uns was vorspielt oder nicht. Aber es kann nicht immer passen, auch wenn es aktuell gerade sehr gut funktioniert."

Bobic spricht über "magisches Dreieck"

Auch über Frankfurts internationalen Kader sprach Bobic: "Wir haben viele Spieler aus verschiedenen Nationen. Das ist ein unbeabsichtigtes Markenzeichen von uns aus der Zeit, als wir uns keine deutschen Spieler leisten konnten. Wir sind ein gehobener Ausbildungsverein." 

Vor allem Frankfurts "magisches Dreieck" aus Jovic, Ante Rebic und Sebastian Haller sorgt für Aufsehen und steht bei einigen Vereinen auf dem Wunschzettel. Doch Bobic hat keinen Grund zur Sorge. "Alle drei haben Verträge ohne Klauseln", erklärte er im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1. Frankfurt befindet sich also in einer sehr guten Verhandlungsposition.

"Entscheidend ist, dass die abliefern und wie wichtig sie für die Mannschaft sind", sagte Bobic. "Sie wissen, dass sie nur funktionieren, wenn die Jungs dahinter auch funktionieren. Der für die Mannschaft wichtigste Spieler ist Sebastian Haller, der mit dem größten Entwicklungspotenzial Luka Jovic."

35 Tore erzielte Frankfurts Dreiersturm bislang in allen Wettbewerben dieser Saison. Gekostet hat er, wenn man die Kaufoption bei Jovic außen vor lässt, gerade einmal neun Millionen. Haller ist mit sieben Millionen Euro Frankfurts Rekordtransfer, Rebic wechselte, nachdem er zuvor nur ausgeliehen war, erst zu Saisonbeginn für zwei Millionen fest zu den Hessen.

Haller mache viele Dinge über dem Durchschnitt, "deshalb schaut der eine oder andere ganz genau auf ihn", meinte Bobic und ergänzte: "Aber alle haben Verträge bei uns und fühlen sich wohl. Es ist noch nichts passiert."

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