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München - Renato Sanches grübelt über seine Zukunft und denkt auch über einen Abschied vom FC Bayern nach - wohin führt der Weg des Golden Boy von 2016?

Renato Sanches wollte einfach nur weg. Mit finsterer Miene trottete der Portugiese durch die Katakomben der Allianz Arena, nur wenige Minuten nachdem der FC Bayern Mainz 05 mit 6:0 abgefertigt hatte.

Freude über den Sieg? Sie war Sanches nicht anzusehen. Stattdessen überwog eher der Frust, schließlich stand beim 21-Jährigen wieder die Null in Sachen Einsatzminuten. Schon zum fünften Mal saß er in der Rückrunde während eines Bundesligaspiels die vollen 90 Minuten nur auf der Bank.

Bei seinen drei Einsätzen durfte er nie länger als eine gute Viertelstunde ran, hinzu kamen noch die letzten elf Minuten in der Champions League gegen den FC Liverpool. Für Sanches alles andere als zufriedenstellend.

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"Nicht glücklich": Sanches dankt an Abschied

"Ich bin hier nicht glücklich. Ich arbeite viel, darf aber nicht spielen", sagte Sanches dem kicker und dachte laut über einen Abschied nach: "Ich möchte mehr spielen, vielleicht bei einem anderen Klub. Darüber muss ich mir Gedanken machen."

Bereits in der Winterpause grübelte der Europameister von 2016, der im selben Jahr für 35 Millionen Euro von Benfica kam, über seine Zukunft.

"Ich möchte einfach das Beste für mich und wenn es das Beste ist, zu bleiben, dann bleibe ich. Wenn es für mich das Beste ist, zu gehen, dann gehe ich. Wenn man spielt, ist man glücklich und ich will spielen und mich glücklich fühlen, denn Fußball macht mich happy", sagte Sanches zu SPORT1.

Doch wo könnte Sanches wieder glücklich werden?

Von Benfica-Fans gefeiert

Sein emotionales Highlight erlebte der Golden Boy von 2016 jedenfalls in der Champions League im September bei seiner Rückkehr zu seinem Jugendklub Benfica, als sogar die gegnerischen Fans sein Siegtor für die Bayern beklatschten.

Fußballerisch wäre der Schritt zurück in seine Geburtsstadt womöglich keine Weiterentwicklung, doch das gewohnte Umfeld könnte Sanches helfen, einen neuen Anlauf für den ganz großen Durchbruch zu nehmen.

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Schon im vergangenen Sommer gab es Gerüchte um eine Benfica-Rückkehr, doch Bayern-Trainer Niko Kovac wollte Sanches zunächst eine zweite Chance geben. Auch der Mittelfeldspieler selbst wollte nach seinem missglückten Abstecher zu Swansea City bei den Bayern neu angreifen.

Bei Swansea City gescheitert

Von der Leihe in die Premier League hatten sich zuvor alle Beteiligten mehr erhofft.

"Die Bayern unterstützten das enorm. Sie dachten, er käme zu einem Verein, bei dem er Fußball spielen kann. Unter einem Trainer, der sich um ihn kümmert und ihm die Aufmerksamkeit gibt, die er braucht", sagte Swanseas früherer Trainer Paul Clement rückblickend der Times.

Doch wegen diverser Verletzungen kam Sanches unter dem ehemaligen Co-Trainer der Bayern nicht richtig in Fahrt - auch weil er im Vorfeld offenbar andere Erwartungen hatte. "Er war da nicht so begeistert", sagte Clement. "Er dachte, er wechselt zu Manchester United, Chelsea oder Paris Saint-Germain. Aber die Bayern sagten ihm: 'Dahin gehst Du nicht. Da wäre es dieselbe Situation und du kämst nicht zum Einsatz.'"

In Paris begehrt?

PSG bekundete in diesem Winter laut kicker allerdings dennoch ein konkretes Interesse an Sanches. Ein Wechsel kam bekanntlich nicht zustande, könnte aber im Sommer wieder ein Thema werden.

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Für Sanches wäre es allerdings wieder eine neue Herausforderung in einem komplett anderen Umfeld mit einer neuen Sprache. Diese Barriere hatte ihm schon die Eingewöhnung in München erschwert.

Das wäre auch in Italien der Fall, wo Sanches im vergangenen Jahr zeitweise im Fokus des SSC Neapel und des AC Mailand gestanden haben soll.

Bei Bayern noch unter Vertrag

Ungeachtet seiner Abschiedsgedanken ist natürlich ein Verbleib in München immer noch eine Option, schließlich läuft sein Vertrag bei den Bayern noch bis 2021. "Karl-Heinz Rummenigge glaubt an mich", gibt Sanches selbst die Hoffnung noch nicht auf.

Aufgrund der angekündigten Transferoffensive des Rekordmeisters dürfte der Konkurrenzkampf für Sanches allerdings nicht unbedingt einfacher werden.

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