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Günter Perl gibt eine Fehlentscheidung zu
Günter Perl gibt eine Fehlentscheidung zu © Getty Images
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Aufreger in der Bundesliga: Ein klares Handspiel von Herthas Karim Rekik wird nicht geahndet. Video-Schiri Günter Perl gesteht die Fehlentscheidung ein.

Video-Schiedsrichter Günter Perl (49) hat nach dem "klarsten Handspiel des Jahres" von Hertha-Profi Karim Rekik eine Fehlentscheidung eingestanden.

"Es war fahrlässig von mir", sagte der Unparteiische der Bild-Zeitung: "Zeitgleich fand ein potenzielles Foulspiel statt, das wurde von uns überprüft, dabei haben wir das Handspiel übersehen. Ich habe das erst zwei Minuten später auf dem Bildschirm gesehen und gedacht: Schöne Scheiße!"

Rekik hatte den Ball im Spiel der Berliner gegen den VfB Stuttgart (3:1) am vergangenen Samstag beim Stand von 0:0 im Hertha-Strafraum klar mit der Hand gespielt. Video-Assistent Perl (München) griff zum Entsetzen der Gäste jedoch nicht ein. "Wenn wir den Videoassistenten schon installieren, hätte er in diesem Moment im Keller online sein müssen", sagte VfB-Interimstrainer Nico Willig. Profi Alexander Esswein sprach vom "klarsten Handspiel der Saison".

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Perl übersieht Handspiel

Perl verwies darauf, dass die VfB-Spieler auf dem Platz offenbar auch nichts von der regelwidrigen Aktion mitbekommen hatten. "Es gab seitens der Stuttgarter auch keinen Protest", sagte er. Auch deshalb sei die Szene nicht mehr überprüft worden.

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Jochen Drees, DFB-Projektleiter Videoassistent, hatte im Aktuellen Sportstudio des ZDF bereits einen Fehler Perls eingeräumt: "Er hat es einfach nicht gesehen", sagte Drees: "Die Situation war unscheinbar, es hat niemand reklamiert."

Die teilweise undurchsichtige Auslegung der Handspiel-Regel sorgt in der Fußball-Bundesliga seit Monaten für Verdruss. Nach mehreren strittigen Szenen kochte die Diskussion am 32. Spieltag besonders hoch.

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Auch im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 kam das Thema zur Sprache. SPORT1-Experte Reinhold Beckmann bewegte die aktuelle Auslegung der Handspiel-Regel sogar zu einer emotionalen Brandrede. Beckmann bezeichnete die Problematik als eine "Psycho-Geschichte auf allen Ebenen" und fügte hinzu: "Alle sind neurotisch unterwegs im Moment. Schiedsrichter, Spieler, Trainer, selbst bei uns Journalisten – wir diskutieren hier jeden Sonntag. Es ist der Wahnsinn, es hört nicht auf, es wird nur noch schlimmer."

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