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München - Lucas Hernández wird beim FC Bayern vorgestellt. Der Franzose will in Münchens Abwehr ein Leader werden und lockt Antoine Griezmann.

Das "Servus" kam Lucas Hernández schon ganz locker über die Lippen.

"Ich bin glücklich hier zu sein, ich freue mich auf eine gute Saison mit dem FC Bayern. Also, pack ma's", fügte der 23 Jahre alte Franzose bei seiner Begrüßung auf Deutsch an - in der ersten Reihe des Presseraums der Allianz Arena lächelten Ehefrau Amelia Llorente und Söhnchen Martin im roten Bayern-Trikot mit der Nummer 21 und der Aufschrift "Papa".

Als Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nur wenige Minuten später Lucas Hernández stolz dessen neue Spielkleidung überreichte, war der Kleine schon wieder weg. "Der hat es ein klein wenig satt, der fängt an zu weinen", meinte der Vater schmunzelnd und freute sich trotzdem über die kurze Unterstützung seiner Liebsten. "Ich bin ein Familienmensch. Das ist das Wichtigste."

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Hernández will ein Leader sein

Doch danach kommt bei Hernández gleich der Fußball. Und die Erwartungen an den Defensivspieler sind groß bei den Bayern - das hängt nicht nur mit der horrenden Ablöse von 80 Millionen Euro zusammen. Der französische Weltmeister, teuerster Einkauf der Bundesliga-Geschichte, soll die neue Säule der Münchner Abwehr werden und eine Führungsrolle übernehmen.

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"Ich bin ein Mentalitätsspieler. Ich bin stolz, dieses Trikot zu tragen, ich will diese Farben verteidigen. Das ist etwas Großes für mich", erklärte Hernández: "Es liegt an mir, den Fans und den Verantwortlichen das Vertrauen zurückzuzahlen. Ich kann ein Leader sein."

Nicht nur Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps traut Hernández dies zu. "Er ist ein Kämpfer, ein Krieger", sagte der Weltmeister-Coach nach dem WM-Triumph anerkennend.

Salihamidzic bemühte sich sehr

Auch bei seinen neuen Mitspielern genießt der Zugang von Atlético Madrid höchsten Respekt. "Er ist körperlich eine Maschine, sehr stark. Ein sehr leidenschaftlicher Spieler", sagte Thiago der Bild. Deshalb hätte der "Stürmer Rummenigge nur ungern gegen den Verteidiger Hernández gespielt. Er ist schnell und aggressiv", fügte Rummenigge an.

Der FCB-Boss erklärte auch, dass sich Hasan Salihamidzic beim Transfer sehr ins Zeug gelegt habe: "Er war diverse Male in Madrid und hatte mit ihm und dem Berater Kontakt. Hasan war der Spiritus Rector des Transfers."

Bei den Bayern will Hernández in die Fußstapfen der französischen Kollegen treten. "Alle Franzosen, die bei Bayern gespielt haben, haben Titel gewonnen", sagte er. Fragt man Hernández, dürfte gerne noch einer dazukommen: Antoine Griezmann.

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"Er ist natürlich ein großer Spieler. Viel spricht für Barcelona. Es wäre natürlich großartig, wenn er hierherkommen würde. Ich weiß nicht, ob der Verein interessiert ist, aber es wäre natürlich großartig. Er könnte hier vielleicht zum besten Spieler der Welt werden."

Vater verlässt Familie früh

Noch leidet Hernández an den Folgen einer Knieoperation. Es dauert noch einige Zeit, bis er ins Mannschaftstraining einsteigen kann. "Das Band fühlt sich gut an. Ich fühle mich gut. Ich hoffe, dass ich zum Saisonstart zu hundert Prozent fit bin", sagte er.

In erster Linie wird Hernández als Innenverteidiger eingeplant, er kann aber auch, wie bei der WM für Frankreich, hinten links spielen. "Das liegt am Trainer", sagte Hernández. Mit Kovac habe er laut eigener Aussage "noch noch nicht gesprochen".

Auf dem Platz gebe es "nichts, was mich unruhig oder nervös werden lässt. Und ich bin auch außerhalb des Spielfeldes ein eher ruhiger und nachdenklicher Mensch", sagte er im Interview mit dem Bayern-Magazin 51.

Seine ersten Lebensjahre haben ihn geprägt. Er war noch ein kleiner Junge, als sein Vater die Familie allein ließ. "Ich habe früh zu kämpfen gelernt. Wir hatten keine einfache Kindheit", erzählte er. Sein Bruder Theo, der bei Real Madrid unter Vertrag steht, und seine Mutter Laurence mussten "immer an einem Strang ziehen". Vor allem seiner Mutter sei er "sehr dankbar, sie war immer für uns da. Wir konnten unseren Weg gehen."

Zufall bringt Karriere in Gang

Der führte den in Frankreich geborenen und in Spanien aufgewachsenen Profi nur durch einen Zufall zu Atlético. Sein Bruder hatte im Alter von zehn Jahren ein Probetraining bei den "Rojiblancos". Lucas, ein Jahr älter als Theo, war als Zuschauer dabei und kickte mit einem Kumpel auf einem nahen Ascheplatz. Dies fiel einem Scout auf, der Lucas später bei seinem Heimatklub Rayo Majadahonda beobachtete - und los ging die Karriere.

Die soll in München weiter Fahrt aufnehmen. Die Bayern sieht er als "nächsten Schritt". Dort gelten die allerhöchsten Maßstäbe - "und das reizt mich. Hier ist es, wie in einer Familie zu sein. Dieses Gefühl spüre ich schon".

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